
Die Zahl der Veröffentlichungen neuer Blockchain-Codes ist laut Analysten der Artemis-Plattform seit Anfang letzten Jahres um etwa 75 % gesunken, von 850.000 auf 210.000 pro Woche. Die Zahl der aktiven Entwickler ging um 56 % auf rund 4.600 zurück.
On-Chain-Experten haben festgestellt, dass der Aktivitätsrückgang ungleichmäßig verläuft. In den letzten drei Monaten ist die Zahl der wöchentlich aktiven Entwickler auf Ethereum um 34 % auf 2.811, auf Solana um 40 % auf 942 und auf Base um 52 % auf 378 gesunken. Dies, obwohl Base laut Artemis zu den am schnellsten wachsenden Netzwerken zählt.
Neue Blockchains, die im Zuge des letztjährigen Kursanstiegs an Bedeutung gewonnen hatten, verzeichneten die größten Einbußen, so Analysten. Das Aptos-Netzwerk verlor rund 60 % seiner Entwickler, die Code-Releases auf der BNB Chain sanken um 85 % und die Aktivität auf Celo ging um 52 % zurück.
Die einzige Kategorie, die weiterhin wächst, ist die Infrastruktur für Krypto-Wallets. Hier stieg die Zahl der wöchentlich aktiven Entwickler um 6 % auf 308.
Die Zusammensetzung der Spezialisten verändert sich. Die Zahl der Entwickler mit mehr als zwei Jahren Erfahrung ist seit dem letzten Jahr um etwa 27 % gestiegen und macht mittlerweile 70 % der Aktivitäten in den großen Blockchains aus. Der Rückgang betrifft vor allem externe Spezialisten und Neueinsteiger mit weniger als zwölf Monaten Erfahrung – diese Gruppe ist laut On-Chain-Forschern im vergangenen Jahr um 58 % geschrumpft.
Historisch gesehen ist die Aktivität von Entwicklern an Marktzyklen gekoppelt; beginnt ein neuer Aufwärtstrend, kehren Programmierer typischerweise zur Blockchain zurück, so die Vertreter von Artemis. Sie haben einen neuen Trend beobachtet: eine Migration von Spezialisten in die KI-Branche. Aktuell beherbergt die Code-Publishing-Plattform GitHub über 4,3 Millionen KI-bezogene Repositories. Die Anzahl der Entwicklungskits für Software, die auf großen Sprachmodellen basiert, ist um 178 % auf über 1,1 Millionen gestiegen. Generative KI-Projekte ziehen monatlich über eine Million Teilnehmer an.
Ethereum-Gründer Vitalik Buterin räumte ein, dass sein Netzwerk die von vielen Blockchain-Befürwortern erhofften Verbesserungen noch nicht gebracht hat. Es hat bisher nur eine geringe Rolle bei der Lösung von Problemen im Zusammenhang mit digitaler Privatsphäre und persönlicher Freiheit gespielt. Buterin verglich seine Blockchain mit anderen Technologien, die seiner Ansicht nach deutlich größere Fortschritte erzielt haben.
