
- Die Marktpreise treiben das Risiko einer Fed-Inflation auf über 30 %, da die Sorgen um eine ölbedingte Inflation zunehmen.
- Die Bank of America nennt Arbeitsmarktstabilität, Kerninflation und die Kontinuität von Powell als wichtige Auslöser.
- Eine Zinssenkung im Jahr 2026 wird weiterhin als wahrscheinlicher angesehen, wenn der Druck auf Ölpreise und Inflation nachlässt.
Die zunehmenden geopolitischen Spannungen infolge des Konflikts zwischen den USA und dem Iran beeinflussen die Erwartungen an die Geldpolitik der US-Notenbank, da steigende Ölpreise Besorgnis auslösen. An der Wall Street wird spekuliert, ob die Zentralbank ihre derzeitige Haltung in Richtung einer möglichen Zinserhöhung ändern könnte.
Laut Bank of America ist ein solcher Schritt zwar weiterhin möglich, erfordert aber eine bestimmte Kombination wirtschaftlicher und politischer Bedingungen. Die Marktpreise spiegeln bereits die wachsende Unsicherheit wider: Händler schätzen die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bis Jahresende auf über 30 %, während die Erwartungen für eine Zinssenkung auf 6,1 % gesunken sind.
Die Marktvolatilität spiegelt politische Unsicherheit wider.
Die Finanzmärkte reagierten auf die veränderten Aussichten. US-Aktien verzeichneten den vierten wöchentlichen Kursrückgang in Folge und damit die längste Verlustserie des Jahres. Gleichzeitig gerieten die Anleihemärkte unter Druck: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg innerhalb einer Woche um 13,4 Basispunkte. Auch die Rendite fünfjähriger US-Staatsanleihen kletterte erstmals seit Juli wieder über 4 Prozent.
Diese Maßnahmen folgten auf wachsende Besorgnis, dass steigende Energiepreise infolge der Unruhen in der Straße von Hormus zu einer breiteren Inflation beitragen könnten. Die Bank of America merkte an, dass die Auswirkungen auf die Inflation weiterhin auf die Energiemärkte konzentriert seien.
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Drei Bedingungen für eine Erhöhung des Zinssatzes
Die Bank of America hat drei Voraussetzungen dargelegt, die erfüllt sein müssen, bevor die Federal Reserve eine Erhöhung der Zinssätze in Erwägung zieht.
Erstens muss der Arbeitsmarkt stabil bleiben. Die Bank merkte an, dass die politischen Entscheidungsträger die Gewissheit benötigen, dass die Arbeitsbedingungen einer restriktiveren Geldpolitik standhalten. Konkret muss die Arbeitslosenquote in den USA unter 4,5 % bleiben.
Zweitens dürfte die Inflation über die Auswirkungen des Energiesektors hinaus anziehen. Die US-Notenbank wird einen nachhaltigen Anstieg der Kerninflation anstreben, anstatt sich auf kurzfristige, ölbedingte Preisspitzen zu verlassen. Analysten merkten an, dass die aktuellen Störungen zwar nur begrenzte Auswirkungen haben, eine anhaltende Stabilität der Energiepreise die Inflation jedoch auf mehrere Sektoren ausweiten könnte.
Darüber hinaus gilt die Kontinuität der Führung bei der Federal Reserve als Schlüsselfaktor. Jerome Powells Amtszeit als Vorsitzender endet im Mai, und seine mögliche Wiederwahl wird die geldpolitische Ausrichtung beeinflussen. Die Bank of America beschrieb Powell als einen „mäßig taubenhaften“ Zentralbanker, der der Stabilität des Arbeitsmarktes Priorität einräumt, sofern die Risiken im Gleichgewicht sind.
Trotz der erhöhten Risiken hält die Bank of America eine Zinssenkung im Jahr 2026 für wahrscheinlicher als eine Zinserhöhung, insbesondere wenn der Druck auf die Ölpreise nachlässt.
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