Alphabet erzielte im ersten Quartal inmitten des KI-Booms einen Gewinn von 94,7 Milliarden US-Dollar.

Laut Bloomberg verzeichnete Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, eine starke Nachfrage nach ihren Cloud-Diensten und Lösungen im Bereich der künstlichen Intelligenz.

Starker Bericht

Der Umsatz des Konzerns im ersten Quartal betrug 94,7 Milliarden US-Dollar, Analysten hatten hingegen 91,6 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Der Gewinn je Aktie lag bei 5,11 US-Dollar; die Wall Street hatte 2,62 US-Dollar erwartet.

Die Alphabet-Aktien stiegen um mehr als 6 %.

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Kursentwicklung der Alphabet-Aktie. Quelle: Yahoo Finance.

Die Ergebnisse zerstreuten die Bedenken der Investoren hinsichtlich Googles Kerngeschäft, der Monetarisierung der Suche. Statt eines Abschwungs transformiert das Unternehmen diesen Bereich aktiv mithilfe von KI.

Der Cloud-Markt wächst weiterhin rasant, angetrieben von der Nachfrage nach KI-Software und -Infrastruktur. Gemini und Enterprise-Tools gewinnen an Popularität, und das Suchvolumen hat nach der Integration neuronaler Netze Rekordwerte erreicht.

„KI hat die Suche verbessert, nicht abgeschafft“, schrieb Andrew Rocco, Stratege bei Zacks Investment Research.

Alphabet plant, im Jahr 2026 bis zu 190 Milliarden Dollar für Kapitalinvestitionen auszugeben, und im Jahr 2027 werden die Ausgaben noch höher ausfallen.

„Diese starken Ergebnisse bestärken uns in unserer Überzeugung, dass wir in das Kapital investieren müssen, das erforderlich ist, um die Möglichkeiten der KI weiter auszuschöpfen“, sagte Finanzvorstand Anat Ashkenazi.

Google-CEO Sundar Pichai merkte an, dass es dem Unternehmen gelungen sei, die Kosten für die Bearbeitung von Nutzeranfragen mithilfe von LLM zu senken.

Zahlen “in der Cloud”

Googles Cloud-Sparte meldete einen Umsatz von 20 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen von 18,4 Milliarden US-Dollar. Sie verzeichnete ein „deutliches beschleunigtes Wachstum“, das durch die Nachfrage nach KI-Software und -Infrastruktur getrieben wurde.

Der Auftragsbestand hat sich gegenüber dem Vorquartal fast verdoppelt und überstieg 460 Milliarden Dollar.

„Wir stoßen an unsere Grenzen bei den Rechenkapazitäten. Die Cloud-Umsätze hätten höher ausfallen können, wenn wir die Nachfrage hätten decken können. Wir arbeiten an einer Lösung dieses Problems und investieren entsprechend“, sagte Pichai.

Google wird einigen Kunden Tensorprozessoren (TPUs) zur Verwendung in seinen eigenen Rechenzentren anbieten.

Die Nachfrage nach KI-Software ist weiterhin hoch. Die Zahl der aktiven Nutzer von kostenpflichtigen Abonnements von Gemini Enterprise stieg im Vergleich zum Vorquartal um 40 %. Der Gemini-Chatbot wird bis Ende 2025 voraussichtlich 750 Millionen Nutzer erreichen.

Neuerscheinungen

Zusätzlich zum Finanzbericht stellte Google eine Reihe neuer KI-basierter Produkte vor.

Google Fotos

Der Service verfügt über eine KI-Funktion zur Erstellung einer digitalen Garderobe. Sie ermöglicht es, neue Look-Optionen zu entwerfen und diese virtuell anzuprobieren.

Das Tool nutzt künstliche Intelligenz, um automatisch eine Garderobenreplik basierend auf Kleidungsstücken aus Ihrer Google Fotos-Bibliothek zu erstellen. Die App verfügt über einen Kategoriefilter.

Vorgefertigte Outfit-Ideen lassen sich mit Freunden teilen oder in einem digitalen Album speichern. So können Sie Outfits für verschiedene Anlässe sammeln – Reisen, Veranstaltungen, Verabredungen, Arbeit usw.

Das Update wird im Sommer veröffentlicht: zuerst für Android, dann für iOS.

Google TV

Die Plattform erhielt ein Paket von KI-Funktionen auf Basis von Gemini und einen Feed mit kurzen Videos.

Das Herzstück des Updates sind die erweiterten Funktionen von Gemini. Über die Schaltfläche „Erstellen“ gelangt man zu Experimenten mit Nano Banana und Veo. Mit Nano Banana lassen sich Fotos per Sprachbefehl bearbeiten. Veo erstellt Videos oder animiert Standbilder.

Die Entwickler positionieren diese Tools als ein neues Format für gemeinsame Freizeitgestaltung im Wohnzimmer.

Die Fotos-App für Fernseher wurde ebenfalls aktualisiert. Die intelligente Suche von Gemini hilft Ihnen, schnell die passenden Aufnahmen zu finden (zum Beispiel von einem bestimmten Urlaub).

Mit Remix können Sie Ihre Fotos stilisieren, während Live-Diashows Animationen, Rahmen und Farbeffekte hinzufügen. Google TV führt außerdem einen Bereich „Kurzvideos für Sie“ auf dem Startbildschirm ein, der Inhalte von YouTube Shorts enthält.

Dokumente nach Gemini exportieren

Der KI-Assistent Gemini kann jetzt vorgefertigte Dateien für Google Docs, Microsoft Word und Excel generieren und herunterladen.

Unterstützte Formate sind: .pdf, .docx, .xlsx, .csv, LaTeX, Klartext (.txt), Rich Text Format (.rtf), Markdown (.md).

Google Translate

Zum 20-jährigen Jubiläum des Übersetzers haben die Entwickler ein Tool zum Üben der Aussprache hinzugefügt.

Im Menü „Üben“ hört die Anwendung nach dem Klicken auf die Schaltfläche „Sprechen“ dem Benutzer zu, wertet die Sprache aus und gibt Feedback.

Die Funktion wird in den USA und Indien eingeführt und unterstützt derzeit Englisch, Spanisch und Hindi.

Zur Erinnerung: Im März stellte Googles Forschungsabteilung TurboQuant vor, einen Speicherkomprimierungsalgorithmus für KI. Nutzer verglichen die Entwicklung mit der Technologie des Startups Pied Piper aus der Fernsehserie „Silicon Valley“.

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