
Donald Trumps umstrittene Äußerungen zum Nahostkonflikt haben die globale wirtschaftliche Unsicherheit verstärkt. Infolgedessen fiel der Bitcoin-Kurs am Sonntag unter die Marke von 70.000 US-Dollar.
Laut Daten der Analyseplattform BeInCrypto hat die führende Kryptowährung in den letzten 24 Stunden rund 2,3 % an Wert verloren. Derzeit notiert sie bei etwa 68.938 US-Dollar.
Preisverfall und massenhafte Liquidation von Positionen
Der Preisverfall löste eine massive Liquidation im gesamten Markt für digitale Vermögenswerte aus. Handelsplattformen schlossen zwangsweise Positionen im Wert von insgesamt 322 Millionen US-Dollar. Besonders betroffen waren Anleger mit übermäßigem Hebel.
Laut CoinGlass-Statistiken verloren die Käufer 266 Millionen Dollar, während die Verkäufer, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, die restlichen 56 Millionen Dollar verloren.
Liquidationen am Kryptowährungsmarkt in den letzten 24 Stunden. Quelle: CoinGlass
Energiekrise und Eskalation des Konflikts
Gleichzeitig fiel der Ausverkauf von Kryptowährungen mit einem starken Anstieg der globalen Energiepreise zusammen. Der Preis für Brent-Rohöl schnellte auf 112,19 US-Dollar pro Barrel hoch, was einem rasanten Anstieg von 36 % im vergangenen Monat entspricht.
Dieser Preisschock folgte auf die Schließung der Straße von Hormus. Diese Wasserstraße ist von entscheidender Bedeutung für die Weltwirtschaft und transportiert rund 20 % der weltweiten Ölversorgung. Der Iran blockierte die Route als Reaktion auf eine koordinierte Militärkampagne. Bereits im Februar hatten die USA und Israel eine gemeinsame Militäraktion in der Region eingeleitet.
Makroökonomische Risiken und Marktreaktion
Der US-Präsident gab innerhalb von 36 Stunden eine Reihe widersprüchlicher Erklärungen ab. Dies verstärkte zweifellos die Besorgnis der Anleger. Am Freitagnachmittag lehnte Donald Trump einen Waffenstillstand kategorisch ab. Wenige Stunden später verkündete er jedoch die Bereitschaft Washingtons, den Konflikt zu beenden.
Am Sonntag hatte sich die Rhetorik erneut radikal verändert. Der amerikanische Präsident drohte mit einem Angriff auf iranische Kraftwerke. Hauptbedingung für die Absage des Angriffs war die Öffnung der Straße von Hormus innerhalb von 48 Stunden.
Diese rasante Eskalation hat die Sorgen der Wall Street um die globale Inflation neu entfacht. Hohe Energiekosten zwingen Zentralbanken üblicherweise dazu, die Zinssätze länger als üblich auf hohem Niveau zu halten, was ein angespanntes makroökonomisches Umfeld schafft. Dies führt naturgemäß zu einem Liquiditätsabfluss aus risikoreichen Anlagen, darunter auch dem Sektor der digitalen Vermögenswerte.
Gleichzeitig zeigt die Reaktion von Bitcoin, dass seine traditionelle Sichtweise nicht mehr haltbar ist. Seine Befürworter nannten ihn lange Zeit „digitales Gold“ und sahen in der Kryptowährung einen sicheren Hafen zum Schutz von Portfolios in geopolitischen Krisen. Die Entwicklung am vergangenen Wochenende beweist jedoch das Gegenteil. Anstatt Schutz vor Instabilität im Nahen Osten zu bieten, bewegte sich Bitcoin parallel zu traditionellen Aktien. Die Kurse begannen genau in dem Moment zu fallen, als die militärische Rhetorik zunahm und die Inflationsängste an den Märkten zurückkehrten.
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