
Ein Gericht in Lyon hat drei Verdächtige wegen der Entführung eines Rentners in Untersuchungshaft genommen. Die Entführer hatten den Mann irrtümlich für den Vater eines Krypto-Millionärs gehalten. Das geforderte Lösegeld für den 74-jährigen Sohn des Franzosen war in Kryptowährung.
Laut Aktenlage brachen Kriminelle am 25. Januar in das Haus eines älteren Mannes ein. Drei 17-jährige Jugendliche, die ein Nebengebäude gemietet hatten, befanden sich ebenfalls im Haus. Alle drei wurden gefesselt, ihre Handys beschlagnahmt und der ältere Mann in einem Auto weggebracht. Gegen 16:00 Uhr wurde er im Hinterzimmer einer Bar in Valencia festgehalten und gefoltert: Ihm wurden Schnittwunden im Gesicht zugefügt und ein Finger abgetrennt.
Die Verdächtigen forderten drei Millionen Euro in Kryptowährung, da sie den Sohn des Mannes für einen Millionär hielten. Um das Lösegeld zu erpressen, filmten sie Gewaltszenen und schickten diese verschlüsselt an den Sohn des Opfers. Als die Angreifer erkannten, dass der Mann, von dem sie Geld forderten, lediglich ein Webentwickler und kein bedeutender Krypto-Investor war, fuhren sie den älteren Franzosen zur Autobahn und ließen ihn dort frei.
Die männlichen Verdächtigen wurden auf derselben Autobahn festgenommen. Die Strafverfolgungsbehörden klagten sie wegen Entführung und Geiselnahme im Rahmen einer organisierten Gruppe, Folter, organisierten Raubes und anderer Delikte an.
Dies ist bei Weitem nicht der erste brutale Angriff auf Kryptowährungsanleger in Frankreich. Nach mehreren Entführungen und Diebstählen von Krypto-Wallets nahm die Polizei eine Steuerbeamtin fest. Die Frau steht im Verdacht, Informationen über große Kryptowährungsbesitzer an kriminelle Gruppen weitergegeben zu haben. Wenige Wochen später drangen Hacker in Waltio ein, eine französische Steuerplattform, auf der Anleger ihre Kryptowährungstransaktionen melden. Die französischen Behörden äußerten die Befürchtung, dass die gestohlenen Waltio-Daten eine neue Welle von Angriffen auf vermögende Privatpersonen auslösen könnten.
