Der Abfluss von Einlagen bei Aave überstieg innerhalb weniger Tage 16 Milliarden Dollar.

Nach dem Kelp-Hack sank das Einlagenvolumen im Aave-Landing-Protokoll um 35 % – von 45,8 Milliarden US-Dollar auf 29,6 Milliarden US-Dollar. Dies stellte der On-Chain-Analyst EmberCN fest.

Der TVL der Plattform sinkt weiter. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels liegt er bei 15,1 Milliarden US-Dollar, obwohl er am 18. April noch über 26 Milliarden US-Dollar lag.

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Quelle: DefiLlama.

Der native Aave-Token befindet sich weiterhin im Abwärtstrend. Der AAVE-Kurs ist in der vergangenen Woche um 13,8 % gefallen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels notiert der Token bei rund 91,2 US-Dollar.

Binance AAVE/USDT-Stundenchart. Quelle: TradingView.

Der Kelp-Angreifer wäscht weiterhin Geld. Laut Beobachtungen von EmberCN wandelte der Hacker innerhalb von anderthalb Tagen fast die gesamten gestohlenen 75.700 ETH (175 Millionen US-Dollar) über THORChain in Bitcoin um.

Dank dieser Aktivitäten überstieg das Handelsvolumen der Plattform 800 Millionen US-Dollar, und die Provisionseinnahmen erreichten 910.000 US-Dollar, wie der Experte anmerkte.

Problemlösung

Um die Liquidität zu stabilisieren und den Abfluss von Geldern aus Aave zu stoppen, hat das Fluid-Projekt einen aWETH-Rückkaufmechanismus ins Leben gerufen.

Innerhalb von 48 Stunden flossen 166.772 aETH (etwa 400 Millionen US-Dollar) durch die Plattform: Nutzer wandelten eingefrorene Vermögenswerte in wstETH oder weETH um.

Das Tool basiert auf Fluids Lite Vault, das wstETH und weETH als Sicherheiten für ETH-Schulden auf Aave hält. Dies ermöglicht das direkte Schließen von Gegenpositionen.

Der Aktienrückkauf erfolgte mit einem Abschlag von etwa 2,2 %. Zum Vergleich: Auf dem Sekundärmarkt wurde aWETH laut Castle Labs mit einem Abschlag von bis zu 23 % gehandelt.

Unterdessen schlug Gordon Liao, Chefökonom von Circle, vor, den USDC-Kurs auf Aave v3 anzuheben.

Der Stablecoin-Pool der Plattform ist den vierten Tag in Folge voll ausgelastet: Die verfügbare Liquidität ist unter 3 Millionen US-Dollar gefallen, ein Rückgang um 60 Millionen US-Dollar innerhalb eines Tages. Der variable Zinssatz für Kredite ist auf etwa 14 % begrenzt und führt nicht zu einer Marktbereinigung.

Nach dem Kelp-Hack tauchten auf Aave neue Kredite in Höhe von rund 300 Millionen US-Dollar auf. Manche Kreditnehmer nehmen den Zinssatz kaum in Kauf: 14 % pro Jahr sind ein geringer Preis für den Ausstieg aus einer Position. Liquiditätsanbieter hingegen, die den leeren Pool sehen, fordern eine höhere Prämie.

Liao schlug eine progressive Zinsstruktur vor: Je höher die Kredithöhe, desto höher der Zinssatz. Bei einer Beleihung von 95 % läge er bei 37 %, bei 100 % bei 53 %. Dies würde Kreditnehmer zur Rückzahlung ihrer Schulden zwingen und neue Liquidität anziehen.

Mitglieder der Community kritisierten die Idee. Rhett Shipp, Gründer von Avant Protocol, sagte, dass eine Erhöhung der Gebühren den Abfluss von Geldern aus Aave nicht stoppen würde.

Zur Erinnerung: Am 21. April ergriff der Sicherheitsrat von Arbitrum „Notfallmaßnahmen“ und sperrte 30.766 ETH (~71,2 Millionen US-Dollar), die von Kelp gestohlen worden waren.

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