Bitwise bezeichnete den Angriff auf den Iran als Katalysator für den Übergang des Marktes zur Blockchain.

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Laut Matt Hougan, Chief Investment Officer von Bitwise, wird sich das traditionelle Finanzwesen Kryptowährungen schneller zu eigen machen als erwartet, nachdem der US-Angriff auf den Iran am Wochenende die strukturellen Grenzen der traditionellen Märkte offengelegt hat.

In einem Beitrag auf der Social-Media-Plattform X mit dem Titel „Das Wochenende, das die Finanzwelt veränderte“ beschrieb Hougang, wie die Kryptowährungsplattform Hyperliquid zu einem Drehkreuz für den Handel mit realen Vermögenswerten wie Öl und tokenisiertem Gold wurde, während amerikanische, europäische und asiatische Börsen geschlossen waren.

11,5 Milliarden Dollar am Wochenende

Laut Hougan überstieg das Handelsvolumen von Hyperliquid am 28. Februar und 1. März (Samstag und Sonntag) 11,5 Milliarden US-Dollar. Bezeichnenderweise nannte Bloomberg in seiner Berichterstattung über die Reaktion des Ölmarktes auf die Ereignisse den Hyperliquid-Ölkontrakt als relevantesten Preismaßstab – ein Präzedenzfall, der vor nur einem Jahr kaum vorstellbar gewesen wäre.

Gleichzeitig ist das Handelsvolumen mit tokenisiertem Gold stark angestiegen: Das Produkt von Tether, Tether Gold (XAUt), verzeichnete ein tägliches Handelsvolumen von über 300 Millionen US-Dollar. Auch die Prognosemärkte auf Kalshi und Polymarket haben einen deutlichen Aktivitätsanstieg erlebt.

Horizonte neu bewerten

Hougan räumte ein, seine Prognosen grundlegend revidiert zu haben. Früher schätzte er, dass die traditionellen Märkte innerhalb von fünf bis zehn Jahren auf Blockchain umsteigen würden. Nun ist er überzeugt, dass dieser Übergang deutlich schneller vonstattengehen wird. Die rund um die Uhr verfügbaren Handelsplattformen der Blockchain machen traditionelle Börsen mit ihrer T+1-Abwicklung (Abwicklung am nächsten Werktag) überflüssig – in seinen Worten buchstäblich archaisch.

Der Investmentdirektor von Bitwise kommt zu dem Schluss, dass Hedgefonds, Banken und andere Marktteilnehmer, die wettbewerbsfähig handeln wollen, bereits jetzt gezwungen sind, Stablecoin-Wallets und Kryptowährungsplattformen wie Hyperliquid zu nutzen.

Die NYSE hinkt nicht hinterher.

Im Januar kündigten die New Yorker Börse (NYSE) und ihre Muttergesellschaft, die Intercontinental Exchange, Pläne für eine Blockchain-basierte Plattform an, die den Handel mit Aktien und ETFs rund um die Uhr und deren sofortige Abwicklung ermöglicht. Die Plattform soll mehrere Netzwerke unterstützen und eine Verwahrung der Wertpapiere bieten. Der Zeitplan für den Start und technische Details, wie die Wahl der Blockchain und des Zugriffsmodells, wurden noch nicht veröffentlicht.

Die Ereignisse des vergangenen Wochenendes haben gezeigt, dass die Kluft zwischen traditioneller und dezentraler Infrastruktur nicht nur der Krypto-Community, sondern auch den etablierten Finanzmedien deutlich geworden ist. Der Übergang zur Blockchain entwickelt sich von einem theoretischen Konzept zu einer praktischen Notwendigkeit für die globalen Marktteilnehmer.

Meinung der KI

Eine Analyse historischer Muster offenbart eine aufschlussreiche Parallele: 1971 schloss Nixon an einem Sonntag das „Goldfenster“ (der US-Präsident setzte den Umtausch von Dollar in Gold für andere Länder aus), und die globalen Märkte wurden in eine neue Realität geworfen, auf die sie nicht vorbereitet waren. Heute füllt die Blockchain-Infrastruktur genau jene Zeitfenster, in denen das traditionelle System strukturell hilflos ist: Wochenenden, Feiertage und die Nachtstunden in verschiedenen Zeitzonen.

Ein technischer Aspekt verdient besondere Beachtung. Die ständige Verfügbarkeit ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist, dass die Liquidität nach Börsenschluss fragmentiert bleibt und sich die Spreads auf solchen Plattformen in Zeiten geopolitischer Unruhen deutlich ausweiten können. Bloombergs Erwähnung von Hyperliquid ist zwar ein starkes symbolisches Signal, beweist aber nicht die Reife der Infrastruktur. Ist die dezentrale Umgebung für Systemlasten gerüstet, die mit denen der NYSE während der Spitzenzeiten der Volatilität vergleichbar sind?

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