
Die amerikanische Kryptowährungsbörse Gemini hat ihren Rückzug vom europäischen, britischen und australischen Markt bekannt gegeben. Das Unternehmen teilte außerdem mit, seine Belegschaft um 25 % reduziert zu haben.
Die Geschäftstätigkeit in Großbritannien, der EU und Australien erwies sich laut Börsenvertretern als problematisch, da sie mit hoher organisatorischer und operativer Komplexität, steigenden Kosten und einer Verlangsamung der Geschäftsprozesse einherging. Ein Hauptgrund dafür war ihrer Aussage nach die mangelnde Nachfrage, die eine Präsenz des Unternehmens in diesen wichtigen Regionen gerechtfertigt hätte. Letztendlich entschied sich die Börse, sich auf ihren Heimatmarkt, die USA, zu konzentrieren und mit Marktführer Coinbase zu konkurrieren.
Gemini begründete die Entlassungen mit der „Prozessautomatisierung mithilfe künstlicher Intelligenz“. Das Unternehmen behauptet, dass KI die Prozesseffizienz um das Hundertfache gesteigert habe.
Gemini hat zugesagt, Ressourcen in die Entwicklung seiner Prognoseplattform Gemini Predictions zu investieren, die im Dezember 2025 starten soll und dem Marktführer, der Blockchain-Plattform Polymarket, ähnelt. Gemini ist überzeugt, dass Prognosemärkte die Kapitalmärkte hinsichtlich ihres Umfangs langfristig übertreffen könnten.
Im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen Ende 2024 stieg das Handelsvolumen auf Prognosemärkten im Vergleich zum Vorquartal um 565,4 % auf 3,1 Milliarden US-Dollar. Laut Dune lag das tägliche Handelsvolumen im Januar 2026 zwischen 277 Millionen und 550 Millionen US-Dollar. Polymarket hält derzeit über 37 % des täglichen Handelsvolumens, während der Konkurrent Kalshi über 26 % kontrolliert.
Geminis Entscheidung, das Geschäft und die Belegschaft zu reduzieren, erfolgte, nachdem die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde (SEC) im Januar 2026 ihre Zivilklage gegen Gemini abgewiesen und klargestellt hatte, dass sie nicht aus denselben Gründen erneut eingereicht werden könne.
Ende Januar wurde bekannt gegeben, dass die Gemini-Tochtergesellschaft Nifty Gateway, eine der ersten Plattformen für die Einführung von Non-Fungible Tokens (NFTs), ihren Betrieb am 23. Februar einstellen wird.
