
Die Financial Action Task Force (FATF) hat erklärt, dass Offshore-Kryptodienstleister Risiken für Geldwäsche, Umgehung von Sanktionen und andere illegale Finanzaktivitäten darstellen.
Die FATF stellte klar, dass Offshore-Anbieter von Dienstleistungen für virtuelle Vermögenswerte (oVASPs) Unternehmen sind, die in einer Jurisdiktion registriert sind – beispielsweise in einer mit Steuervorteilen für Krypto-Unternehmen –, aber Dienstleistungen für Kunden in anderen Ländern erbringen.
Dieses Modell ermöglicht es Krypto-Dienstleistern, international zu operieren, formal den Gesetzen ihres Heimatlandes zu unterliegen und nur minimaler Aufsicht zu unterliegen. Laut FATF können oVASPs diese regulatorischen Lücken ausnutzen, um Kundenidentifizierungsverfahren (KYC) und Geldwäschebekämpfungsvorschriften (AML) zu umgehen und so einen „Graubereich“ für kriminelle Aktivitäten zu schaffen.
Die Organisation wies darauf hin, dass Kryptodienstleister ohne rechtliche Präsenz in einem bestimmten Land möglicherweise nur über begrenzte Informationen zu den Aktivitäten dieser Unternehmen und deren Transaktionen verfügen. Dies erschwert die Überwachung verdächtiger Transaktionen und die Durchsetzung der Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen.
Um diese Risiken zu mindern, rief die FATF die Staaten dazu auf, die Aufsicht über Kryptounternehmen, die ihre Bürger bedienen, zu verstärken, selbst wenn diese Unternehmen im Ausland registriert sind. Die Organisation empfiehlt den Regulierungsbehörden, von oVASPs die Registrierung und den Erwerb einer Lizenz für den Betrieb auf ihrem nationalen Markt zu verlangen.
Die FATF forderte außerdem eine engere Zusammenarbeit zwischen internationalen Regulierungsbehörden und Strafverfolgungsbehörden.
„Virtuelle Vermögenswertplattformen schaffen Sicherheitslücken, die Kriminelle ausnutzen, um arglose Menschen zu betrügen und Terrorismus weltweit zu finanzieren. Ich appelliere an alle Länder und den Privatsektor, Maßnahmen zu ergreifen. Da virtuelle Vermögenswerte innerhalb von Sekunden Grenzen überschreiten, tragen die strikte Einhaltung der Gesetze und die Zusammenarbeit internationaler Regulierungsbehörden dazu bei, diese Risiken zu mindern“, sagte FATF-Präsidentin Elisa de Anda Madrazo.
Letzte Woche warnte die FATF außerdem davor, dass Stablecoins und Non-Custodial Wallets die Geldwäschebekämpfung umgehen könnten, da die Transaktionen ohne die Beteiligung regulierter Intermediäre durchgeführt werden.
