Nvidia verdoppelt Nettogewinn dank Rekordnachfrage nach KI-Chips

Die Nvidia Corporation veröffentlichte einen Bericht zum vierten Quartal, der die Erwartungen der Analysten deutlich übertraf. Der Umsatz im wichtigen Segment der Rechenzentren stieg um 75 %.

Hauptergebnisse:

  • Gewinn je Aktie: 1,62 $ gegenüber der Prognose von 1,53 $;
  • Umsatz: 68,13 Milliarden US-Dollar gegenüber erwarteten 66,21 Milliarden US-Dollar.

Der Gesamtumsatz des Unternehmens stieg im Vergleich zum Vorjahr um 73 % auf 39,3 Milliarden US-Dollar. Mehr als 91 % des Umsatzes stammten aus dem Geschäftsbereich Rechenzentren, in dem die führenden KI-Chips des Unternehmens produziert werden.

Der Nettogewinn hat sich sogar verdoppelt – auf 43 Milliarden US-Dollar gegenüber 22,1 Milliarden US-Dollar im vorherigen Berichtszeitraum.

Die Prognose fällt höher aus als erwartet. Das Unternehmen rechnet im ersten Geschäftsquartal mit einem Umsatz von 78 Milliarden US-Dollar – Analysten hatten 72,6 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Die Umsätze aus chinesischen Rechenzentren sind in dieser Prognose jedoch nicht enthalten.

Die Aktien von Nvidia entwickeln sich besser als der Gesamtmarkt: Seit Jahresbeginn hat die Aktie um 5 % zugelegt, während der Nasdaq-Index um 0,4 % gefallen ist.

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Kursentwicklung der Nvidia-Aktie. Quelle: Yahoo Finance.

Der Bericht von Nvidia wurde bereits vor einigen Wochen erwartet, nachdem Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft ihre Ergebnisse veröffentlicht hatten. Basierend auf deren Prognosen und Analystenschätzungen könnten die kombinierten Investitionsausgaben für das Jahr fast 700 Milliarden US-Dollar erreichen, da die Tech-Giganten ihre eigene KI-Infrastruktur ausbauen.

Nvidia-Finanzchefin Colette Kress berichtete, dass Hyperscaler nach wie vor die größten Kunden des Konzerns seien – sie machen mehr als 50 % des Umsatzes im Rechenzentrumssegment aus.

Mögliche Risiken

Das Hauptproblem für Nvidia bleibt der Speichermangel. Laut Kress werden Lieferengpässe das Gaming-Geschäft „bis ins erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 und darüber hinaus“ belasten.

Das Interesse an den Computersystemen der nächsten Generation von Vera Rubin wächst. Die ersten Prototypen wurden bereits an Kunden ausgeliefert, die Serienlieferungen werden in der zweiten Jahreshälfte erwartet.

Von den neuen Chips wird eine zehnfache Steigerung der Leistung pro Watt erwartet, was angesichts der Energiebeschränkungen von Rechenzentren besonders wichtig ist.

Nvidia kündigte außerdem die Ausweitung seiner Lieferketten über Asien hinaus in die USA und nach Lateinamerika an. Blackwell wird im TSMC-Werk in Arizona gefertigt, einige Systeme werden im neuen Großwerk von Foxconn in Mexiko montiert.

Anthropologischer Konflikt mit der US-Armee

Nvidia-CEO Jensen Huang äußerte sich zu den Meinungsverschiedenheiten zwischen dem US-Verteidigungsministerium und Anthropic. Seinen Worten zufolge sei dies „nicht das Ende der Welt“.

Er merkte an, dass das Pentagon das volle Recht habe, über die erworbenen Technologien zu verfügen. Gleichzeitig könne Anthropic eine Richtlinie für die Nutzung seiner Produkte entwickeln.

„Beide Seiten haben eine vernünftige Position“, sagte Huang.

Er betonte, dass selbst bei einem Scheitern der Verhandlungen keine gravierenden Folgen zu erwarten seien: „Anthropic ist nicht das einzige KI-Unternehmen der Welt, und das Verteidigungsministerium ist nicht der einzige Kunde.“

Szenario eines wirtschaftlichen Zusammenbruchs

Huang kommentierte außerdem einen Bericht von Citrini Research, in dem Analysten ein Szenario eines wirtschaftlichen Zusammenbruchs aufgrund künstlicher Intelligenz beschrieben.

Das Dokument löste teilweise einen Kurssturz bei Aktien von Softwareentwicklern und Zahlungsdienstleistern aus.

„Ich glaube, die Märkte haben sich geirrt“, sagte er.

Er glaubt, dass Unternehmen KI-Agenten einsetzen werden, um neue Produkte zu entwickeln und die Effizienz zu steigern. Virtuelle Assistenten werden Software nicht ersetzen, sondern sie nutzen.

„Alle diese Tools, die wir heute verwenden – Cadence, Synopsys, ServiceNow, SAP – haben ihren Grund. KI-Agenten werden zu intelligenter Software, die diese Dienste in unserem Auftrag nutzt und uns hilft, produktiver zu sein“, sagte Huang.

Zur Erinnerung: Im Januar hatte die Regierung von US-Präsident Donald Trump offiziell den Export von Nvidia H200 KI-Chips nach China genehmigt – die zweitleistungsstärksten Lösungen im Produktportfolio des Unternehmens.

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