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Traumhaus: „Insgesamt stehen wir sehr solide da“

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Trotz der allgemeine Krise strahlt Otfried Sinner, Vorstandschef von Traumhaus, im Gespräch mit unserer Redaktion viel Zuversicht aus. Die Pipeline ist sehr gut gefüllt, die Nachfrage ist
stabil geblieben. Sinner will seinen Weg weiter gehen und sieht in der Entwicklung von Traumhaus noch viel Potenzial.

Wie sind sie mit dem ersten Quartal von Traumhaus zufrieden?

Sinner: Die Traumhaus hat mit Beginn des neuen Geschäftsjahres unmittelbar an der positiven Entwicklung der vergangenen Jahre anknüpfen können. Aktuell sind 40 eigene Areale projektiert für
insgesamt 1.520 Reihenhäuser und Doppelhaushälften. Im Vorjahresvergleich waren dies 27 Areale für 1.200 Häuser gewesen. Wir haben uns also nochmals deutlich steigern können. Darüber hinaus
befinden sich 18 Mehrfamilienhäuser mit 244 Wohneinheiten in Planung und teilweise bereits im Bau.

Inzwischen merken sie auch die Corona-Auswirkungen. Die Prognose für 2020 haben sie ausgesetzt. Warum?

Sinner: Für die Traumhaus sind die Covid-19 Einflüsse differenziert zu betrachten. Die Baustellen laufen derzeit alle ohne Einschränkungen weiter, so dass wir bisher keine Kurzarbeit
anmelden mussten. In der Verwaltung und Planung haben wir, wie viele andere Unternehmen auch, einen Teil auf home office umgestellt. Einschränkungen gibt es bei Musterhausbesichtigungen,
Beurkundungen und anderen Genehmigungsverfahren. Insgesamt stehen wir sehr solide da. Wie sich diese Bereiche und die Pandemie langfristig weiterentwickeln werden, ist jedoch schwer einzuschätzen.
Aus diesem Grund haben wir vorsorglich die Prognose zurückgezogen.

Wie sehr sind die Baustellenarbeiten von den Sicherheitsmaßnahmen betroffen?

Sinner: Wir haben sofort alle notwendigen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen eingeführt. Dazu gehören unter anderem die Einhaltung des Sicherheitsabstandes während der Arbeitszeit und auch in
den Pausen.

Ende März berichteten sie, dass keine Besichtigungstermine mehr stattfinden können. Ist das noch immer so?

Sinner: Wir haben zu Beginn der Pandemie die Bemusterung um eine virtuelle Variante erweitert und ansonsten ausschließlich Einzeltermine unter Wahrung des Sicherheitsabstandes angeboten. Das
handhaben wir derzeit genauso. Die allermeisten Interessenten haben dafür nicht nur Verständnis, sondern begrüßen das sogar ausdrücklich. Die virtuelle Bemusterung werden wir mit Sicherheit über
die Phase der Pandemie hinaus beibehalten – insofern hat die aktuelle Situation auch weitere Innovationskräfte freigesetzt.

Entstehen für sie durch die aktuelle Situation höhere Kosten?

Sinner: Zur Zeit haben wir keine höheren Kosten, weil an den Baustellen die gesamte Tätigkeit und Logistik plangemäß läuft. Wir haben lediglich in den angesprochenen Besichtigungen und bei
den Notarterminen zeitliche Verzögerungen. Letztere finden üblicherweise auch in Sammelterminen statt. Hier sind gegenwärtig auch nur noch Einzeltermine durchführbar.

Gibt es in diesen Tagen Interessenten für neue Häuser oder ist der Konsumwunsch eingeschränkter?

Sinner: Die Nachfrage ist stabil geblieben. Das hat aus unserer Sicht verschiedene Gründe. Zum einen mag der Wunsch nach den eigenen vier Wänden mit einem kleinen Garten gestiegen sein, auch
verbunden mit einem Sicherheitsempfinden des Wohneigentums. Zum anderen sind die Reihenhäuser und Doppelhaushälften sowie die Wohnungen im Mehrgeschossbau aufgrund der standardisierten Bauweise
preisstabil.

Normalisiert sich die Lage bei Behörden und Dienstleistern langsam wieder oder gibt es hier noch immer einen bremsenden Einfluss auf ihre Arbeit?

Sinner: Das Problem gelegentlicher zeitlicher Verzögerungen bei den Grundbuchämtern insbesondere zum Jahresende kennen wir ohnehin. Der Covid-19-Faktor hat den Stau der abzuarbeitenden
Unterlagen nochmal erhöht. Hier sind die Ämter und deren Leitung aufgerufen, etwas zu unternehmen. Da appelliere ich ganz deutlich an die Lokalpolitik. Bei unseren Dienstleistern, mit denen wir ja
seit vielen Jahren zusammenarbeiten, funktioniert die Logistik einwandfrei.

Wird sich nach der Krise etwas für Traumhaus verändern?

Sinner: An unserer Strategie und unserem Geschäftsmodell wird sich nichts ändern. Das ist sattelfest. Aber leider wissen wir nicht, wie lange uns die Pandemie noch begleiten wird. Deshalb
arbeiten wir mit Nachdruck daran, die industrielle Vorfertigung schnellstmöglich zu realisieren, um von Einschränkungen unabhängiger zu werden.

Wird die derzeitige Situation etwas an den Grundstücks- und Hauspreisen verändern?

