
Der Konflikt im Iran hat die Aktienkurse wichtiger Halbleiterunternehmen stark beeinträchtigt; der südkoreanische KOSPI-Index verlor aufgrund der Schließung der Straße von Hormus und eines starken Anstiegs der Ölpreise bis zu 11 %.
Südkorea importiert den Großteil seiner Energie aus dem Nahen Osten, und die Schließung der Straße von Hormus – Raketen fliegen weiterhin auf beiden Seiten des Persischen Golfs – hatte unmittelbare Auswirkungen auf die Aktienkurse. Laut Associated Press fiel der KOSPI am 4. März 2026 um 11 Prozent – einer der stärksten Rückgänge seit Jahrzehnten. Die Aktien von Samsung Electronics verloren mehr als 10 Prozent, die von SK Hynix rund 8 Prozent. In einigen Handelssitzungen am 3. und 4. März erreichten die Verluste sogar 12 Prozent, was zu einer automatischen Handelsunterbrechung führte.
Ein Schlag für die KI-Lieferkette
Samsung und SK Hynix sind die weltweit größten Hersteller von HBM-Speicherchips, die für moderne KI-Infrastrukturen unerlässlich sind. Aufgrund ihres energieintensiven Produktionsprozesses wirken sich steigende Ölpreise direkt auf ihre Produktionskosten aus. Investoren hatten zwei Risiken in ihre Aktienkurse eingepreist: steigende Produktionskosten und potenzielle Lieferkettenunterbrechungen infolge der allgemeinen Instabilität in der Region. Der Konflikt hat auch die Cloud-Infrastruktur beeinträchtigt, da iranische Drohnen AWS-Rechenzentren in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain angegriffen haben.
Energie als KI-Engpass
Die Schließung der Straße von Hormus hat eine systemische Abhängigkeit offengelegt: Moderne KI-Infrastruktur ist auf Energie angewiesen, und Energie wiederum ist von der Geopolitik abhängig. Die Unterbrechung der Ölversorgung durch die Straße wirkt sich unmittelbar auf die Inflationserwartungen und die Stimmung in der Industrie aus und beeinflusst dadurch die Marktkapitalisierung von Unternehmen, von denen die Entwicklung künstlicher Intelligenz abhängt.
Meinung der KI
Aus Sicht des maschinellen Lernens birgt die Situation ein oft unterschätztes Paradoxon. Samsung treibt die Umstellung der Produktion auf autonome KI-Fabriken voran, in denen künstliche Intelligenz die gesamte Wertschöpfungskette – von der Logistik bis zur Qualitätskontrolle – steuert. Je intelligenter eine Fabrik wird, desto mehr Energie verbraucht sie. Die Schließung der Straße von Hormus ist nicht nur ein Schlag für das alte Industriemodell, sondern auch für das fortschrittlichste.
Es gibt aber auch ein strukturelles Problem, das über die aktuelle Krise hinausgeht: Der weltweite Energieverbrauch von KI hat 23 GW erreicht und wächst weiter. Je größer die KI-Infrastruktur wird, desto anfälliger wird sie für jegliche Unterbrechung der Energieversorgung – sei es durch militärische Konflikte, Klimaveränderungen oder die Entscheidung eines einzelnen Staates, eine 54 Kilometer breite Meerenge zu schließen.
