
Matt Corallo, Entwickler von Bitcoin Core, erklärte im Unchained-Podcast, dass der Grund für das schleppende Wachstum der ersten Kryptowährung nicht in der hypothetischen Bedrohung durch Quantencomputer liege, die die Bitcoin-Blockchain hacken könnten – die Community suche lediglich nach einem Sündenbock, dem sie die Schuld für den Niedergang von BTC geben könne.
Laut seiner Aussage würde eine tatsächliche Besorgnis der Investoren hinsichtlich Quantenangriffen das Interesse an Ethereum steigern. Die Ethereum Foundation hatte zuvor angekündigt, die Widerstandsfähigkeit des Netzwerks gegenüber Quantenangriffen zu verbessern und gleichzeitig die Interoperabilität zwischen verschiedenen Netzwerken zu entwickeln. Nach einem massiven Markteinbruch im Oktober ist der Kurs von Ethereum jedoch um 58 % gefallen und notiert aktuell bei über 1.957 US-Dollar, mit einer Marktkapitalisierung von rund 237 Milliarden US-Dollar.
Carallo merkte an, dass Quantencomputing ein langfristiges Risiko für Bitcoin darstellt, Marktteilnehmer es aber nicht als unmittelbare Bedrohung ansehen. Er glaubt, die aktuelle Schwäche von BTC sei auf den Wettbewerb um Investitionskapital zurückzuführen, da ein erheblicher Teil der Mittel in die Entwicklung künstlicher Intelligenz fließe.
Nicht alle Vertreter der Kryptoindustrie teilen diese Einschätzung. Charles Edwards, Gründer des Hedgefonds Capriole Investments, argumentierte, dass das Risiko von Quantenangriffen bereits teilweise im Bitcoin-Kurs eingepreist sei, solange die Entwickler keine wirksamen Sicherheitsmaßnahmen anbieten.
Der kanadische Unternehmer Kevin O'Leary merkte bereits an, dass der Einsatz von Quantencomputern zum Hacken von Bitcoin im Vergleich zu ihren Anwendungsmöglichkeiten, beispielsweise in der medizinischen Forschung, unpraktisch erscheint. Gleichzeitig räumte er ein, dass große Unternehmen möglicherweise vorsichtig sind, in Bitcoin zu investieren, da sie von den Entwicklern die Gewährleistung des Schutzes des Netzwerks vor potenziellen Quantenbedrohungen erwarten.
