
Olaoluwa Osuntokun, CTO von Lightning Labs, kündigte die Entwicklung eines Prototyp-Tools an, das Bitcoin-Wallets vor Angriffen durch Quantencomputer schützen soll.
Der CTO erklärte, dass das Bitcoin-Netzwerk Verschlüsselungsalgorithmen verwendet, die theoretisch anfällig für Quantencomputer sind. Im Falle eines solchen Angriffs könnten Angreifer mithilfe öffentlicher Blockchain-Daten private Schlüssel wiederherstellen und auf Bitcoins zugreifen. Aktuell wird ein schrittweiser Übergang zu neuen Standards als primäre Sicherheitsmaßnahme vorgeschlagen. Konkret sieht die BIP-360-Initiative die Einführung quantenresistenter Wallets vor, auf die Bitcoin-Besitzer ihre Vermögenswerte im Voraus übertragen können.
Olaoluwa Osuntokun befürchtet jedoch, dass der Migrationsprozess zwangsläufig lange dauern wird: Einige Bitcoin-Besitzer werden nicht genügend Zeit für das Update haben, und manche Guthaben werden unweigerlich auf alten Adressen verbleiben, auf die kein Zugriff mehr möglich ist. Aus diesem Grund wird laut dem Entwickler eine „Crash“-Option erwogen, die das Signatursystem des Netzwerks deaktivieren würde, um massenhaften Diebstahl zu verhindern.
Er wies darauf hin, dass ein solcher Schritt erhebliche Risiken birgt: Die meisten modernen Adressen basieren auf dem aktuellen Signaturmodell. Wird dieses deaktiviert, verlieren die rechtmäßigen Eigentümer vorübergehend die Möglichkeit, den Besitz ihrer Gelder nachzuweisen.
Als alternative Lösung präsentierte Osuntokun einen Mechanismus, der nach seinen Angaben negative Folgen für Nutzer vermeidet, die die neuen Standards noch nicht übernommen haben. Das System basiert auf der zk-STARK-Technologie (einem Protokoll, das keine Weitergabe an Dritte erfordert) und ersetzt die herkömmliche digitale Signatur: Der Besitzer bestätigt die Erstellung der Wallet mithilfe einer geheimen Seed-Phrase, ohne diese preiszugeben.
Ein leitender Manager von Lightning Labs ist überzeugt, dass dieser Ansatz die Sicherheit verbessert: Die Kompromittierung einer Adresse stellt kein Risiko für andere dar, die dieselbe Seed-Phrase verwenden. Der CTO bestätigte, dass der Prototyp bereits getestet wurde. Auf einem MacBook dauere die Generierung eines Eigentumsnachweises etwa 55 Sekunden, die Verifizierung weniger als zwei Sekunden. Die Nachweisdatei habe eine Größe von ca. 1,7 MB.
Osuntokun räumte ein, dass die Lösung experimentell sei: Sie sei als Nebenprojekt entstanden und noch nicht als formalisierter Vorschlag zur Integration in das Bitcoin-Netzwerk formuliert worden.
Google-Analysten hatten zuvor erklärt, dass ein erfolgreicher Quantenangriff auf das Bitcoin-Netzwerk und der Diebstahl von Vermögenswerten deutlich weniger Rechenleistung erfordern könnte als bisher angenommen.
