
Trotz der „beunruhigenden Ähnlichkeiten“ der jüngsten Preisentwicklung mit den Ausverkäufen der Jahre 2018 und 2022 ist ein starker Rückgang um 80 % von den Höchstständen laut einem Bericht des K33 Research-Analysten Vetle Lunde unwahrscheinlich.
Bitcoin ist seit seinem Höchststand von rund 126.000 US-Dollar im Oktober 2025 um etwa 40 % gefallen. Allein in der vergangenen Woche hat die Kryptowährung angesichts der weltweit zunehmenden Risikoaversion 11 % an Wert verloren, wie der Experte feststellte.
Dieses Marktbild mag Erinnerungen an frühere tiefgreifende Korrekturen innerhalb von Vierjahreszyklen geweckt haben. Lunde ist jedoch der Ansicht, dass sich die aktuelle Situation aufgrund institutioneller Maßnahmen, regulierter Produkte und sinkender Zinsen von früheren größeren Abschwüngen unterscheidet.
Die Befürchtungen einer Wiederholung des Zyklus könnten sich jedoch selbst erfüllen, warnte der Analyst. Langfristig orientierte Anleger reduzieren nun ihre Positionen, um Gewinne zu realisieren, und neue Investoren zögern, in den Markt einzusteigen, wodurch der Verkaufsdruck zunimmt.
Selbst in einer solchen Situation rechnet K33 nicht mit einer tiefgreifenden Korrektur wie in früheren Bärenmärkten. Dies wird durch die positiven makroökonomischen Fundamentaldaten und das Fehlen „gefährlicher“ Marktteilnehmer wie FTX oder Terra begünstigt.
Nähert sich der Tiefpunkt?
Gleichzeitig traten mehrere Indikatoren auf, die traditionell mit Markttiefs in Verbindung gebracht werden. Am 2. Februar überstieg das 90. Perzentil des Bitcoin-Spot-Handelsvolumens 8 Milliarden US-Dollar. Parallel dazu fielen die offenen Positionen und die Finanzierungsraten nach einer Welle von Long-Liquidationen an den Derivatemärkten deutlich in den negativen Bereich.
Das Zusammentreffen dieser Faktoren ging in der Vergangenheit häufig mit einem Trendwechsel einher, erklärte Lunde. Die Signale seien jedoch nicht eindeutig: Ähnliche Extremwerte seien auch bei „falschen“ Aufschwüngen und Pausen in der Zyklusmitte beobachtet worden.
Laut Expertenberechnungen liegt die entscheidende Unterstützungszone bei rund 74.000 US-Dollar. Ein Durchbruch unter diese Marke könnte den Abwärtstrend bis zum Höchststand vom November 2021 bei etwa 69.000 US-Dollar beschleunigen. Längerfristig könnte die Korrektur bis zum 200-Wochen-Durchschnitt bei etwa 58.000 US-Dollar anhalten.
„Wir werden schnell reagieren, falls das aktuelle Unterstützungsniveau durchbrochen wird, aber wir erwarten keine Wiederholung der Ereignisse von 2018 oder 2022. Vielmehr betrachten wir die aktuellen Preise als attraktive Einstiegspunkte für jeden Anleger mit einer langfristigen Anlagestrategie“, betonte Lunde.
Zur Erinnerung: Analyst Ted Pillows wies darauf hin, dass der Bitcoin-Kurs im Wochenchart unter den 100- Tage-EMA gefallen ist. In der Vergangenheit kündigte dieses Signal einen deutlichen Kursverfall an.
