Wintermute erklärt das traditionelle Bitcoin-Mining-Modell für irrelevant.

Bitcoin-Miner sehen sich aufgrund sinkender Rentabilität massiven Verlusten gegenüber. Um zu überleben, müssen sie laut Wintermute entweder auf KI-gestütztes Hosting umsteigen oder lernen, ihre Bitcoin-Reserven als Betriebskapital zu verwalten.

Strukturelle Krise des Geschäftsmodells

Zum ersten Mal seit einem Vierjahreszyklus erzielte digitales Gold nicht die zweistelligen Renditen, die üblicherweise den Umsatzrückgang nach der Halbierung ausgleichen. Die höchsten Bruttomargen entsprachen einem Niveau, das typisch für Tiefpunkte in Bärenmärkten war.

Die Provisionen reichen nicht aus, um die Kosten zu decken – sie machen nur etwa 1 % des Gesamtumsatzes der Unternehmen aus. Die Bergbauunternehmen stehen zudem unter dem Druck anhaltend hoher Energiekosten.

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Tägliche Transaktionsgebühren der Miner und deren prozentualer Anteil an ihren Gesamteinnahmen. Quelle: Wintermute.

Passive Speicherung als Erbe der HODL-Ära

Laut Wintermute kontrollieren Miner zusammen etwa 1 % des gesamten Bitcoin-Angebots. Analysten bezeichnen dies als ein „Erbe der HODL-Ära“ und merken an, dass das gesamte Arsenal des Finanzministeriums weitgehend ungenutzt bleibt.

Traditionell beschränkten sich die Instrumente zur Erzielung von Profitabilität auf dem Kryptomarkt auf Staking und den DeFi-Sektor. Gleichzeitig haben Experten ein breiteres Instrumentarium für Miner angeboten:

  • Monetarisierung von Marktrisiken durch Derivate;
  • Verkauf von gedeckten Call-Optionen;
  • Cash-Backed Put-Optionen;
  • passive Platzierung in Kreditprotokollen gegen Zinsen.

„Aktives Guthabenmanagement ist der am meisten unterschätzte Hebel für Miner. Wer Bitcoin von einer passiven Reserve in ein aktives Anlagegut verwandelt, verschafft sich bis zur nächsten Halbierung einen strukturellen Vorteil“, so Wintermute.

Künstliche Intelligenz

Die Alternative ist KI. Bergbauunternehmen haben jahrelang Energieinfrastruktur in Regionen mit günstigem Strom aufgebaut. Dadurch sind sie zu Besitzern einer Ressource geworden, die für die KI-Branche unerlässlich ist und nicht schnell aus dem Nichts geschaffen werden kann.

Der Trend zur Anmietung von Kapazitäten für neuronale Netze hat bereits begonnen. Im März gab Core Scientific den Verkauf all seiner Bitcoins bekannt und erhielt einen Kredit in Höhe von 500 Millionen US-Dollar von Morgan Stanley. Das Unternehmen wird einen erheblichen Teil des Erlöses für die Umrüstung seiner Rechenzentren für KI verwenden.

Andere Akteure haben zuvor einen ähnlichen Schritt unternommen, darunter Riot Platforms, MARA Holdings, Terawulf, Cango und viele andere.

Wintermute betonte, dass der Übergang zu KI radikale Schritte und erhebliche Investitionen erfordert. Für viele mag dies eine Überforderung darstellen. Gleichzeitig betrachten Experten die aktuellen Entwicklungen als einen „gesunden Umbruch“, der die Branche letztendlich effizienter machen wird.

Zur Erinnerung: Im März sagte Matthew Siegel, Leiter des Bereichs digitale Vermögenswerte bei VanEck, dass die Neuausrichtung auf KI die Aktien von Bergbauunternehmen attraktiver mache.

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