Historische Kennzahlen deuten auf einen Tiefpunkt für den Bitcoin-Preis hin.

Zwei wichtige Kennzahlen deuteten auf eine mögliche Trendwende bei der ersten Kryptowährung hin, wie CryptoQuant-Analyst Ignacio Moreno de Vicente anmerkte.

Die Sharpe-Ratio ist deutlich in den negativen Bereich gefallen und hat -40 erreicht. Historisch gesehen korrespondierte dieser Schwellenwert mit der Bildung langfristiger Tiefstände. In den Jahren 2015, 2019, 2020 und 2023 ging das Unterschreiten dieses Niveaus stets mit einem weiteren Anstieg des Vermögenswerts einher.

Der Indikator für Käufer- und Verkäuferdruck liefert wichtige Kontextinformationen, bemerkte der Experte. Traditionell bilden sich stabile Zyklustiefs nicht gleichzeitig, sondern in mehreren Phasen.

Zunächst erfolgte eine Rückkehr in den Bereich maximalen Verkaufsdrucks (orange/rote Ausschläge unter -0,05 im zweiten Diagramm oben). In dieser Phase kapitulieren die notleidenden Verkäufer und panischen Marktteilnehmer.

Darüber hinaus normalisiert sich die Situation allmählich, da das Marktangebot sinkt.

Als der Indikator in den blauen Bereich „Kaufdruck“ zurückkehrte (ein Signal für eine echte Erholung der Nachfrage, nicht nur für eine Stabilisierung), ergab sich das günstigste Risiko-Rendite-Verhältnis.

„Das Diagramm zeigt nun, dass die orangefarbene Kapitulation bereits stattgefunden hat. Wir treten in die nächste Phase ein. Das Delta erholt sich langsam, hat aber noch nicht das blaue Niveau erreicht. Genau diese Lücke – zwischen bestätigter Kapitulation und der Erholung der Nachfrage – war historisch gesehen der Punkt, an dem die Kapitalallokation am stärksten asymmetrisch war“, erklärte Moreno de Vicente.

Gleichzeitig warnte er davor, dass makroökonomische Risiken, Liquiditätsprobleme und die Fragilität der Anlegerstimmung diesen Prozess verzögern könnten.

Bedingungen für einen Trendwechsel

Laut Glassnode-Analysten befindet sich Bitcoin derzeit in einer typischen bärischen Phase.

Eine Erholungsrallye infolge einer vorübergehenden Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran könnte die Kryptowährung auf 78.000 US-Dollar, den tatsächlichen durchschnittlichen Marktpreis, treiben. Bislang ist jedoch keine signifikante Veränderung der Dynamik erkennbar.

Für eine nachhaltige Erholung sind zwei Bedingungen notwendig:

  • Stabilisierung der Kosten für kurzfristige Inhaber (während diese sinken);
  • Eine deutliche Reduzierung der Verluste für diejenigen, die auf den Höhepunkten des Zyklus gekauft haben.

Diese Dynamik lässt sich anhand des gleitenden Sieben-Tage-Durchschnitts der realisierten Verluste langfristiger Investoren nachvollziehen. Seit November 2025 liegt dieser Wert bei über 4.000 BTC pro Tag, was auf eine Kapitulation der Käufer hindeutet, die zu Höchstkursen eingestiegen waren.

Das zuverlässigste Signal für einen Phasenwechsel ist eine Kombination aus einem stetigen Rückgang dieses Indikators auf ein Niveau unter 1.000 BTC pro Tag und einer Rückkehr des Preises über die Kosten kurzfristiger Inhaber (81.600 US-Dollar).

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels notiert Bitcoin bei rund 71.400 US-Dollar. Der Kurs der Kryptowährung ist in den letzten 24 Stunden um 0,3 % gefallen, hat aber in der vergangenen Woche um 7,5 % zugelegt.

Stundenchart von Binance BTC/USDT. Quelle: TradingView.

Segler zuversichtlich, den Tiefpunkt des Zyklus zu erreichen

Unterdessen glaubt Michael Saylor, Gründer von Strategy, laut The Block, dass Bitcoin seinen Tiefpunkt bereits bei rund 60.000 US-Dollar erreicht hat. Er verwies auf ein bekanntes Muster: Abwärtstrends enden nicht aufgrund einer sich verbessernden Stimmung, sondern aufgrund der Erschöpfung durch erzwungene Verkäufe.

Seinen Angaben zufolge war der jüngste Kurssturz hauptsächlich auf übermäßig fremdfinanzierte Minenbetreiber und schwächere Marktteilnehmer zurückzuführen, die ihre Positionen liquidierten.

Mit sinkenden Vorräten verschiebt sich das Machtverhältnis auf dem Markt. Saylor nannte die Faktoren, die einen weiteren Rückgang begrenzen:

  • stabilere Nachfrage nach ETFs;
  • Verbesserung der Liquiditätserwartungen;
  • Wachstum der Unternehmensinvestitionen in eigene Vermögenswerte.

Seinen Einschätzungen zufolge sind die aktuellen Bedingungen asymmetrisch: Vor dem Hintergrund der Angebotsknappheit durch schwache Marktteilnehmer wächst die Nachfrage nach Bitcoin weiter.

Saylor äußerte sich auch zu der potenziellen Bedrohung durch Quantencomputer. Er sagte, diese Risiken seien gering und vollständig kontrollierbar. Jede reale Bedrohung werde sich allmählich aufbauen, sodass das Netzwerk genügend Zeit zur Anpassung habe.

Die offene Architektur von Bitcoin wird es Entwicklern ermöglichen, quantenresistente Updates zu implementieren, lange bevor solche Angriffe in der Praxis möglich werden, betonte der Experte.

Zur Erinnerung: Am 8. April stellte Olaoluwa Osuntokun, CTO von Lightning Labs, einen Prototyp eines Tools zum Schutz von Wallets vor potenziellen Quantenangriffen vor.

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