
Eine kürzlich von Analysten des DeFi Reports veröffentlichte Analyse untersucht, ob sich im Bitcoin-Markt und dem breiteren Kryptomarkt ein signifikanter „Regimewechsel“ vollzieht.
Während Michael Saylor, Gründer von MicroStrategy (Strategy), mit seinen massiven Käufen für Aufsehen am Markt gesorgt hat, mahnen makroökonomische Daten die Anleger zur Vorsicht.
Michael Saylor tätigte seine erste größere Investition am Bitcoin-Markt während eines Bärenmarktes und erwarb Bitcoin im Wert von rund 3 Milliarden US-Dollar. Finanziert wurde dieser Kauf durch MicroStrategys neues festverzinsliches Finanzprodukt „STRC“. Analysten weisen darauf hin, dass dieses Produkt mit einer hohen Dividendenrendite von 11,5 % in einem Bärenmarkt zwar eine willkommene Abwechslung darstellt, aber ein erhebliches Risiko bergen könnte, sollte der Bitcoin-Kurs unter diese Rendite fallen.
Saylors Finanzierung dieses Deals wird von Marktexperten als „verrückter Finanzbetrug“ bezeichnet. Nach erfolglosen Versuchen, während früherer Bärenmärkte (insbesondere im Jahr 2022) Kapital zu beschaffen, gelang es Saylor diesmal, über ein neues festverzinsliches Finanzprodukt namens STRC (Strategy Fixed Yield) rund 4 Milliarden Dollar einzuwerben.
Analysten weisen darauf hin, dass Saylor in früheren Bärenmärkten weniger aggressiv agierte und seine Käufe üblicherweise auf die Cashflows seines Softwaregeschäfts beschränkte. Die Käufe von 1,2 Milliarden US-Dollar bzw. 1,57 Milliarden US-Dollar in den letzten zwei Wochen deuten jedoch darauf hin, dass MicroStrategy seine Strategie ändert.
Analysten befürchten, dass ein starker Kursverfall von Bitcoin dazu führen könnte, dass STRCs Produkt unter seinem inneren Wert verkauft wird, was Saylor die Kapitalbeschaffung erschweren würde. Da Bitcoin selbst keine Erträge generiert, wirft die Finanzierung von Dividendenzahlungen durch die Ausgabe neuen Kapitals zudem Fragen hinsichtlich der Nachhaltigkeit des Systems auf.
Saylors Käufe treiben den Preis zwar aktuell nicht direkt in die Höhe, stärken aber weiterhin das Vertrauen institutioneller Anleger. Analysten weisen darauf hin, dass der Markt trotz dieser umfangreichen Käufe strukturell schwach bleiben könnte, sollte Bitcoin die Widerstandszone von 80.000 bis 85.000 US-Dollar nicht durchbrechen.
Analysten beurteilen unmittelbar nach der Entscheidung der Fed und den Äußerungen von Jerome Powell die Situation: Was ist zu erwarten?
Seit Beginn der geopolitischen Spannungen mit dem Iran hat Bitcoin überraschende Ergebnisse erzielt und ist um 17 % gestiegen. Im gleichen Zeitraum fiel der NASDAQ-Technologieindex um 1 % und Gold verlor 4,2 %. Dies deutet darauf hin, dass Bitcoin seine Wahrnehmung als kurzfristig sicherer Hafen gefestigt hat.
Experten vergleichen die aktuelle Situation mit dem Ausbruch des russisch-ukrainischen Krieges im Jahr 2022. Bitcoin erlebte damals einen ähnlichen Anstieg, doch dieses Wachstum war lediglich eine zweimonatige Erholungsrallye. Analysen deuten darauf hin, dass die gegenwärtige Rallye eher eine Gegenbewegung innerhalb eines Bärenmarktes darstellt als ein anhaltender Bullenmarkt.
Der Liquiditätszyklus in den USA scheint seinen Höhepunkt erreicht zu haben und beginnt nun abzuflauen. Während China dem Markt Liquidität zuführt, dürfte der Rückgang der US-Wirtschaft Druck auf risikoreiche Anlagen wie Kryptowährungen ausüben.
Der US-Erzeugerpreisindex (PPI) lag mit 3,4 % über den Erwartungen. Aufgrund steigender Ölpreise schlossen die Märkte eine Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) offenbar vollständig aus. Laut einem Analyseunternehmen gilt die Marke von 85.000 US-Dollar, die als Untergrenze für kurzfristig orientierte Anleger dient, als stärkster Widerstand für Bitcoin.
*Dies ist keine Anlageberatung.
