Irland führt digitale ID zur Altersverifizierung für Social-Media-Nutzer ein

Am 3. April hat die irische Regierung eine Testversion einer digitalen Geldbörse mit Altersverifizierungsfunktion eingeführt, um die Sicherheit von Teenagern im Internet zu gewährleisten, berichtet Bloomberg.

Das Ministerium für öffentliche Ausgaben und Reformen erklärte, die digitale ID würde die Altersverifizierung erleichtern, was voraussichtlich dazu beitragen werde, Kinder und Jugendliche vor den Gefahren sozialer Medien zu schützen.

Irland beherbergt die europäischen Hauptsitze der weltweit größten Technologieunternehmen und ist eines von mehreren Ländern, die versuchen, Teenagern die Nutzung sozialer Medien zu verbieten.

Die Bewegung gewann an Dynamik, nachdem Australien im Januar Kindern unter 16 Jahren die Nutzung dieser Plattformen verboten hatte.

In Irland geht man davon aus, dass die Altersverifizierung ein Schritt hin zu einem umfassenderen Verbot von Plattformen sein wird, die von Technologiegiganten wie Meta betrieben werden.

Zuvor hatte Finanzminister Simon Harris die Social-Media-Präsenz von Teenagern als „ernsthaftes Problem der öffentlichen Gesundheit“ bezeichnet und auf die Auswirkungen auf die Ressourcen für psychische Gesundheit hingewiesen.

Die neue digitale Geldbörse kann Versionen von Geburtsurkunden, Führerscheinen und anderen offiziellen Dokumenten speichern. Alle EU-Mitgliedstaaten müssen ein solches System bis Ende 2026 einführen. Gleichzeitig hat jedes Land das Recht, die Art der Umsetzung selbst zu bestimmen.

Soziale Medien – eine Schande?

Zuvor hatten sich bereits mehrere Experten wiederholt zu den Gefahren sozialer Netzwerke für Teenager geäußert. So erklärte beispielsweise die Präsidentin der American Psychological Association, Tema Bryant, im Mai 2023, dass die Nutzung dieser Plattformen im Hinblick auf die Reife der Jugendlichen beurteilt werden müsse, da junge Nutzer „weniger gut mit psychischen Risiken umgehen können“.

Laut Hans Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa, nimmt das Problem der Nutzung sozialer Medien zu und gibt Anlass zu ernsten Bedenken hinsichtlich der Gesundheit und des Wohlbefindens junger Menschen.

„Soziale Netzwerke können natürlich sowohl positive als auch negative Folgen haben. Deshalb ist die Vermittlung digitaler Kompetenzen so wichtig. In vielen Ländern ist sie jedoch noch unzureichend, und wo sie verfügbar ist, hält sie oft nicht mit dem Tempo der kindlichen Entwicklung und dem technologischen Fortschritt Schritt“, bemerkte der Experte.

Johannes Trull, außerordentlicher Professor an der Bloomberg School, betonte, dass soziale Medien gefährlich seien, weil sie Daten über die Auswirkungen von Algorithmen verschleiern. Unabhängige Forscher könnten den Schaden nicht vollständig abschätzen.

Laut der Psychologin Lisa Damour ist es für Teenager besser, den Zugang zu sozialen Medien so lange wie möglich hinauszuzögern. Das Hauptproblem sind Algorithmen, die schädliche Inhalte verbreiten.

Hier nach ID

In den letzten Jahren haben viele Länder neue digitale Systeme zur persönlichen Identifizierung eingeführt. Sie werden sowohl von öffentlichen als auch von privaten Einrichtungen implementiert: Banken, Universitäten und IT-Unternehmen.

Die Dienste ermöglichen es den Bürgern, elektronische Dokumente über Online-Dienste zu nutzen, bergen aber Risiken für die persönliche Sicherheit.

In diesem Zusammenhang gewinnt online eine Bewegung an Stärke, die bewusst auf digitale Identifikatoren verzichtet und stattdessen KI-Assistenten nutzt. Eine formierte soziale Gruppe stellt „Undurchsichtigkeit“ über Bequemlichkeit.

Erinnern wir uns daran, dass die gemeinnützige Organisation Solana Foundation im Juli eine neue Strategie zur Gewinnung großer institutioneller Kunden vorgestellt hat, die auf flexiblen Datenschutzeinstellungen basiert.

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