
Die globalen Märkte richteten ihr Augenmerk auf die jüngste Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Wie erwartet, beließ die Bank ihren Leitzins unverändert. Die Fed erklärte, ihre Entscheidungen für März würden von künftigen gesamtwirtschaftlichen Daten abhängen.
Analysten diskutierten die jüngsten Entwicklungen im Anschluss an die Pressekonferenz des Vorsitzenden der US-Notenbank, Jerome Powell.
Ryan Detrick, Chefmarktstratege der Carson Group, erklärte, die Entscheidung der Fed sei für die Märkte „keine Überraschung“ gewesen und deute im Wesentlichen auf eine vorhersehbare Pause hin. Laut Detrick sind Zinssenkungen möglicherweise erst nach dem Ende der Amtszeit von Fed-Chef Jerome Powell im Mai zu erwarten. Obwohl positive Signale vom Arbeitsmarkt bemerkenswert seien, bleibe die Inflation ein deutliches Problem, so Detrick. Er merkte zudem an, dass einige Fed-Vertreter möglicherweise versuchten, die Aufmerksamkeit der Trump-Regierung durch eine lockerere Geldpolitik zu gewinnen.
Sid Vaidya, ein Vermögensverwaltungsanalyst bei TD Securities, erklärte, dass die Betonung des starken BIP-Wachstums und einer stabilen Arbeitslosenquote durch die Fed Fragen darüber aufwirft, welchen Stellenwert die Bank der hohen Inflation einräumen wird. Laut Vaidya stützten die jüngsten Zinssenkungen zwar die Beschäftigung, doch die aktuelle Stellungnahme deutet darauf hin, dass die Fed ihren Fokus möglicherweise wieder verstärkt auf die Inflation richtet.
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Der Allspring-Analyst Matthias Scheiber erklärte, der sich stabilisierende Arbeitsmarkt und die anhaltende Inflation hätten die US-Notenbank (Fed) zu einer abwartenden Haltung veranlasst. Scheiber merkte an, die aktuellen Zinssätze lägen nahe dem neutralen Niveau und trügen dazu bei, sowohl die Beschäftigung zu stützen als auch die Inflation unter Kontrolle zu halten. Er warnte jedoch, dass erhöhte Investitionen und Kapitalausgaben infolge der Entwicklung künstlicher Intelligenz sowie steigende Rohstoffpreise, insbesondere für Industriemetalle, in diesem Jahr zu einer anhaltenderen Inflation führen könnten. Er fügte hinzu, die Märkte hätten bereits nur eine der beiden Ende letzten Jahres erwarteten Zinssenkungen eingepreist.
Auf einer Pressekonferenz betonte der Vorsitzende der US-Notenbank, Jerome Powell, die Schwäche des Wohnungsmarktes. Powell erklärte: „Aktuelle Indikatoren deuten darauf hin, dass die Wirtschaftstätigkeit weiterhin kräftig wächst. Die Konsumausgaben sind nach wie vor hoch, und die Investitionen in Sachanlagen steigen. Die Entwicklung des Wohnungsmarktes bleibt jedoch schwach.“ Andererseits wurde darauf hingewiesen, dass sich bis 2026 erste Anzeichen einer Erholung des Wohnungsmarktes abzeichnen. Laut der Mortgage Bankers Association (MBA) befinden sich die Hypothekenzinsen seit zwei Wochen auf dem niedrigsten Stand seit drei Jahren, und die Hypothekenanträge stiegen Mitte Januar im Vergleich zum Vormonat um 14 Prozent. Auch die Refinanzierungstransaktionen erreichten den höchsten Stand seit September 2025.
Analystin Audrey Child-Freeman erklärte, die Pressekonferenz der Fed habe ein optimistischeres Bild der US-Wirtschaft gezeichnet und die Möglichkeit einer Verlängerung der Pause im geldpolitischen Lockerungszyklus bestätigt. Laut Child-Freeman könnte dies zwar dem Dollar zyklische Unterstützung bieten, das Aufwärtspotenzial dürfte jedoch begrenzt und fragil bleiben, da sich der Dollar zu Jahresbeginn nicht im Einklang mit den kurzfristigen Fundamentaldaten entwickelt habe.
Dies ist keine Anlageberatung.
