Kein passives Einkommen: Der CLARITY Act ließ die Aktien von USDC-Emittenten einbrechen.

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Die Aktien der Circle Internet Group (CRCL), dem Emittenten des Stablecoins $USDC , brachen am 24. März 2026 um etwa 20 % ein, von rund 126 US-Dollar zum Handelsschluss des Vortages auf eine Spanne von 98 bis 102 US-Dollar im Laufe des Handelstages. Der Kursverfall fiel zeitlich mit der Nachricht über einen Kompromiss im US-Kongress bezüglich Stablecoins zusammen, und genau von diesem Faktor erholte sich der Markt am schnellsten.

Tageschart von CRCL/USD

Aktualisierung des Klarheitsgesetzes

Am 20. März 2026 gaben die Senatoren Thom Tillis und Angela Alsobrooks eine grundsätzliche Einigung mit dem Weißen Haus über einen zentralen und umstrittenen Abschnitt des CLARITY-Gesetzes bekannt. Die Kernaussage der Einigung: Inhaber von Stablecoins können künftig keine Einkünfte mehr allein durch das Halten ihrer Guthaben erzielen. Passive Einkünfte sind verboten. Belohnungen für die aktive Nutzung bleiben jedoch bestehen: Überweisungen, Zahlungen und Transaktionen auf Plattformen können weiterhin Boni einbringen.

Alsobrooks bestätigte die Einigung in einem Interview mit Politico: „Senator Tillis und ich haben eine Grundsatzeinigung erzielt.“ Sie erklärte, der Kompromiss werde Innovationen schützen und gleichzeitig einen massiven Abfluss von Einlagen aus dem Bankensystem verhindern. Tillis stellte klar, dass der endgültige Text noch mit der Branche abgestimmt werden müsse.

Für Circle sind die Konsequenzen eindeutig: $USDC bildete die Grundlage eines Teils der Investitionsstrategie des Unternehmens, die sich auf das Potenzial des Stablecoins als Sparinstrument konzentrierte. Ein Verbot passiver Einkünfte schließt dieses Szenario auf regulatorischer Ebene aus.

Tether wird einer Prüfung unterzogen.

Vor diesem Hintergrund gab Tether – der Emittent des größten Stablecoins USDT – am selben Tag, dem 24. März, die Beauftragung einer der vier größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften mit der Durchführung der ersten umfassenden unabhängigen Abschlussprüfung bekannt. Die Prüfung umfasst Reserven, interne Kontrollen sowie den Umgang mit digitalen und traditionellen Vermögenswerten. Das Unternehmen bezeichnet sie als die größte Debütprüfung in der Geschichte der Finanzmärkte.

Tether-CEO Paolo Ardoino bezeichnete die Prüfung als Schritt hin zu maximaler Transparenz und der Einhaltung globaler Finanzstandards. Finanzvorstand Simon McWilliams stellte klar, dass das Unternehmen ein wettbewerbsorientiertes Auswahlverfahren durchlaufen habe und bereits auf dem Niveau der Big Four arbeite.

Der Zeitpunkt der Ankündigung ist aufschlussreich. Während Circle aufgrund regulatorischer Beschränkungen Verluste erleidet, demonstriert Tether einen Schritt hin zu der Transparenz, die das Unternehmen seit Jahren fordert.

Zwei Ereignisse an einem Tag – der Kursverfall der Circle-Aktien und die Ankündigung der Tether-Prüfung – zeichnen das Bild einer Branche, die sich schneller als erwartet an den neuen Rechtsrahmen anpassen muss. Der endgültige Text des CLARITY Act ist noch nicht finalisiert, die regulatorische Ausrichtung ist jedoch klar umrissen.

Meinung der KI

Aus regulatorischer Sicht stellt Circles Situation einen seltenen Fall dar: Ein Unternehmen gestaltet aktiv die Spielregeln und leidet anschließend unter deren Folgen. Circle strebte konsequent nach Rechtssicherheit, erhielt als erstes Unternehmen die europäische MiCA-Zertifizierung und begrüßte öffentlich den GENIUS Act – jenes Gesetz, das ebendiese verzinsten Stablecoins verbietet. Der Markt reagierte umgehend: Die regulatorische Klarheit entsprach nicht den Erwartungen der Aktionäre.

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