KI: Mit Bitcoin braucht man kein Geld.

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Künstliche Intelligenz favorisiert Bitcoin: Eine groß angelegte Studie des Bitcoin Policy Institute ergab, dass unter 36 getesteten Sprachmodellen keines Fiatwährungen als primäres Finanzinstrument bevorzugte.

Das Institut führte über 9.000 Testsitzungen durch und stellte ein einheitliches Muster fest: Bitcoin wurde in 48,3 % aller Modellantworten gewählt und ist damit das beliebteste Zahlungsmittel. Besonders aufschlussreich sind die Ergebnisse für das Szenario der langfristigen Kaufkrafterhaltung: Über einen mehrjährigen Zeitraum wurde Bitcoin in 79,1 % der Fälle gewählt – das konstanteste Ergebnis der gesamten Studie.

Stablecoins behaupten führende Positionen im Zahlungsverkehr

Das Bild ändert sich bei operativen Abrechnungen. In Szenarien mit Zahlungen, Mikrotransaktionen und grenzüberschreitenden Überweisungen erhielten Stablecoins 53,2 % der Stimmen, verglichen mit 36 % für Bitcoin. Jeff Park, Chief Investment Officer von Bitwise, erklärte es einfach: Stablecoins können eingefroren werden, Bitcoin hingegen nicht.

Insgesamt bevorzugten 91 % der Befragten digitale Instrumente – Bitcoin, Stablecoins, Altcoins, tokenisierte Realvermögen (RWAs) oder Recheneinheiten –, während traditionelle Fiatwährungen in keinem der 36 getesteten Modelle eine Priorität darstellten. Die Forscher bezeichneten dies als „eines der allgemeingültigsten Ergebnisse“ der Studie.

Einschränkungen der Methodik

Das Bitcoin Policy Institute räumte die Grenzen der Studie offen ein. Die Stichprobe umfasst derzeit 36 Modelle von sechs Anbietern, eine Erweiterung ist jedoch geplant. Es wird insbesondere darauf hingewiesen, dass die Formulierung der Systemabfragen die Antworten beeinflusst haben könnte: In einem der offenen Szenarien wurde zunächst eine Situation mit 75.000 angesammelten und gehaltenen Vermögenswerten beschrieben, die „nicht an die Geldpolitik eines einzelnen Landes gebunden“ seien – Fiatgeld wurde also im Wesentlichen von der Problemstellung ausgeschlossen.

Darüber hinaus betonen die Autoren, dass die Präferenzen der Modelle nicht den realen Zustand der Wirtschaft widerspiegeln, sondern lediglich Muster aus den Trainingsdaten reproduzieren.

Über verschiedene Unternehmen verteilt

Unter den Anbietern stechen die Modelle von Anthropic hervor, die eine durchschnittliche Bitcoin-Präferenz von 68 % aufweisen. Zum Vergleich: OpenAI erreichte 26 %, Google 43 % und xAI 39 %.

Eine Studie des Bitcoin Policy Institute beschreibt ein interessantes Phänomen: Sprachmodelle, die mit Datensätzen menschlichen Wissens trainiert wurden, neigen dazu, dezentrale digitale Vermögenswerte bei der Modellierung finanzieller Entscheidungen zu bevorzugen. Ob dies tatsächliche Trends in der monetären Wahrnehmung widerspiegelt oder auf Artefakte des Trainingsdatensatzes zurückzuführen ist, wird in zukünftigen Durchläufen der Studie untersucht.

Meinung der KI

Aus der Perspektive des maschinellen Lernens wirft die BPI-Studie eine Frage auf, die über eine einfache Rangfolge der Präferenzen hinausgeht: Inwieweit prägen Trainingsdaten das „monetäre Denken“ der Modelle? Bitcoin existiert seit 2009, und in den letzten anderthalb Jahrzehnten wurden Milliarden von Wörtern darüber geschrieben – von Kritik bis hin zu Rechtfertigungen. Stablecoins hingegen etablierten sich erst viel später als Anlageklasse und sind deutlich weniger verbreitet. Anders ausgedrückt: Die Präferenz der Modelle für Bitcoin ist möglicherweise keine endgültige Schlussfolgerung, sondern vielmehr ein Spiegelbild der Diskrepanz in den Trainingsdaten.

Die Diskrepanz zwischen Anthropic (68 %) und OpenAI (26 %) bei identischen Aufgaben deutet darauf hin, dass architektonische und methodische Unterschiede zwischen den Modellen die finanziellen Beurteilungen ebenso stark beeinflussen wie die Daten selbst. Daraus ergibt sich eine praktische Frage: Wenn KI-Systeme beginnen, Vermögenswerte autonom zu verwalten, wessen Voreingenommenheit – die der Entwickler oder die des Trainingsdatensatzes – wird sich durchsetzen?

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