Umfrage: Risikokapitalgeber wenden sich von DeFi ab und konzentrieren sich stattdessen auf die Kerninfrastruktur.

Bild

Großinvestoren investieren bevorzugt in die zugrundeliegende Blockchain-Infrastruktur anstatt in DeFi-Anwendungen. Laut einer Umfrage von CfC St. Moritz liegt dies an Problemen mit der Liquidität und Zuverlässigkeit des Systems selbst.

An der Umfrage nahmen insgesamt 242 Personen teil. Zu den Befragten gehörten institutionelle Anleger, Gründer und Topmanager führender Kryptoprojekte, Regulierungsbehörden und Family-Office-Manager.

85 % der Befragten nannten die Infrastrukturentwicklung als ihre oberste Investitionspriorität. Diese Priorität lag nicht nur vor DeFi, sondern auch vor so wichtigen Bereichen wie Compliance, Cybersicherheit und der Verbesserung der Benutzererfahrung.

Trotz anhaltenden Optimismus hinsichtlich Umsatzwachstum und Innovation sehen die Befragten Liquiditätsengpässe als das dringlichste Risiko für die gesamte Branche.

Liquidität

Angesichts der Liquiditätssorgen nannten die Befragten zwei wesentliche Hindernisse für institutionelles Kapital:

  1. Unzureichende Markttiefe.
  2. Begrenzter Durchsatz von Abrechnungssystemen.

Ihrer Ansicht nach sind es genau diese „Engpässe“, die den Zustrom großer Akteure behindern.

Quelle: CfC St. Moritz.

Rund 84 % der Teilnehmer bewerteten die makroökonomischen Bedingungen als günstig für die Entwicklung der Kryptoindustrie. Sie betonten jedoch, dass die aktuelle Marktinfrastruktur noch nicht für wirklich große Kapitalvolumina ausgelegt sei.

Stimmungen

Die Umfrage verzeichnete auch einen Stimmungswandel. Die meisten erwarten zwar eine Beschleunigung des technologischen Fortschritts im Jahr 2026, doch sagten deutlich weniger Befragte im Vergleich zum Vorjahr ein explosionsartiges Wachstum voraus.

CfC St. Moritz ist der Ansicht, dass dies auf eine Reifung der Branche hindeutet: Der Fokus verlagert sich von spekulativen Erwartungen hin zur schrittweisen und pragmatischen Implementierung bestehender Technologien.

Dieser Trend deckt sich voll und ganz mit den beobachteten Veränderungen in der Branche. Anstatt sich auf Verbraucheranwendungen zu konzentrieren, fokussieren sich Investitionen und Entwicklungen auf grundlegende Themen: die Schaffung zuverlässiger Verwahrungslösungen, effizienter Clearing-Systeme, ausfallsicherer Infrastruktur für Stablecoins und eines Rechtsrahmens für die breite Tokenisierung von Vermögenswerten.

Verordnung

Die Umfrage ergab zudem eine Verbesserung der Wahrnehmung des US-amerikanischen Regulierungsrahmens. Die USA belegten den zweiten Platz unter den günstigsten Standorten für digitale Vermögenswerte, direkt hinter den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Quelle: CfC St. Moritz.

Experten sind der Ansicht, dass der Fortschritt in direktem Zusammenhang mit dem Erlass des Genius Act und der Entwicklung klarerer Regeln für Banken und regulierte Finanzinstitute steht, die mit digitalen Vermögenswerten arbeiten (Clarity Act).

Gleichzeitig hat der Optimismus hinsichtlich Krypto- IPOs merklich nachgelassen. Im vergangenen Jahr gab es eine Reihe von Börsengängen, darunter Circle, BitGo, Bullish und Gemini.

Während die meisten Marktteilnehmer weiterhin mit neuen Börsengängen rechnen, äußern deutlich weniger Vertrauen in die Fortsetzung des Booms. Sie nannten die globale Neubewertung von Vermögenswerten und anhaltende strukturelle Beschränkungen der Marktliquidität als Gründe für ihre Vorsicht.

Zur Erinnerung: Laut einem Bericht von JPMorgan setzen die größten Family Offices der Welt auf künstliche Intelligenz und lassen Kryptowährungen außen vor.

Die wichtigsten Themen des Monats: digitales (Nicht-)Gold, die Dynamik von Vermögenswerten und der Grok-Skandal

No votes yet.
Please wait...

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *