
Die jüngste Erholung des Bitcoin-Kurses hat dem Markt neuen Optimismus verliehen. Nach einem starken Rückgang auf 60.000 US-Dollar erholte sich der Kurs schnell, doch die entscheidende Frage bleibt: Handelt es sich hierbei um den Beginn einer strukturellen Trendwende oder lediglich um eine Erholung im Rahmen einer größeren Korrektur?
Um dies zu verstehen, analysierte das Redaktionsteam des Happy Coin Club verschiedene Indikatoren. Eine der auffälligsten Entwicklungen während des jüngsten Kursrückgangs war der starke Rückgang des offenen Interesses (Open Interest, OI). Mit dem fallenden Bitcoin-Kurs sank das OI deutlich von seinen vorherigen Höchstständen, was auf einen Kapitalabfluss aus dem System hindeutet.

Der Rückgang des Bitcoin- Preises ging mit einem Rückgang des Handelsvolumens einher, was darauf hindeutet, dass Liquidationen und die Auflösung von Derivatepositionen eine wichtige Rolle spielten. Dies lässt vermuten, dass der Preisrückgang hauptsächlich durch die Schließung von gehebelten Positionen und weniger durch aggressive Spotverkäufe verursacht wurde.
Diese Situation stabilisiert häufig die Märkte und beseitigt überhitzte Zustände. Eine Reduzierung der Verschuldung allein bestätigt jedoch nicht das Entstehen einer neuen strukturellen Nachfrage am Markt.

Eine weitere wichtige Kennzahl ist das Zuflussverhältnis von Binance, das aktuell bei etwa 0,012 liegt. Dieses Verhältnis spiegelt den Bitcoin-Zufluss im Verhältnis zur Gesamtmenge der auf der Börse gehaltenen BTC wider. Ein niedriges Verhältnis deutet typischerweise auf geringen Verkaufsdruck hin und würde bei einem Verkaufsansturm der Anleger zu erheblichen Zuflüssen führen. Dies geschah jedoch nicht, was darauf hindeutet, dass die Verkäufe eher vorsichtig als aggressiv ausfielen.
Diese Situation erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die aktuelle Rallye ein Fehlausbruch ist. Das heißt, der Kursanstieg ist primär auf Verkäufe von Derivatepositionen zurückzuführen und nicht auf eine nachhaltige Nachfrage am Kassamarkt.
Dies hebt die Erholung zwar nicht auf, bedeutet aber, dass der Rallye ohne die Rückkehr neuer Kapitalflüsse möglicherweise eine starke strukturelle Unterstützung fehlt. Aktuell fließen diese Kapitalflüsse zurück – am 25. Februar verzeichneten US-Bitcoin-ETFs einen Nettozufluss von insgesamt 507 Millionen US-Dollar.