Sinner: Als einer der Vorreiter des seriellen Bauens sind wir recht unabhängig von Entwicklungen einzelner Aspekte – unsere strikte Standardisierung federt vieles ab und bietet bewährte
Lösungen. Da überrascht uns erstmal wenig. Die Preise der „Traumhäuser“ sind daher stabil und werden es weiterhin bleiben. Wir haben es zu unserem credo gemacht, für
leistbares Wohnen zu sorgen – dazu stehen wir auch in Zukunft.

Zuletzt sprachen sie über höhere Kosten bei den Mehrfamilienhäusern. Wie haben sie dieses Problem gelöst?

Sinner: Die Traumhaus AG ist Spezialist für standardisiertes und serielles Bauen von Reihenhäusern und Doppelhaushälften. Vor etwa zwei Jahren haben wir unser Portfolio um den
Mehrgeschosswohnungsbau erweitern können. Dies hat dazu geführt, dass wir mehr architektonische Gestaltungsspielräume bei der Planung von Siedlungen bekommen haben.

Dass wir dies beherrschen, haben wir mehrfach unter Beweis stellen können. Im vergangenen Jahr haben wir zum ersten Mal unser oben beschriebenes Spezialgebiet verlassen müssen, weil in einigen
Mehrfamilienhäusern Tiefgaragen erforderlich wurden. Insbesondere der Baugrubenaushub muss an anderer Stelle abtransportiert werden. Wenn sie dafür bis zu 100 Kilometer fahren müssen, weil sie es
lokal nicht dürfen, dann führt dies zu Kostenüberschreitungen. Für die Zukunft haben wir uns auf größere Transportwege und damit Kosten eingestellt.

Wie sieht derzeit die Pipeline bei den Grundstücken aus?

Sinner: Wir haben im letzten Jahr für insgesamt 43 Millionen Euro Grundstücke akquirieren können, davon 32 Millionen Euro bereits mit Eigentumsübergang sowie der andere Teil aufschiebend
bedingt. Diese Pipeline entspricht etwa einem Verkaufsvolumen von 160 Millionen Euro. Und wir haben nicht nur den Vorrat an Liegenschaften deutlich steigern können, sondern konnten unsere
strategische Planung der regionalen Erweiterung und Diversifikation umsetzen.

Welches sind ihre nächsten Wachstumsziele, wenn die Pandemie-Krise einmal überstanden ist?

Sinner: Wir werden unseren bisherigen Weg konsequent weitergehen. Wir sehen mit unserem Geschäftsmodell des seriellen Bauens noch großes Potenzial, das durch die Inbetriebnahme unserer
Roboterfertigung von Mauerteilen nochmals an Fahrt gewinnen wird. Wir wollen und werden die Zahl an fertiggestellten und übergebenen Wohneinheiten in den nächsten Jahren veritabel steigern. Wir
sehen uns in dieser Rolle als ein Unternehmen, das sowohl dem Endkunden den bezahlbaren Wohnraum verschafft, als auch den Gemeinden durch unsere Siedlungskonzepte einen Mehrwert bietet.

Benötigen sie dafür frisches Geld?

Sinner: Die Traumhaus ist im August 2018 an die Börse gegangen, um schrittweise Möglichkeiten des Kapitalmarktes in Anspruch nehmen zu können. Dazu gehören Eigenkapitalmaßnahmen wie auch
Fremdkapitaloptionen. Neben den ersten Private Placements der Aktien ist noch ein öffentliches Angebot zur Aktienplatzierung vorgesehen, um die Eigenkapitaldecke nachhaltig zu stärken und auch den Freefloat für die Investoren attraktiver zu gestalten.

Sie haben 2019 rund 300 Hausübergaben durchführen können. Ist das auch ein Ziel für 2020?

Sinner: Ich hatte erwähnt, dass wir unsere Prognose zurückgezogen haben, weil mögliche Einschränkungen, die in Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie stehen, nicht im Detail vorhersehbar
sind. Was ich heute sagen kann, ist, dass wir nach derzeitigem Sachstand die positive Entwicklung weiterhin haben werden. Allein unser vertraglich gesicherter Auftragsbestand, mit dem wir in das
Jahr 2020 gestartet sind beträgt rund 85 Millionen Euro. Der Neuzugang an Aufträgen betrug im letzten Jahr sogar rund 100 Millionen Euro.

Vor der Krise notierte ihre Aktie bei rund 16 Euro, inzwischen liegt das Papier um die 11,50 Euro. Ist dieser Absturz nachvollziehbar?

Sinner: Der Aktienkursverlauf ist natürlich nicht befriedigend. Nun haben wir uns alle in einem durch die Pandemie bedingten Abwärtstrend bewegt. Davon sind nicht nur die Small- und
Midcap-Unternehmen betroffen, sondern auch die DAX-notierten Werte. Dennoch war in der Tat auch festzustellen, dass es eine zeitweilige Rückwärtsbewegung der Traumhaus Aktie gegeben hat, die schon
durch kleine Handelsvolumina, aufgrund der mangelnden Liquidität am Handelsmarkt, ausgelöst wird. Zwei Maßnahmen stehen in diesem Kontext im Vordergrund: Wie bereits erwähnt die Erhöhung des
freefloats und der intensivere Dialog mit unseren Investoren.

Für 2019 wird es eine Dividende von Traumhaus geben? Sinner: Wir werden in der Hauptversammlung einen Dividendenvorschlag für das abgelaufene Geschäftsjahr unterbreiten.

Dieses Interview ist eine Kooperation von wallstreet-online mit der Redaktion von www.4investors.de.

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Quelle: wallstreet-online.de

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