
Dash entwickelt Datenschutz seit vielen Jahren als Teil seiner Vision. Das Projekt bietet seit 2014 optionale Datenschutzfunktionen auf Protokollebene und gehört damit zu den am längsten bestehenden datenschutzfähigen Blockchains.
Die Dash-Entwickler haben kürzlich angekündigt, dass sie an der Integration des Orchard-Protokolls in die Dash-Plattform (Evolution) arbeiten, um Transaktionen auf der Plattform optional datenschutzfreundlicher zu gestalten. Wichtig zu verstehen ist: Die Dash-Plattform ist eine separate Blockchain, die eng mit der Haupt-Zahlungs-Blockchain von Dash verknüpft ist.
Die Plattform wurde entwickelt, um die Funktionalitäten von Dash über Zahlungen hinaus zu erweitern. Sie unterstützt Benutzernamen über den Dash Platform Name Service, Datenverträge, dezentrale Speicherung, Token- und NFT-Ausgabe sowie eine dAPI – alles nativ auf Protokollebene.
Dash hat in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte im Bereich Datenschutz erzielt, sowohl durch die Verbesserung bestehender Mechanismen als auch durch die Integration neuer Ansätze wie vertraulicher Transaktionen. Datenschutztechnologien in Kryptowährungen haben sich mittlerweile von einem Nischenthema zu einer grundlegenden Anforderung entwickelt.
„Der Mangel an Privatsphäre könnte das fehlende Glied für die Akzeptanz von Kryptowährungszahlungen sein“, sagt Changpeng Zhao, Mitbegründer der Kryptowährungsbörse Binance.
Orchard repräsentiert den aktuellen Stand der Technik in diesem Bereich: Zero-Knowledge-Beweise, die keine vertrauenswürdige Einrichtung erfordern, rekursive Beweiskomposition unterstützen und bereits im Zcash-Mainnet verifiziert wurden.
Samuel Westrich, CTO der Dash Core Group, merkte an, dass das Team die Forschung von Zcash zum Zero-Knowledge-Beweis seit dem Erscheinen der ersten wissenschaftlichen Arbeiten im Jahr 2014 verfolgt.
Die Integration von Orchard zielt speziell auf die Dash-Plattform ab, und das ist aus zwei Gründen wichtig.
Erstens könnte die Architektur der Plattform eine effizientere mobile Datensynchronisierung für Orchard ermöglichen. Westrich erklärte, das Team plane, in den kommenden Wochen zu testen, ob das Blockchain-Design der Plattform eine schnellere Synchronisierung auf Mobilgeräten ermögliche – eine bisherige Schwäche von ZK-basierten Systemen.
Sollte sich dies bestätigen, würde Dash eine der größten Hürden für die Benutzerfreundlichkeit beseitigen, die die Akzeptanz von Datenschutzfunktionen bei mobilen Geldbörsen branchenweit jahrelang behindert hat. Darüber hinaus wäre dies eine Eigenentwicklung von Dash und nicht lediglich eine „einfache Übernahme“ der Technologie von Orchard.
Zweitens bietet die geplante Erweiterung der Plattform um tokenisierte Vermögenswerte eine vielversprechende Chance, die Dash Platform vom breiteren Markt abheben könnte. Der Datenschutz auf der Plattform gilt nicht nur für Credits (die durch Dash gedeckte Kontoeinheit für Gebühren und Transaktionen auf der Dash Platform), sondern ist auf alle auf der Dash Platform ausgegebenen Vermögenswerte skalierbar.
Token-Emittenten auf der Plattform werden den Nutzern ein Maß an Transaktionsprivatsphäre bieten können, das mit dem von Orchard in Zcash für geschützte Überweisungen vergleichbar ist – eine Fähigkeit, die derzeit nur wenige, wenn überhaupt, Plattformen auf Protokollebene bieten.
