Bitcoin braucht eine neue Erzählung, um den Durchbruch zu schaffen, sagt ein früher Investor.

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Laut Kyle Chass, einem frühen Marktteilnehmer, der seit 2012 aktiv ist, hat sich die langfristige Positionierung von Bitcoin seit seiner Entstehung verändert. In einem kürzlich erschienenen Risk Takers-Podcast sagte Chass, dass der Vermögenswert nicht mehr innerhalb seines ursprünglichen Peer-to-Peer-Digitalwährungssystems funktioniere, und fügte hinzu, dass seine aktuelle Rolle als Wertspeicher möglicherweise eine neue Erzählung erfordere, um weiteres Wachstum zu unterstützen.

Er erklärte, Bitcoin sei ursprünglich als dezentrales Zahlungssystem konzipiert worden. Nach der Debatte um die Blockgröße habe sich die Ausrichtung des Netzwerks jedoch geändert. Infolgedessen habe sich Bitcoin zu dem entwickelt, was er als „digitales Gold“ bezeichnete, bei dem das Halten Vorrang vor dem Ausgeben habe. Er merkte an, dass diese Entwicklung die Interaktion der Teilnehmer mit dem Vermögenswert im Vergleich zu dessen anfänglicher Verbreitung grundlegend verändert habe.

Vom Ausgabenmanagement zur Kundenbindung

Kyle schilderte detailliert, wie sich sein Umgang mit Bitcoin im Laufe der Zeit entwickelt hat. In den vergangenen Jahren versuchte er, ausschließlich mit Bitcoin zu verdienen, auszugeben und zu arbeiten, was seinem angestrebten Szenario entsprach. Dieser Ansatz wurde später durch eine Strategie ersetzt, die sich auf die Aufbewahrung des Vermögenswerts anstatt auf dessen Verwendung für tägliche Transaktionen konzentriert.

Er merkte an, dass langfristiges Halten für ihn weiterhin effektiv sei, während kurzfristige Kursschwankungen für seine Gesamtstrategie an Bedeutung verloren hätten. Zwar räumte er ein, in letzter Zeit gelegentlich gehandelt zu haben, indem er einige seiner Positionen bei rund 84.000 US-Dollar verkaufte und für etwa 65.000 bis 66.000 US-Dollar zurückkaufte, bezeichnete solche Aktionen jedoch im Vergleich zu seiner breiter angelegten Anlagestrategie als selten.

Erste Handelsaktivitäten und Marktlektionen

Der Investor beschrieb außerdem mehrere frühe Bitcoin-Transaktionen, die veranschaulichen, wie die Kryptowährung vor dem Aufbau einer umfassenderen Infrastruktur genutzt wurde. Dazu gehörten private Transaktionen über LocalBitcoins, wo große Geldbeträge direkt zwischen Privatpersonen ausgetauscht wurden. In einem Fall zählte er bei der Transaktion etwa 30.000 US-Dollar in bar, in einem anderen Fall rund 100.000 US-Dollar.

Er erwähnte auch, dass er 2015 14,5 Bitcoins für den Kauf eines Motorrads bei einem Händler ausgegeben hatte, der Bitcoin akzeptierte. Solche Transaktionen verdeutlichten damals die geringe Akzeptanz von Kryptowährungen als Zahlungsmittel und veranlassten Nutzer, gezielt nach Anbietern zu suchen, die digitale Währungen akzeptierten.

Fremdkapital- und Kapitalverlustrisiken

Neben seinen Ausgabengewohnheiten hob der Investor die Risiken der Fremdkapitalfinanzierung hervor. Er berichtete, während des durch COVID-19 ausgelösten Marktabschwungs nach einem Margin Call für einen durch seine Vermögenswerte besicherten Kredit rund 350 Bitcoins verloren zu haben. Die Liquidation erfolgte im Zuge einer Kursbewegung, was er als wichtige Lektion im Umgang mit Krediten gegen volatile Vermögenswerte bezeichnete.

Er fügte hinzu, dass frühere Entscheidungen, darunter die Finanzierung von Projekten und die Deckung laufender Kosten während des Bärenmarktes 2018, ebenfalls zu erheblichen Bitcoin-Abflüssen geführt hätten. Aufgrund dieser Erfahrungen verlagerte er seinen Fokus auf den Kapitalerhalt.

Siehe auch: Bitcoin-Preisprognose: Können die Bullen wieder an Dynamik gewinnen und die 70.000-Dollar-Marke überschreiten?

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