
Die sinkenden Kosten für das Training neuronaler Netze machen die Technologie zugänglicher, und die steigende Nachfrage erfordert massive Investitionen in Rechenleistung. Laut ARK Invest könnten die weltweiten Ausgaben für KI-Infrastruktur bis 2030 fast 1,5 Billionen US-Dollar erreichen.
Die Verbreitung von KI schreitet schneller voran als die des Internets, und die Infrastruktur wird entsprechend ausgebaut.
Wir glauben, dies ist der Beginn eines massiven Ausbaus, da Verbraucher und Unternehmen eine starke Nachfrage signalisieren. @downingARK teilt in einem neuen Blogbeitrag die neuesten Informationen zur KI-Infrastruktur. https://t.co/tatNHMFiuM
— ARK Invest (@ARKInvest) 25. März 2026
Die Preise sinken, die Nachfrage steigt
Analysten zufolge sinken die Kosten für das Training neuronaler Netze jährlich um 75 %. Die Inferenzkosten für Modelle mit einer Benchmark-Punktzahl von über 50 % sinken sogar noch schneller – im Durchschnitt um 95 %.

Quelle: ARK Invest.
Preisgünstigere Technologien senken in der Regel die Kosten. Im Bereich der künstlichen Intelligenz verhält es sich jedoch anders: Da das Training und der Betrieb von Modellen immer erschwinglicher werden, erweitert sich das Spektrum der Aufgaben, bei denen ihr Einsatz wirtschaftlich gerechtfertigt ist.
Künstliche Intelligenz wird doppelt so schnell adaptiert wie das Internet und hat in nur drei Jahren eine Durchdringung von 20 % erreicht – eine Leistung, für die das World Wide Web mehr als sechs Jahre benötigte.
Die Nachfrage von Unternehmen wächst ebenfalls rasant. Das Volumen der Token-Anfragen über OpenRouter hat sich seit Dezember 2024 um das 28-Fache erhöht. Anthropic steigerte seinen Jahresumsatz von 100 Millionen US-Dollar im Jahr 2023 auf 14 Milliarden US-Dollar im Februar 2026. OpenAI erreichte bis November 2025 eine Million Geschäftskunden.

Quelle: ARK Invest.
Infrastrukturboom
Seit dem Start von ChatGPT ist die Nachfrage nach beschleunigtem Rechnen sprunghaft angestiegen. Nvidias Jahresumsatz wuchs von 27 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022 auf 216 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. Analysten prognostizieren, dass er im Jahr 2026 350 Milliarden US-Dollar erreichen wird.
Das weltweite Wachstum der Serverinvestitionen hat sich von 5 % pro Jahr im Jahrzehnt bis 2022 auf 30 % in den letzten drei Jahren beschleunigt. Laut ARK sind GPUs und anwendungsspezifische integrierte Schaltungen (ASICs) zum dominierenden Segment geworden und machen 86 % des Servermarktes aus.
Private Investitionen in KI-Infrastruktur werden 2025 voraussichtlich 200 Milliarden US-Dollar übersteigen, wobei rund 80 Milliarden US-Dollar an Entwickler grundlegender Modelle fließen. Hyperscaler suchen nach alternativen Finanzierungsformen: Metas 30-Milliarden-Dollar-Deal mit Blue Owl war die größte Private-Equity-Transaktion der Geschichte.
Kampf der Chips
Die steigende Nachfrage hat den Wettbewerb zwischen Hardwareherstellern verschärft. AMD konnte bei kleineren Modellen hinsichtlich der Gesamtbetriebskosten (TCO) zu Nvidia aufschließen. Im Segment der High-End-Modelle behauptet Nvidia jedoch dank der Grace-Blackwell-Architektur weiterhin die Leistungsführerschaft.

Quelle: ARK Invest.
Hyperscaler entwickeln aktiv eigene Halbleiterlösungen. Google designt bereits seit 10 Jahren TPUs . Laut SemiAnalysis können die Rechenkosten durch den Einsatz kundenspezifischer Chips für interne Aufgaben im Vergleich zu Nvidia-Architekturen um 62 % gesenkt werden.
Amazon bewirbt Trainium als bevorzugte Plattform für anthropisches Training. Microsoft führt seine zweite Generation von Maia-Beschleunigern ein, die für Inferenz optimiert sind.
Broadcom dominiert das Backend-Design und arbeitet mit Googles TPU, Meta MTIA und dem kommenden Chip von OpenAI zusammen. Citi prognostiziert, dass der KI-Umsatz des Unternehmens von 20 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf 100 Milliarden US-Dollar im Jahr 2027 steigen wird.
Startups mit neuen Architekturen gewinnen an Bedeutung. Cerebras, bekannt für seinen Wafer Scale Engine-Chip, plant noch in diesem Jahr an die Börse zu gehen. Groq wiederum hat einen Lizenzvertrag über 20 Milliarden US-Dollar mit Nvidia abgeschlossen.
Vorhersage
Laut ARK werden die jährlichen Investitionen in KI-Infrastruktur bis 2030 1,5 Billionen US-Dollar erreichen – eine Verdreifachung innerhalb von fünf Jahren. Der Anteil spezialisierter ASICs an der Rechenleistung wird auf ein Drittel des Marktes steigen.

Quelle: ARK Invest.
„Die heute entstehende Infrastruktur ist keine Blase, die kurz vor dem Platzen steht, sondern das Fundament für einen einmaligen Plattformwechsel. Nützliche KI-Agenten werden gerade erst eingesetzt; sie sind zwar ‚unersättlich nach Token‘, aber deutlich leistungsfähiger als das, was Nutzer bisher gewohnt sind. Um diese Agenten in Millionen von Unternehmen einzusetzen, sind enorme Rechenleistungen erforderlich, um die Investition zu rechtfertigen“, so das Fazit der Experten.
Zur Erinnerung: Die Experten von Citrini Research sagten den Zusammenbruch der Wirtschaft aufgrund künstlicher Intelligenz voraus.
