
Der Kryptowährungsmarkt erlebte eine scharfe Korrektur, die die Gewinne der beiden Vortage vollständig zunichtemachte. Laut dem technischen Analysten Peter Brandt zeigt der Bitcoin-Chart (BTC) Schwächen und könnte innerhalb klassischer Muster weiter bis auf 49.000 US-Dollar fallen.
Inmitten dieser Entwicklung folgte Ethereum (ETH) dem Beispiel der führenden Kryptowährung und testete laut CoinMarketCap zum ersten Mal seit Monatsbeginn die psychologisch wichtige Marke von 2.000 US-Dollar.
Physik eines Glases
Peter Brandt hat sich mit einem ironischen Unterton zu den Kritikern der grafischen Analyse geäußert und festgestellt, dass Bitcoin die Regeln der klassischen technischen Analyse besser befolgt als die meisten anderen Märkte.
Seiner Meinung nach spielen die subjektiven Erwartungen der Händler daher für die Preisentwicklung keine Rolle.

Diese Ansicht wurde auch von anderen Marktteilnehmern geteilt. Ein Nutzer namens codon.pro fügte hinzu, dass die hohe Effizienz der Chartmodelle durch das Fehlen von „Schutzmechanismen“ der Zentralbanken erklärt werde.
„Bitcoin ist ein reines, rund um die Uhr geöffnetes globales Orderbuch, in dem Muster wie Dreiecke die algorithmische Liquiditätskompression und die Akkumulation von Stop-Loss-Orders durch Privatanleger darstellen“, erklärte er.
Händler Rafal wies seinerseits auf eine Wiederholung der Struktur vom Jahresbeginn hin. Seinen Berechnungen zufolge nähert sich der Kurs dem maximalen Schmerzniveau der vorherigen Akkumulationszone.
„Hier werden große Fonds, die Positionen aufgebaut haben, gezwungen sein, ihre Einstiege zu verteidigen, was den Endpunkt des aktuellen Abwärtstrends darstellen könnte“, bemerkte der Experte.

Makroökonomische Lücke
Ein Analyst von DurdenBTC wies auf die ungewöhnliche Diskrepanz zwischen dem Marktpreis und dem M2-Liquiditätsmodell hin.
Seinen Berechnungen zufolge sollte der faire Wert von Bitcoin jetzt bei 215.886 US-Dollar liegen, während der Höchststand von 71.000 US-Dollar bei der jüngsten Kursbewegung einen Abschlag von 67 % darstellt.
Laut dem Experten lag die Korrelation zwischen der ersten Kryptowährung und M2 historisch gesehen bei 0,89, was einen der engsten Indikatoren in der Makroökonomie darstellt.
„Ich halte weiterhin an Fiatgeld fest, weil solche großen Diskrepanzen durch eine abrupte Bewegung in die eine oder andere Richtung behoben werden könnten“, erklärte er.

Warum geht es bergab?
Laut Analyst Ash Crypto ist der Rückgang auf eine Kombination dreier Faktoren zurückzuführen:
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Geopolitik: Das Fehlen eines Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran. Anhaltende Angriffe und die Blockierung von Schiffen verstärken die Unsicherheit und zwingen Investoren zum Ausstieg aus risikoreichen Anlagen;
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Anleihenkrise: Die Renditen langfristiger US-amerikanischer und japanischer Staatsanleihen erreichten neue Rekordwerte. Der MOVE-Index, der die Volatilität des Anleihenmarktes misst, steigt angesichts der Inflationserwartungen infolge der Energiekrise.
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Die US-Notenbank setzt auf Konjunktur : Der Markt rechnet nicht mehr mit einer Zinssenkung im Jahr 2026. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung in diesem Jahr ist auf 48,6 % gestiegen, wodurch dem Markt überschüssige Liquidität entzogen wird.
Anleger beobachten auch die Äußerungen von US-Präsident Donald Trump. Am Vortag hatte er festgestellt, dass der Aktienmarkt nur leicht nachgegeben habe, was auf eine ruhige Stimmung hindeute.
„Eine Trendwende bei Krypto-Assets könnte eintreten, wenn sich der Ton seiner Reden dahingehend ändert, dass er von einer Unterbewertung der Assets und dem besten Zeitpunkt für einen Kauf spricht“, schloss der Experte.
