Südkorea leitet Untersuchung gegen Bithumb nach Bitcoin-„Verteilung“ ein

Laut Yonhap hat der südkoreanische Finanzaufsichtsdienst (FSS) eine routinemäßige Inspektion der Kryptobörse Bithumb zu einer umfassenden Untersuchung ausgeweitet, nachdem Nutzern irrtümlicherweise 620.000 BTC (etwa 43,1 Milliarden US-Dollar) berechnet wurden.

Ein Vertreter der Regulierungsbehörde teilte der Behörde mit, dass die Behörde bei jeglichen Handlungen, die die Marktordnung untergraben, harte Maßnahmen ergreifen werde.

Der Fehler trat am 6. Februar während einer Werbeaktion auf. Ein Mitarbeiter der Website verwechselte die Währungssymbole und gab Bitcoin anstelle des koreanischen Won als Belohnungseinheit an.

Die Gebühren überstiegen die tatsächlichen Reserven der Börse um ein Vielfaches. Zum Zeitpunkt des Vorfalls hielt Bithumb lediglich etwa 46.000 BTC in seinen Wallets.

Anschließend brach der Bitcoin-Wechselkurs gegenüber dem Won auf der Plattform um 15 % ein.

Die Börse meldete, dass 99,7 % der falsch zugeordneten Vermögenswerte zurückerlangt wurden. Rund 125 BTC konnten nicht zurückerlangt werden.

Das Unternehmen versprach, betroffenen Kunden 110 % ihrer Verluste zu erstatten und die internen Kontrollsysteme zu stärken. Bithumb wird außerdem einen Nutzerschutzfonds in Höhe von 100 Milliarden Won (68 Millionen US-Dollar) einrichten.

Politische Konsequenzen

Der Vorfall hat scharfe Kritik vonseiten der Abgeordneten hervorgerufen. Die Abgeordnete Na Kyung-won erklärte, die Situation habe das Problem des Handels mit „nicht existierenden Vermögenswerten“ offengelegt.

„Wenn eine Börse lediglich Zahlen in einem internen Register ändert, ohne dass tatsächlich Gelder auf der Blockchain fließen, verkauft sie Bitcoins, die ihr nicht gehören. Diese Situation birgt das Risiko eines Marktzusammenbruchs“, sagte sie.

Die regierende Demokratische Partei Südkoreas hat Pläne angekündigt, den Anteil einzelner Aktionäre an Kryptobörsen auf 15–20 % zu begrenzen. Die Branche hatte sich zuvor gegen die Initiative ausgesprochen, da sie befürchtete, diese würde das Marktwachstum bremsen.

Die Finanzbehörden diskutieren außerdem die Einführung einer ähnlichen rechtlichen Haftung für Krypto-Plattformen wie für traditionelle Finanzinstitute.

Zur Erinnerung: Im Jahr 2024 wurde der ehemalige CEO der Bithumb Holdings, der Muttergesellschaft der Börse, Ahn Seong-hyun, wegen Betrugs verurteilt. Im Jahr 2025 setzten die Strafverfolgungsbehörden ihre Ermittlungen gegen den ehemaligen Direktor der Plattform, Kim Dae-sik, fort.

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