
Todd Snyder, der Insolvenzverwalter der insolventen Krypto-Plattform Terraform, hat vor einem Bundesgericht in Manhattan Klage gegen das Handelsunternehmen Jane Street eingereicht und wirft ihm vor, vertrauliche Informationen bei Transaktionen mit Terra-Token verwendet zu haben.
Die Klage wirft Jane Street vor, sich über den ehemaligen Terraform-Praktikanten Bryce Pratt Zugang zu nicht-öffentlichen Daten verschafft zu haben. Pratt habe Kontakt zu ehemaligen Kollegen gehalten, darunter auch zum Leiter der Geschäftsentwicklung des Unternehmens. Laut Kläger erstellte Pratt einen Gruppenchat mit Terraform-Mitbegründer Do Kwon, über den sensible, nicht-öffentliche Informationen ausgetauscht wurden.
Snyder verweist auf einen Vorfall vom 7. Mai 2022. Terraform entnahm stillschweigend 150 Millionen TerraUSD einem Liquiditätspool für den Stablecoin-Handel. Etwa zehn Minuten später verkaufte Jane Street 85 Millionen TerraUSD an denselben Pool zurück – die bis dahin größte Einzeltransaktion des Unternehmens.
Laut Klägerseite löste diese Aktion einen massiven Ausverkauf des Tokens aus und beschleunigte den Zusammenbruch des Terra-Ökosystems. Die Klage wirft dem Unternehmen zudem vor, inmitten des Kursverfalls von TerraUSD weiterhin sensible Informationen gewinnbringend ausgenutzt zu haben.
Snyder fordert Schadensersatz und die Herausgabe der mutmaßlich illegalen Gewinne zuzüglich Zinsen. Der Fall wird vor einem Geschworenengericht verhandelt.
Das Terra-Ökosystem brach im Mai 2022 zusammen, nachdem der algorithmische Stablecoin TerraUSD seine Bindung an den US-Dollar verloren hatte. Der Zusammenbruch erfasste auch den LUNA-Token, wobei die Gesamtverluste der Anleger auf rund 40 Milliarden US-Dollar geschätzt wurden.
Im Jahr 2024 meldete Terraform Insolvenz an. Im März desselben Jahres wurde Do Kwon verhaftet, bekannte sich in zwei Fällen des Betrugs schuldig und wurde im Dezember 2025 zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt.
