Die Analysten von Culper Research sagten eine „Abwärtsspirale“ für Ethereum voraus und eröffneten eine Short-Position.

Culper Research hat Short-Positionen auf Ethereum- und BitMine-Aktien eröffnet. Analysten begründen dies mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage der Kryptowährung nach einem kürzlich erfolgten Netzwerk-Upgrade.

Dem Bericht zufolge führte das Fusaka-Upgrade im Dezember 2025 zu einem Blocküberschuss, wodurch die Transaktionsgebühren im Netzwerk um etwa 90 % sanken. Da die Einnahmen der Validatoren direkt von diesen Gebühren abhängen, ist die Rentabilität des Stakings stark zurückgegangen.

Experten zufolge löst dies einen negativen Kreislauf aus: Sinkende Renditen verringern die Nachfrage nach Blockchain-Coins und gefährden die Sicherheit der Blockchain.

Culper Research zitierte außerdem Daten von Lookonchain. Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin hat in diesem Jahr rund 20.000 ETH verkauft, was nach aktuellem Wechselkurs fast 40 Millionen US-Dollar entspricht.

„Vitalik verkauft, bis Optimisten wie [BitMine-CEO] Tom Lee die neue Realität des Vermögenswerts verstehen. Wir stehen auf Vitaliks Seite“, heißt es in dem Bericht.

Leerverkäufer stellten Lees Aussagen in Frage, der den Anstieg der Anzahl der Transaktionen und aktiven Adressen als Beweis für die Stabilität des Netzwerks bezeichnete.

Culper ist der Ansicht, dass diese Kennzahlen verzerrt sind: Ein erheblicher Teil der Netzwerkaktivität ist auf Adressvergiftung zurückzuführen, bei der Angreifer massenhaft Spam-Transaktionen senden.

„Nach Lees Logik befindet sich Ether in einer ‚Todesspirale‘, wenn der Nutzen des Vermögenswerts nicht zunimmt. Wir glauben, dass genau dies jetzt passiert“, sagten die Forscher.

Der zweite Teil der Short-Position richtet sich gegen BitMine, einen der größten institutionellen Käufer der nach Marktkapitalisierung zweitgrößten Kryptowährung.

Das Unternehmen hat seit Juli rund 4,4 Millionen ETH erworben. Laut der Plattform DropsTab ist der Wert dieser Reserven aufgrund des Kursverfalls um 45 % gesunken. Der nicht realisierte Verlust von BitMine beläuft sich bereits auf 7,5 Milliarden US-Dollar.

Quelle: DropsTab.

Und der Äther?

Die Kurse der nach Marktkapitalisierung zweitgrößten Kryptowährung fielen nach einem kurzfristigen Anstieg auf 2.200 US-Dollar um 6,5 % (auf 2.057 US-Dollar). Die Korrektur folgte einem Rückgang am US-Aktienmarkt aufgrund globaler geopolitischer Spannungen und Störungen in der Energieversorgung.

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Stundenchart von Binance ETH/USDT. Quelle: TradingView.

Investoren korrigierten ihre Wirtschaftswachstumsprognosen und verfolgten eine risikoscheue Anlagestrategie. Zusätzliche Unsicherheit entstand durch ein US-Gerichtsurteil, das die Regierung zur Zahlung von 130 Milliarden US-Dollar an Unternehmen als Zollerstattungen verpflichtete.

Apathie am Derivatemarkt

On-Chain-Daten und der Derivatemarkt deuten auf ein schwaches Käuferinteresse hin. Die jährliche Prämie für 30-Tage-Ether-Futures liegt unter der neutralen Marke von 5 %. Dies deutet auf eine geringe Nachfrage nach gehebelten Long-Positionen hin.

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Quelle: Laevitas.ch.

Der Ethereum-Put/Call-Spread hat 7 % erreicht. Werte über 6 % deuten traditionell darauf hin, dass große Marktteilnehmer und Market Maker sich gegen weitere Kursrückgänge absichern. Die Vorsicht erfahrener Händler gibt den Bären die Möglichkeit, den Druck auf den Wechselkurs zu erhöhen.

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Quelle: Laevitas.ch.

Szenario der neuen alternativen Saison

In der nächsten Altcoin-Saison werden sich laut Matt Hogan, Chief Investment Officer von Bitwise, vor allem Projekte mit realen Anwendungsbereichen und einer aktiven Community durchsetzen. Die Euphorie vergangener Zyklen, in denen sämtliche Kryptowährungen einen Höhenflug erlebten, werde sich seiner Meinung nach nicht wiederholen.

„Ich glaube, dieses Spiel ist vorbei. Wir stehen vor einer unkonventionellen alternativen Saison, in der Münzen mit echter Umsetzung belohnt werden“, bemerkte Hogan.

Händler erwarten üblicherweise ein Standard-Szenario: Bitcoin erreicht neue Höchststände, dann fließt Kapital in Ethereum, anschließend in DeFi und schließlich in NFTs. Hogan bezweifelt, dass sich dieser Zyklus wiederholen wird und Investoren massenhaft „Bilder mit Steinen“ kaufen werden.

Seiner Prognose zufolge wird der Markt selektiver werden. Investoren werden Token bevorzugen, die auf stabilen Geschäftsmodellen und funktionierenden Produkten basieren. Die kommende Altcoin-Saison wird differenzierter sein, so das Fazit des Topmanagers.

Zur Erinnerung: Im Februar zogen Investoren 31,6 Millionen ETH von zentralisierten Plattformen ab – das höchste monatliche Volumen seit November 2025.

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