
Der Technologiekonzern Google hat eine wichtige Ankündigung bezüglich der Risiken gemacht, die Quantencomputer für bestehende kryptografische Systeme darstellen.
Das Unternehmen gab bekannt, dass Authentifizierungssysteme bis 2029 auf Post-Quanten-Kryptographie (PQC) umgestellt werden müssen. Diese Ankündigung hat eine bedeutende Debatte neu entfacht, insbesondere im Hinblick auf die Zukunft von Blockchain-Netzwerken wie Bitcoin und Ethereum.
Im Dezember 2024, nach der Vorstellung des Quantenchips „Willow“ durch Google, herrschte in der Kryptowährungsbranche die Ansicht vor, die Bedrohung sei noch weit von der Realität entfernt. Damals ging man davon aus, dass zum Knacken bestehender Verschlüsselungsmethoden Millionen von Qubits benötigt würden – und das für ein System mit nur 10⁵ physikalischen Qubits.
In den vergangenen 16 Monaten hat sich die Situation jedoch etwas verändert. Google nennt nun genauere Zeitpläne und verweist dabei auf Fortschritte bei Quantenhardware, Fehlerkorrekturtechnologien und Rechenleistung. Das Sicherheitsteam des Unternehmens hat erklärt, dass Quantencomputer eine ernsthafte Bedrohung darstellen, insbesondere für digitale Signaturen und Verschlüsselungssysteme.
Diese Risiken sind nicht rein theoretischer Natur. Android 17 beginnt mit der Implementierung von Post-Quantum-Signatur-Sicherheit, der Chrome-Browser unterstützt den Post-Quantum-Schlüsselaustausch, und Google Cloud bietet Unternehmenskunden Lösungen für Post-Quantum-Signatur-Sicherheit an.
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Das Bitcoin-Netzwerk verwendet den SHA-256-Algorithmus für das Mining und den ECDSA-Algorithmus für die Signierung von Transaktionen. Insbesondere ECDSA zeichnet sich dadurch aus, dass es mithilfe von Quantencomputern geknackt werden kann.
Ein ausreichend leistungsstarker Quantencomputer könnte mithilfe von Shors Algorithmus private Schlüssel aus öffentlichen Schlüsseln ableiten. Theoretisch könnte dies zum Diebstahl von Bitcoins führen, deren öffentliche Schlüssel in Blockchains sichtbar sind.
Bisher ging man davon aus, dass Millionen physikalischer Qubits benötigt würden, um dieses Szenario zu realisieren. Googles Fortschritte bei der Fehlerkorrektur und die gesteckten Ziele für 2029 deuten jedoch darauf hin, dass dieser Prozess schneller voranschreiten könnte als erwartet.
Andererseits argumentieren einige Experten, dass das kurzfristige Quantenrisiko übertrieben dargestellt wird. Laut CoinShares-Daten sind nur etwa 10.200 $BTC ernsthaft gefährdet. Der größere Risikopool, der etwa 1,6 Millionen $BTC umfasst, ist auf mehrere Wallets verteilt, was Angriffe in der Praxis deutlich erschwert.
*Dies ist keine Anlageberatung.
