
Am 6. Februar fiel der Bitcoin-Kurs auf 60.000 US-Dollar und erreichte damit erneut das Tief vom September 2024. Anschließend erholte sich der Kurs teilweise und pendelte sich im Bereich von 65.000 bis 66.000 US-Dollar ein.

Binance-Chart (15 Minuten) zum Kursverlauf von BTC/USDT. Quelle: TradingView.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert Bitcoin bei rund 65.000 US-Dollar.
Nach dem Hype um „digitales Gold“ brachen die Kurse von Altcoins ein: Ethereum fiel aktuell auf 1756 US-Dollar, Solana auf 70 US-Dollar und BNB auf 574 US-Dollar. Die gesamte Marktkapitalisierung sank um 6,1 % auf 2,3 Billionen US-Dollar.

Quelle: CoinGecko.
Der drastische Kurssturz löste eine Kaskade von Liquidationen aus. Laut CoinGlass belief sich das tägliche Volumen der erzwungenen Schließungen auf 2,59 Milliarden US-Dollar. Den größten Anteil daran hatten Long-Positionen mit einem Volumen von 2,11 Milliarden US-Dollar.

Quelle: CoinGlass.
Der beliebte Stimmungsindikator fiel auf 9 Punkte („extreme Angst“). Dies sind die niedrigsten Werte seit Einführung der Kennzahl Mitte 2023.

Index für Angst und Gier im Kryptowährungsbereich. Quelle: Alternative.
Der perfekte Sturm
Vincent Liu, Chief Investment Officer bei Kronos Research, bezeichnete die aktuelle Situation als „perfekten Sturm“. Seinen Angaben zufolge haben sich drei Faktoren am Markt zusammengefunden:
- Liquidation von Positionen mit hohem Hebel;
- Kapitalabflüsse aus ETFs und institutionellen Fonds;
- Die Flucht der Anleger vor Risiken vor dem Hintergrund der makroökonomischen Lage.
„Das ist klassischer Schuldenabbau: aggressiver und schneller Verkauf aus emotionalen Gründen. Der Bitcoin-Surrender-Index verzeichnete den zweitstärksten Anstieg seit zwei Jahren“, bemerkte Liu.
Er ist der Ansicht, dass es für den Beginn einer Bitcoin-Erholung notwendig ist, die Spanne von 58.000 bis 60.000 US-Dollar beizubehalten und auf eine Stabilisierung der fundamentalen Rahmenbedingungen zu warten.
Die BTC Markets-Analystin Rachel Lucas fügte hinzu, dass Händler auf Kapitalerhalt umgestiegen seien und aufgehört hätten, bei Kursrückgängen zu kaufen.
Institutionelle Anleger und ETFs
Spot-Bitcoin-ETFs verzeichnen Kapitalabflüsse: Am 3. und 4. Februar verloren die Fonds über 900 Millionen Dollar.

Quelle: SoSoValue.
Gleichzeitig bleibt die Handelsaktivität hoch: Das Handelsvolumen der Anteile des BlackRock IBIT-Fonds erreichte einen Rekordwert von 10 Milliarden US-Dollar, trotz eines Kursrückgangs von 13 Prozent, berichtete Eric Balčunas, leitender Analyst bei Bloomberg.
$IBIT hat seinen Tagesvolumenrekord mit einem Handelsvolumen von 10 Milliarden US-Dollar deutlich übertroffen, während der Kurs um 13 % fiel – der zweitstärkste Tagesverlust seit Börsengang. Brutal. pic.twitter.com/HxMDl9fxbW
— Eric Balchunas (@EricBalchunas) 5. Februar 2026
Die Experten von CryptoQuant warnten vor einer „umfassenden strukturellen Schwäche“ des Marktes. Die institutionelle Nachfrage hat sich deutlich umgekehrt, und der Bull Score Index ist auf null gefallen. Technische Indikatoren bestätigen den Abwärtstrend: Bitcoin notiert erstmals seit März 2022 unter dem 365-Tage-Durchschnitt.
Analysten stellten fest, dass die aktuelle Unterstützungszone im Bereich von 60.000 bis 70.000 US-Dollar mit den Kosten für das Mining von Coins (65.000 bis 70.000 US-Dollar) übereinstimmt.
Signal zur Erholung?
Trotz des Pessimismus deuten einige On-Chain-Indikatoren auf ein steigendes Käuferinteresse hin. Analysten von Darkfost stellten einen erhöhten Zufluss von Stablecoins an der Börse fest.
Stablecoin-Zuflüsse verdoppeln sich trotz anhaltenden Verkaufsdrucks
„Positives Signal, da es zeigt, dass das Interesse der Anleger auf diesem Korrekturniveau allmählich zurückkehrt.“ – Von @Darkfost_Coc
Lesen Sie die vollständige Analyse ⤵️https://t.co/meVXiwiKRX pic.twitter.com/JUALrZNGXE
— CryptoQuant.com (@cryptoquant_com) 6. Februar 2026
Ende Dezember betrug das durchschnittliche wöchentliche Einlagenvolumen 51 Milliarden US-Dollar. Inzwischen ist es auf 98 Milliarden US-Dollar angewachsen und übertrifft damit den gleitenden 90-Tage-Durchschnitt (89 Milliarden US-Dollar).
Laut dem Experten deutet dies auf eine Reaktivierung des Kapitals hin: Investoren haben begonnen, die Abflüsse aufzukaufen, obwohl der Druck der Verkäufer noch zu stark ist, um das Angebot vollständig aufzunehmen.
Darkfost stellte fest, dass Bitcoin sich dem Korrekturniveau von 50 Prozent vom Oktoberhoch aus stetig annähert.
„Das ist ein positives Signal. Das Interesse der Marktteilnehmer kehrt bei den aktuellen Preisniveaus allmählich zurück“, resümierte der Analyst.
Zur Erinnerung: Am 3. Februar schloss der Analyst Vetle Lunde von K33 Research einen Preisverfall von 80 % aus. Später bezeichnete der Technologieanalyst Peter Brandt den Kursverfall der ersten Kryptowährung als „geplante Kampagne“ großer Marktteilnehmer.
