Forscher bezweifeln die „Weisheit der Vielen“ auf Polymarket.

Eine Forschergruppe der London Business School und der Yale University analysierte Transaktionen auf Polymarket von 2023 bis 2025. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass die Genauigkeit der Prognosen der Plattform durch die „informierte Minderheit“ und nicht durch die „Weisheit der Masse“ gewährleistet wird.
Lediglich 3,14 % der Nutzer erwiesen sich als „erfolgreiche Gewinner“. Diese Gruppe streicht zusammen mit den Market Makern über 30 % des Gesamtgewinns der Plattform ein.
Die Studie umfasste 1,7 Millionen Konten und Transaktionen im Wert von 13,76 Milliarden Dollar.
Gleichzeitig lässt das Gesamteinkommen nicht immer auf die Fähigkeiten eines Traders schließen. Die Überprüfung ergab, dass nur 12 % der profitabelsten Konten tatsächlich eine Strategie verfolgen. Rund 60 % der vermeintlich erfolgreichen Trader gerieten mit veränderten Marktbedingungen in Verluste. Die Mehrheit der Teilnehmer (67 %) verbucht aufgrund mangelnder Erfahrung oder Pech weiterhin Verluste.
Die Forscher fanden auch Hinweise auf Insiderhandel. Sie identifizierten 1.950 Konten, die kurz vor wichtigen Ereignissen Transaktionen durchführten und deren Aktivität nach deren Abschluss einstellten.
Als Beispiel nannten sie Wetten auf den Rücktritt des ehemaligen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro. Die Geschäfte fanden kurz vor der offiziellen Ankündigung der US-Militäroperation „Absolute Entschlossenheit“ zur Festnahme des Politikers statt, so die Autoren.
Die Ergebnisse widersprechen den Positionen des Managements von Polymarket und Kalshi. Unternehmensleiter behaupten häufig, dass Prognosemärkte aufgrund der kollektiven Intelligenz der Teilnehmer effektiver seien als Experten.
Zur Erinnerung: Im April erhob das US-Justizministerium Anklage gegen den aktiven Militäroffizier Gannon Ken Van Dyke, der im Verdacht steht, geheime Informationen für Wetten auf Polymarket verwendet zu haben.
