
Laut Analysten von NYDIG nimmt die Zahl vielversprechender Krypto-Projekte ab, und das Kapital konzentriert sich auf Blockchain-Lösungen für das traditionelle Finanzwesen.
Investorenprioritäten und der Niedergang von Web3
Der Forschungsleiter des Unternehmens, Greg Cipolaro, identifizierte Bereiche mit weiterem Potenzial:
- Bitcoin und Stablecoins;
- tokenisierte Vermögenswerte;
- Teil der DeFi-Infrastruktur;
- Basisnetzwerke (L1) wie Ethereum.
Das Interesse von Investoren an Kryptospielen, Metaverses und dezentralen sozialen Netzwerken hat merklich nachgelassen. Es stellte sich heraus, dass zentralisierte Alternativen schneller, kostengünstiger und effizienter funktionieren.
Laut Cipolaro eignen sich die Eigenschaften offener Netzwerke ideal für Geldtransaktionen. Die meisten alltäglichen Anwendungen benötigen kein globales, unveränderliches Hauptbuch. Das Konzept von Web3 im weitesten Sinne gehört daher allmählich der Vergangenheit an.
Das Marktverhalten bestätigt die These: Die Bitcoin-Dominanz hat Rekordwerte erreicht. In früheren Zyklen floss Kapital üblicherweise auf dem Höhepunkt des Wachstums in Altcoins, was in der aktuellen Phase jedoch nicht der Fall war.
Abkehr von der Kryptopunk-Ideologie
Die Tendenz zur Verschmelzung mit der klassischen Ökonomie beunruhigt Teile der Fachwelt. Jewgeni Gajewoi, Gründer des Market Makers Wintermute, ist der Ansicht, dass die Branche ihre Wurzeln für das Streben nach steigenden Kursen aufgegeben hat.
Laut ihm widerspricht die vollständige Integration in die Wall Street den ursprünglichen Zielen von Kryptowährungen. Stablecoins bilden kein eigenständiges System, sondern stärken lediglich die Dominanz des US-Dollars. Der Gründer von Wintermute ist überzeugt, dass die Branche zu ihrer ursprünglichen Ideologie zurückkehren muss.
Gajevoy hob auch die Diskrepanz zwischen finanziellen Kennzahlen und realen Vorteilen hervor: Bei einem TVL des Ethereum-Ökosystems von über 120 Milliarden US-Dollar bleibt die tatsächliche und breite Akzeptanz dezentraler Anwendungen „extrem begrenzt“.
Coinbase Premium „Legacy Indicator“
Laut Cipolaro ist der Unterschied zwischen den Bitcoin-Preisen auf Coinbase (in US-Dollar) und Binance (in USDT) ein Fehlsignal. Dieser Indikator spiegelt die Schwankungen des Wechselkurses des Stablecoins gegenüber dem US-Dollar wider und nicht die tatsächliche Nachfrage der Anleger nach der Kryptowährung.
Die bereinigten Daten zeichnen ein anderes Bild. Offshore-Investoren verkaufen nicht nur Bitcoin gegen Stablecoins – sie stoßen Tether ab und ziehen Kapital komplett aus dem Markt ab. Dies erklärt den Rückgang des USDT-Angebots seit Jahresbeginn.
Die Krise der Krypto-Strategien von Unternehmen
DAT -Unternehmen, die als einfaches Instrument für Investoren zum Kauf von Kryptowährungen geschaffen wurden, ändern ihre Strategien.
Solche Unternehmen verschleiern nun das Volumen der ausgegebenen Aktien und erwerben nicht zum Kerngeschäft gehörende Vermögenswerte, von Wertpapieren bis hin zu Leasingverträgen für Flugzeugtriebwerke. Im Wesentlichen wandeln sie sich zu aktiv verwalteten Fonds ohne professionelle Teams.
Der Analyst von NYDIG ist der Ansicht, dass diese Unternehmen sich entscheiden sollten: entweder zur transparenten Bitcoin-Akkumulation zurückkehren oder zu offenen Investmentfonds mit strenger Berichtspflicht werden.
Zur Erinnerung: Laut einer Umfrage von JPMorgan haben die weltweit größten Family Offices auf künstliche Intelligenz gesetzt und Kryptowährungen dabei vernachlässigt.
