Experten der Paris Blockchain Week stellen die Liquidität von RWA in Frage

Experten der Paris Blockchain Week stellen die Liquidität von RWA in Frage
Die Tokenisierung von Vermögenswerten beseitigt nicht die Hürden, die sie für eine breite Anlegergruppe unzugänglich machen. Zu diesem Schluss kamen die Teilnehmer einer Branchenveranstaltung im Rahmen der Paris Blockchain Week und stellten damit eines der Hauptargumente für die Migration traditioneller Finanzinstrumente auf Blockchain-Plattformen infrage.
In einem Gespräch mit Cointelegraph-CEO Yana Prikhodchenko hob Oya Çeliktemur, Vertreterin von Ondo Finance, die Diskrepanz zwischen technologischen Möglichkeiten und Marktrealitäten hervor. Die Digitalisierung ändert nichts an der ökonomischen Logik eines Vermögenswerts. Instrumente, die historisch bedingt lange Haltefristen und einen begrenzten Käuferkreis erforderten, behalten diese Eigenschaften unabhängig vom Register, in dem sie registriert sind.
Francesco Ranieri Fabrocchi von Tether ergänzte, dass ein aktiver Sekundärmarkt nicht durch die technische Machbarkeit einer Transaktion entsteht, sondern durch das Vorhandensein einer ausreichenden Anzahl von Teilnehmern mit sich überschneidenden Interessen. Nur wenige Instrumente erfüllen dieses Kriterium. Dazu gehören Staatsanleihen, Geldmarktfonds und Stablecoins.
Marktstatistiken spiegeln diesen Trend wider. Laut RWA.xyz wuchs das Segment der tokenisierten realen Vermögenswerte zwischen April 2025 und Frühjahr 2026 von 8,8 Milliarden US-Dollar auf 29,9 Milliarden US-Dollar. Standardisierte Instrumente wie US-Staatsanleihen und Rohstoffkontrakte verzeichneten das stärkste Wachstum.
Alternative Anlageklassen, darunter Direktkreditfonds und Entwicklungsstrukturen, machen einen relativ geringen Anteil aus. Die Diskussion verlagert sich zunehmend von der technischen Umsetzung der Tokenisierung hin zu der Frage, ob sich digitale Lösungen in reale Handelsketten integrieren lassen.
