
Renditegenerierende Stablecoins erhöhen den Druck auf den traditionellen Bankensektor und schüren die Sorge vor Abflüssen von Einlagen und sinkender Kreditwürdigkeit, während politische Entscheidungsträger und Branchenverbände darüber debattieren, wie sich Finanzstabilität und Innovation auf dem sich rasant entwickelnden Markt für digitale Vermögenswerte in Einklang bringen lassen.
Wichtigste Erkenntnisse:
- Die American Bankers Association warnt davor, dass das Wachstum des Stablecoin-Marktes auf 2 Billionen Dollar zu einem Ansturm auf Einlagen führen könnte.
- Die Studie des Weißen Hauses weist ein Kreditwachstum von 0,02 % aus, was auf minimale kurzfristige Auswirkungen hindeutet.
- Lokale Banken könnten in einigen Bundesstaaten mit Kreditkürzungen von bis zu 8,7 Milliarden Dollar konfrontiert werden, da die Verwendung von Stablecoins zunimmt.
Die Debatte über Stablecoin-Renditen erhöht die Bankrisiken
Zinsbasierte Stablecoins stellen eine direkte Bedrohung für traditionelle Bankmodelle dar und führen zu einer politischen Pattsituation in Bezug auf Finanzstabilität und Innovation. Am 13. April stellte die American Bankers Association (ABA) eine vom Weißen Haus in Auftrag gegebene Studie des Council of Economic Advisers (CEA) in Frage, die zu dem Schluss gekommen war, dass ein Verbot zinsbasierter Stablecoins nur minimale Auswirkungen auf die Kreditvergabe hätte. Dieser Streit verdeutlicht die wachsenden Spannungen zwischen politischen Entscheidungsträgern und Akteuren im Bankensektor.
Die Autoren des Papiers, ABA-Chefökonom Sai Srinavasan und Vizepräsident für Bank- und Wirtschaftsforschung Yikai Wang, hoben eine wichtige politische Lücke hervor und erklärten:
„Politiker sollten die Forschungsergebnisse, wonach ein Verbot von Stablecoin-Renditen möglicherweise nur geringe kurzfristige Auswirkungen auf das gesamte Kreditvolumen hat, nicht ignorieren.“
„Nicht dieses Szenario ist umstritten“, fügten sie hinzu. „Umstritten ist vielmehr die Frage, ob die Zulassung von Zahlungen mit renditestarken Stablecoins die Abwanderung von Einlagen – insbesondere von lokalen Banken – beschleunigen wird, indem die Finanzierungskosten steigen und die Kreditvergabe im Inland zurückgeht.“ Sie argumentierten weiter: „Indem der CEA-Bericht die Folgen eines Verbots in den Mittelpunkt stellt, riskiert er, ein falsches Sicherheitsgefühl zu erzeugen und dabei ein weitaus bedeutenderes Szenario zu übersehen: die rasante Ausbreitung von Zahlungen mit renditestarken Stablecoins.“
Eine Studie des Weißen Hauses ergab, dass ein Verbot von Stablecoin-Renditen die Kreditvergabe der Banken lediglich um etwa 0,02 % erhöhen würde – eine im Vergleich zu den üblichen Quartalsschwankungen vernachlässigbare Veränderung. Die Analyse zeigte, dass Renditebeschränkungen nur begrenzte kurzfristige Auswirkungen haben und bestärkte damit die Ansicht, dass die aktuelle Stablecoin-Aktivität keinen signifikanten negativen Einfluss auf die gesamte Kreditvergabe hat. Kritiker argumentieren jedoch, dass dieser enge Ansatz die Risiken zukünftiger Marktexpansionen und struktureller Veränderungen in der Einlagenverteilung nicht ausreichend berücksichtigt.
Die Größenordnung von Stablecoins wird als kritischer Risikofaktor angesehen.
Der Artikel betont, dass die Größenordnung ein entscheidender Faktor für die Bewertung der Auswirkungen ist. Dies ist von Bedeutung, da die der CEA-Studie zugrunde liegende Basis – ein derzeit noch junger Stablecoin-Markt mit einem Volumen von rund 300 Milliarden US-Dollar – nicht mit einem zukünftigen Markt von 1–2 Billionen US-Dollar vergleichbar ist. In einem größeren Markt wird die Rendite zum Haupttreiber für Abflüsse von Einlagen, nicht zu einem sekundären Merkmal. Eine Analyse der American Bankers Association (ABA) ergab, dass die Auswirkungen auf die Kreditvergabe erheblich sein könnten, einschließlich eines Rückgangs der Kreditvergabe um 4,4 bis 8,7 Milliarden US-Dollar in einem einzelnen Bundesstaat wie Iowa. Diese Veränderungen würden Regionalbanken, die auf eine stabile Einlagenbasis zur Finanzierung lokaler Kredite angewiesen sind, überproportional stark treffen.
Letztlich stilisierten die Autoren dieses Problem zu einem strukturellen Risiko für die Kreditmärkte und warnten: „Das CEA-Papier verharmlost das zugrundeliegende Risiko, indem es die falsche Frage stellt. Es gibt bereits zahlreiche Belege und Analysen, die zeigen, dass ein Verbot von Renditen auf Stablecoins eine umsichtige Vorsichtsmaßnahme ist.“ Sie schlussfolgerten:
„Eine solche Politik wird es Stablecoins ermöglichen, sich als Innovation im Zahlungsverkehrssektor zu entwickeln, anstatt als wirtschaftlich riskanter Ersatz für versicherte Bankeinlagen.“
Die ABA betonte, dass steigende Finanzierungskosten ohne gezielte Schutzmaßnahmen die Kreditvergabekapazität lokaler Bankennetzwerke und regionaler Wirtschaften einschränken könnten.
