
Die Forschungsplattform Castle Labs veröffentlichte Kernaussagen aus einem Interview mit Jeff Yan, Mitgründer von Hyperliquid. Die zentrale Botschaft des Entwicklers lautet, dass Hyperliquid nicht als traditionelles Unternehmen betrachtet werden sollte. Es handelt sich vielmehr um eine Sammlung von Grundbausteinen und ein autonomes Protokoll.
Im Mittelpunkt des Gesprächs stand insbesondere der $HYPE- Airdrop, der laut Jeff frühe Nutzer zu „bedeutenden Anteilseignern des Netzwerks“ gemacht hat. Er betonte, dass die Verteilung keine „Geste der Großzügigkeit“ war, sondern vielmehr eine Folge des Mangels an Risikokapitalfinanzierung: Die Belohnungen gingen an Privatanleger, die im Jahr 2024 für Liquidität und Netzwerkeffekte sorgten.
Anders als die ersten ChatGPT-Nutzer, die das Produkt erhielten, wurden die ersten Teilnehmer von Hyperliquid Miteigentümer eines Anteils am Protokoll. Laut dem Entwickler entstand so ein loyales Ökosystem, das von einigen Kritikern als „Kult“ bezeichnet wird.
Jeff äußerte sich zur Debatte über die Effektivität von Token-Rückkaufprogrammen und erklärte, dass Hyperliquid keinen Ermessens-Rückkauf durchführt. Gebühren werden automatisch in $HYPE umgewandelt und durch die Ausführungslogik der Blockchain verbrannt. Dieser Prozess ist integriert und erfordert kein manuelles Eingreifen. Er betonte: „Hyperliquid ist kein Unternehmen“, sondern ein Protokoll mit einer autonomen Architektur.
Laut Jeff beschäftigt Hyperliquid Labs nur etwas mehr als zehn Mitarbeiter, während zentralisierte Börsen große Teams für Tokenisierung, Liquidität, TradFi-Feed-Integration und Multisig-Management benötigen. Anders als zentralisierte Börsen übernimmt das Protokoll diese Funktionen nicht direkt, sondern stellt Infrastrukturbausteine bereit, die es jedem Teilnehmer ermöglichen, Vermögenswerte auf verschiedene Weise zu tokenisieren. Dieser Ansatz ist laut Entwickler zwar langsamer im Aufbau, führt aber zu einem robusteren und skalierbareren System.
Das strategische Ziel ist die Einführung von Perpetual-Futures-Mechanismen ohne Genehmigungspflicht für alle liquiden Instrumente: Metalle, Aktien, Rohstoffe und andere Vermögenswerte mit einem entwickelten Derivatemarkt. Jeff merkte an, dass Perpetual Futures nichts Einzigartiges seien und daher auf die meisten liquiden Instrumente angewendet werden könnten.
Jeff Yang erläuterte seine philosophische Position: Das Finanzsystem müsse auf die Blockchain migriert werden, sonst könne es mit der technologischen Entwicklung nicht Schritt halten. Er brachte dies mit der rasanten Entwicklung der KI in Verbindung. Der Entwickler betonte, sein Ziel sei nicht, „Geschichte zu schreiben“, sondern ein System zu schaffen, das für immer genutzt werden könne.
