
Die Idee, den Blockraum der ersten Ebene in eine standardisierte Ware zu verwandeln, erscheint verfrüht.
Matt Hougan, Chief Investment Officer von Bitwise, glaubt, dass das Verhalten institutioneller Anleger auf eine Trendwende hindeutet.
Kapitalallokation in führenden Blockchains
Laut dem Topmanager würde eine echte Standardisierung der Infrastruktur zu einer gleichmäßigeren Kapitalverteilung führen. Entwickler starten die überwiegende Mehrheit ihrer Projekte jedoch auf einer begrenzten Anzahl von Plattformen. Ethereum und Solana stechen dabei besonders hervor.
Der Experte stellte ein nahezu völliges Desinteresse an der Entwicklung von Netzwerken außerhalb der Top 20 nach Marktkapitalisierung fest. Führende Blockchains behalten weiterhin ihre Spitzenposition in Bezug auf Liquidität und Aktivität der Kryptoindustrie.
Neue Tier-1-Netzwerke konkurrieren aktiv durch sinkende Transaktionskosten. Hougan lieferte eine einfache Erklärung für die derzeit niedrigen Gebühren: Die Marktführer haben mehr Durchsatz geschaffen, als der Markt aktuell nutzen kann. Dies ist der Hauptgrund für die minimalen Gebühren.
Das gegenwärtige Gleichgewicht könnte sich jedoch als vorübergehend erweisen. Eine Skalierung des Marktvolumens von Stablecoins und des dezentralen Finanzsektors auf 1 Billion US-Dollar wird die Situation grundlegend verändern. Der CEO von Bitwise betonte die große Unsicherheit hinsichtlich der Folgen eines solch starken Nachfrageanstiegs.
Der Ausbau der Finanzinfrastruktur zur Unterstützung tokenisierter Vermögenswerte wird die bestehenden Kapazitäten schnell erschöpfen. Infolgedessen könnte ein solches Szenario das gesamte Wirtschaftsmodell führender Blockchains grundlegend verändern.
Der Einfluss von Prognosemärkten auf die Datenverfügbarkeit
Neben Infrastrukturproblemen sprach Hougan auch das Thema Insiderhandel auf Prognoseplattformen für Kryptowährungen an. Der Experte wies die diesbezüglichen Bedenken als grundlegend unbegründet zurück.
Solche Plattformen stellen eine marktwirtschaftliche Erweiterung der Regeln für faire Offenlegung dar. Sie gewährleisten Chancengleichheit für alle Teilnehmer. In der Vergangenheit haben Regulierungsbehörden Vorschriften erlassen, um die selektive Weitergabe von Informationen an privilegierte Anleger zu verhindern. Offene Plattformen fördern dieses Prinzip, indem sie die Wahrscheinlichkeit wichtiger Ereignisse öffentlich einschätzen.
Früher profitierten Hedgefonds von entscheidenden politischen Ereignissen. Fondsmanager engagierten Berater, um vertrauliche Informationen zu beschaffen. Heute können Privatanleger Wahrscheinlichkeiten in Echtzeit auf Plattformen wie Polymarket verfolgen (Link zu Matt Hougans Originalbeitrag in X). Dies gilt auch für die mögliche Verabschiedung wichtiger Branchengesetze.
Auf liquiden Plattformen übertreffen diese Kennzahlen häufig die Analysen von Lobbyisten. Der Experte räumte die Risiken ein und wies auf die Notwendigkeit strenger Kontrollen des Insiderhandels hin. Der Gesamteffekt digitaler Plattformen bleibt jedoch weiterhin äußerst positiv.
Experten reduzieren die aktuelle Debatte auf zwei Aspekte. Der erste betrifft die Standardisierung von Netzwerken der ersten Schicht. Der zweite betrifft die Entstehung unfairer Vorteile auf Prognoseplattformen. Beide Themen stehen in direktem Zusammenhang mit der Machtverteilung im Finanzsystem.
Die Konzentration institutioneller Gelder in führenden Blockchains spiegelt die objektive wirtschaftliche Realität wider. Offene Prognosemärkte werden zu einem seltenen Beispiel für den Abbau von Informationsasymmetrien für Privatanleger.
Der Beitrag „Bitwise Investment Director erklärt die Marktdominanz von Ethereum und Solana Networks“ erschien zuerst auf BeInCrypto.
