
Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz ist besorgt über die Abschwächung des US-Dollars gegenüber dem Euro und hat die Europäische Zentralbank (EZB) aufgefordert, so schnell wie möglich einen digitalen Euro einzuführen.
Wenn der Euro gegenüber dem Dollar an Wert gewinnt, verteuert das deutsche Produkte für ausländische Käufer, erklärte Merz. Dadurch werden europäische Waren gegenüber Produkten aus den USA und anderen Ländern weniger wettbewerbsfähig. Dies verschärfe die Probleme, die durch internationale Spannungen und die Konkurrenz aus China entstehen, und belaste die deutsche Wirtschaft zusätzlich, so der Bundeskanzler. Er fügte hinzu, dass die starke Exportabhängigkeit des Landes insbesondere kleine Unternehmen belaste, denen es schwerfalle, sich gegen Wechselkursschwankungen abzusichern.
Merz sieht, wie Finanzminister Lars Klingbeil, die Einführung des digitalen Euro als Lösung. Beide sind überzeugt, dass die digitale Währung der EZB den Euro weltweit stärken und Europas Abhängigkeit vom US-Dollar verringern wird. Merz glaubt, dass ein digitaler Euro dazu beitragen wird, die Wettbewerbsfähigkeit der EU auf dem Weltmarkt zu erhalten und die negativen Auswirkungen von Währungsschwankungen auf Europa abzumildern.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte zuvor angekündigt, dass die Vorbereitungen für die Einführung des digitalen Euro im Oktober 2025 beginnen würden, dies hänge jedoch von den europäischen Gesetzgebern ab. Eine digitale Zentralbankwährung muss das Vertrauen der Nutzer gewinnen, die Datenschutzgarantien benötigen. Gleichzeitig muss der digitale Euro Geldwäsche, illegale Finanzierung und Steuerhinterziehung verhindern; all dies muss gesetzlich verankert werden.
Eine Gruppe von 68 Ökonomen forderte kürzlich das Europäische Parlament auf, die Einführung eines digitalen Euros zu beschleunigen, da sie befürchten, dass das Zahlungssystem der EU von US-Unternehmen wie Visa, Mastercard und PayPal sowie von an den US-Dollar gekoppelten Stablecoins übernommen werden könnte.
