Nur eines von 150 Kryptoprojekten hat die Bedingungen der Zusammenarbeit mit Market Makern öffentlich offengelegt.

Laut Experten von Novora hat von den 150 wichtigsten Protokollen nur eines die Bedingungen der Zusammenarbeit mit Market Makern öffentlich offengelegt.

Die Studie umfasste die wichtigsten Projekttypen: dezentrale Börsen, Kreditplattformen, Perp-DEX, L1- und L2-Netzwerke, Cross-Chain-Bridges und CEX- Token. Der Wert der Projekte variierte zwischen 40 Millionen und 45 Milliarden US-Dollar.

Experten bewerteten die Protokolle mithilfe eines binären Transparenzsystems, das Offenlegungspraktiken und die Abdeckung durch Daten Dritter berücksichtigt. Die Verifizierung erfolgte anhand von Open-Source-Quellen.

Es stellte sich heraus, dass weniger als 1 % der Projekte ihre Geschäftsbedingungen mit Liquiditätsanbietern öffentlich zugänglich machen. Die einzige Ausnahme bildete die dezentrale Plattform Meteora – die Entwickler legten die Details der Partnerschaft ausführlich im Jahresbericht für Token-Inhaber für 2025 offen.

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Die meisten Kryptoprojekte veröffentlichen Informationen über ihre Einnahmen (grüne Linien). Quelle: Novora.

„Das ist die größte Transparenzlücke in unserer Branche“, sagte Novora-Gründer Connor King.

Seinen Angaben zufolge werden solche Vereinbarungen auf traditionellen Märkten regelmäßig offengelegt, aber „im Kryptosektor agiert jeder Teilnehmer ohne diese Informationen“.

Undurchsichtige Kooperationsbedingungen mit Market Makern stellen nach wie vor ein Problem in der Kryptoindustrie dar. Manche Vereinbarungen sind schlecht konzipiert und bergen versteckte Risiken.

Beim gängigen Kreditoptionsmodell leihen Projekte beispielsweise Token an Market Maker, die diese nutzen, um die Handelsaktivität und das Handelsvolumen aufrechtzuerhalten, oft im Rahmen von Börsenzulassungsvereinbarungen.

Kritiker argumentieren, dass diese Struktur in der Praxis lediglich den Verkauf geliehener Coins fördert. Der Preis fällt, was dem Intermediär zugutekommt. Gleichzeitig sehen sich Startups unmittelbar mit geringerer Liquidität und einer Verschlechterung ihrer Marktperformance konfrontiert.

Lücke in der Berichterstattung für Investoren

Die Studie deckte einen systemischen Mangel auf: Projekte kommunizieren kaum mit Investoren. Laut Novora generieren 91 % der Protokolle nachvollziehbare Einnahmen, aber nur 18 % der Teams veröffentlichen Quartalsberichte und lediglich 8 % stellen Materialien für Token-Inhaber bereit.

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Quelle: Novora.

Gleichzeitig hat die Analyseinfrastruktur von Drittanbietern bereits einen hohen Reifegrad erreicht, wobei die Abdeckung auf den wichtigsten Plattformen 85 % übersteigt. Basisdaten sind zwar weit verbreitet, werden aber selten in formale Berichte umgewandelt, stellten Experten fest.

Eine Aufschlüsselung nach Projekttyp offenbarte uneinheitliche Transparenz. So sind beispielsweise Perpetual-Futures-Protokolle und dezentrale Börsen hinsichtlich Offenlegung und Wertschöpfungsmechanismen führend. L1-Projekte und Infrastrukturplattformen hinken hingegen trotz höherer Marktkapitalisierung hinterher.

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Ethereum ist in puncto Transparenz unter den Netzwerken führend. Quelle: Novora.

Erinnern wir uns daran, dass der Market Maker CLS Global Anfang 2025 fiktive Handelsgeschäfte mit dem NexFundAI AI-Token zugab, der vom FBI zur Aufdeckung von Betrug entwickelt wurde.

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