
Laut CNBC hat die Oracle Corporation angesichts fallender Aktienkurse und erheblicher Investitionen in die Entwicklung der KI-Infrastruktur mit dem Abbau von Tausenden von Stellen begonnen.
Laut Business Insider sind von den Entlassungen Arbeitnehmer weltweit betroffen. Das genaue Ausmaß ist unbekannt.
„Nach eingehender Analyse der aktuellen Geschäftsanforderungen von Oracle haben wir beschlossen, Ihre Stelle im Rahmen einer umfassenderen Organisationsumstrukturierung abzubauen. In diesem Zusammenhang ist heute Ihr letzter Arbeitstag“, heißt es in Kopien des Schreibens, die den Medien vorliegen.
Im Mai 2025 beschäftigte Oracle rund 162.000 Mitarbeiter. Die Stellenstreichungen betrafen die Geschäftsbereiche Oracle Health, Sales, Cloud, Customer Success und NetSuite.
CNBC hob hervor, dass das Kerngeschäft des Unternehmens aufgrund der Konkurrenz durch generative KI-Modelle vor Herausforderungen steht. Zudem bereiten den Anlegern die steigende Verschuldung und der sinkende Cashflow Sorgen.
Die Aktien von Oracle sind seit Jahresbeginn um 25 % gefallen – stärker als die anderer Technologiekonzerne.

Kursentwicklung der Oracle-Aktie. Quelle: Yahoo Finance.
Oracle entwickelt seine führende Datenbank zur Speicherung und Verarbeitung von Unternehmensinformationen kontinuierlich weiter. In den letzten Jahren hat das Unternehmen, dem Beispiel von Wettbewerbern wie Amazon folgend, seine Investitionen in Rechenzentren, die künstliche Intelligenz ermöglichen, erhöht. Der Umfang des Geschäfts liegt jedoch weiterhin hinter dem anderer Cloud-Anbieter zurück.
Auf KI und Kostenoptimierung setzen
Oracle finanziert seine KI-Projekte mit Fremdkapital. Im Januar kündigte das Unternehmen Pläne zur Aufnahme von 50 Milliarden US-Dollar an. Im jüngsten Bericht erklärte das Management jedoch, dass für 2026 keine weiteren Kreditaufnahmen geplant seien.
Im September 2025 berichtete das Unternehmen, dass das Volumen der noch nicht erfüllten vertraglichen Verpflichtungen (ein Indikator für zukünftige Einnahmen) nach dem 300 Milliarden Dollar schweren Deal mit OpenAI um 359 % auf 455 Milliarden Dollar gestiegen sei.
Analysten von TD Cowen schätzen, dass eine Reduzierung der Mitarbeiterzahl um 20.000 bis 30.000 den freien Cashflow des Unternehmens um 8 bis 10 Milliarden Dollar erhöhen könnte.
Das Oracle-Management ist überzeugt, dass sich groß angelegte Investitionen in künstliche Intelligenz im Laufe der Zeit auszahlen werden.
Die Zukunft der Unternehmensstruktur im Zeitalter der KI
Wenige Wochen nach der Entlassung von 4.000 Mitarbeitern präsentierte Block-CEO Jack Dorsey seine Vision vom Arbeitsplatz der Zukunft, in dem künstliche Intelligenz die mittleren Führungskräfte ersetzen wird.
Laut dem Unternehmer kann KI Projekte verfolgen, Probleme erkennen, Aufgaben zuweisen und wichtige Informationen schneller kommunizieren als Menschen. Roelof Botha, leitender unabhängiger Direktor von Dorsey & Block, bestätigte, dass sich das Unternehmen in der Anfangsphase der Umstellung auf ein technologiebasiertes Managementmodell befindet.
„Wir stellen die Grundannahme in Frage, dass Organisationen hierarchisch sein sollten und dass Menschen Prozesse koordinieren sollten“, stellten die Experten fest.
Sie beabsichtigen nicht nur, jedem Mitarbeiter einen KI-Assistenten für unterwegs zur Verfügung zu stellen, sondern den Managementbereich selbst radikal zu automatisieren. Das Unternehmen soll daher „als eine Art künstliche Intelligenz oder Mini- AGI aufgebaut werden“.

Quelle: Jack Dorseys X.
Menschen zählen immer noch
Im März stellte Block einige der im Februar entlassenen Mitarbeiter wieder ein. Dorsey und Botha erklärten, dass künstliche Intelligenz zwar eine wichtige Rolle im geplanten Geschäftsmodell des Unternehmens spielen könne, die wichtigsten geschäftlichen und ethischen Entscheidungen aber weiterhin von Menschen getroffen würden.
Die Mitarbeiter werden auf drei Rollen umverteilt:
- Einzelakteure – Betriebssysteme erstellen und pflegen;
- verantwortungsbewusst – spezifische Aufgaben lösen und alle notwendigen Ressourcen nutzen können;
- Spielertrainer – kombinieren Programmierung und Entwicklung mit Managementaufgaben, einschließlich der Betreuung und Unterstützung von Kollegen.
Aufgabe der traditionellen Hierarchie
Die meisten Unternehmen sind hierarchisch strukturiert: Informationen fließen von den Mitarbeitern zu den Managern, dann zur Geschäftsleitung und wieder nach unten.
Dorsey und Botha glauben, dass ein ähnlicher Ansatz in der Vergangenheit effektiv funktioniert hat, aber KI ist in der Lage, die gleichen Funktionen viel schneller auszuführen.
„Das Modell eines Unternehmens, das nicht hierarchisch, sondern intelligent organisiert ist, ist so bedeutsam, dass es die Arbeitsweise von Unternehmen in den kommenden Jahren verändern wird“, sagten die Unternehmer.
Ihrer Ansicht nach trägt die Beschleunigung des Informationsflusses zur rasanten Geschäftsentwicklung bei. Hierarchien und mittleres Management verlangsamen diesen Prozess hingegen.
Zur Erinnerung: Im März kündigte Chris Marszalek, Mitgründer und CEO von Crypto.com, einen Personalabbau von 12 % an. Hauptgrund dafür war die Einführung künstlicher Intelligenz in alle Prozesse.
