CryptoQuant bezeichnete die Bitcoin-Rallye im April als spekulativ.

Laut Analysten von CryptoQuant wurde der Anstieg des Bitcoin-Kurses im April von 66.000 auf 79.000 US-Dollar durch Perpetual Futures befeuert, während die Nachfrage im Spotmarkt negativ blieb.
Die Nachfrage nach Perp-Geschäften wächst. Die Spot-Nachfrage ist weiterhin rückläufig.
Die gleiche Konstellation trat 2022 erneut auf und leitete die nächste Phase des Niedergangs ein.
Dies garantiert zwar nicht dasselbe Ergebnis, ist aber strukturell ein „bärisches“ Nachfragesignal. pic.twitter.com/jE1Ld6koaZ
— CryptoQuant.com (@cryptoquant_com) 30. April 2026
Laut ihren Angaben deutet die Diskrepanz zwischen dem Preisanstieg und dem Zinsrückgang am Spotmarkt auf den spekulativen Charakter der Bewegung hin. Die Kennzahl „Offensichtliche Nachfrage“ blieb den ganzen Monat über unter Null – es gab keine organische Unterstützung vonseiten der Käufer.
Experten verglichen die aktuelle Nachfragestruktur mit dem Beginn der Bärenphase im Jahr 2022: Damals ging das Wachstum der Derivatevolumina ebenfalls mit einem Rückgang der Spot-Aktivität einher, woraufhin Bitcoin in eine mehrmonatige Korrekturphase eintrat.
Der Preis für digitales Gold ist bereits von einem lokalen Höchststand von rund 79.000 US-Dollar auf rund 77.000 US-Dollar zurückgegangen. Bis Ende April hatte das Anlagegut laut CoinGlass um fast 12 % zugelegt – die beste Performance seit Jahresbeginn.

Stundenchart von Binance BTC/USDT. Quelle: TradingView.
Experten bezeichneten dies als vorhersehbare Folge einer Rallye, die hauptsächlich auf Futures basierte.
Ein weiteres Signal lieferte der Bull Score von CryptoQuant: Er fiel von 50 auf 40 und sank damit wieder unter die neutrale Marke – in die „bärische Zone“.
Wichtiges Niveau für kurzfristige Anleger
Der CryptoQuant-Analyst Ignacio Moreno de Vicente wies außerdem auf den STH MVRV-Indikator hin, der die Position von Bitcoin-Inhabern mit kurzer Laufzeit widerspiegelt.
Bitcoin steht kurz davor, die Marktstruktur umzukehren
„Ein nachhaltiger Anstieg über dem realisierten Preis, kombiniert mit einer Stabilisierung des MVRV und einem Trend über 1,0, würde einen strukturellen Regimewechsel signalisieren.“ – von @MorenoDV_ pic.twitter.com/AsxsyFEyzi
— CryptoQuant.com (@cryptoquant_com) 1. Mai 2026
Seinen Angaben zufolge bildet der Indikator im aktuellen Zyklus eine absteigende Widerstandslinie, die drei Gipfel miteinander verbindet:
- März 2024 – Bitcoin erreichte 72.000 US-Dollar;
- November 2024 – der Preis stieg auf 106.000 US-Dollar;
- Juli 2025 – der Vermögenswert erreichte wieder seinen Höchstwert von rund 120.000 US-Dollar.
In all diesen Fällen erreichte der Kurs neue Allzeithochs, aber STH MVRV erreichte niedrigere Höchststände, ein Zeichen für eine nachlassende Dynamik bei kurzfristigen Anlegern trotz steigender Kurse.
Der Markt steht nun vor einer entscheidenden Bewährungsprobe für dieses Konstrukt, so der Experte. Sollte sich Bitcoin über dem realisierten Preis der kurzfristigen Anleger konsolidieren, würde diese Gruppe von Verlust zu Gewinn wechseln.
Laut Moreno de Vicente könnte eine nachhaltige Erholung in Verbindung mit der Stabilisierung des STH MVRV über 1,0 einen Wechsel des Marktregimes signalisieren – dann würden die jüngsten Käufer aufhören, bei jeder Erholung Druck auf den Preis auszuüben.
Ethereum und das Risiko eines Short Squeeze
Ähnliche Spannungen am Derivatemarkt sind auch bei Ethereum zu beobachten, allerdings mit einer anderen Struktur. Der Kurs der Kryptowährung ist seit seinem lokalen Höchststand um 65 % gefallen. TOTAL2 verzeichnete einen Rückgang von über 51 %, wie ein Analyst unter dem Pseudonym Darkfost feststellte.
Bei Ethereum bildet sich ein Short Squeeze, da die Finanzierung die extremen Tageskurse des FTX widerspiegelt.
Der Altcoin-Markt wurde in diesem Abschwung hart getroffen, und Ethereum stand dabei an vorderster Front. ETH verzeichnete einen Kursrückgang von rund 65 % gegenüber seinem letzten Höchststand. TOTAL2, die kombinierte Marktkapitalisierung aller Altcoins… pic.twitter.com/7NkZo5XkNf
— Darkfost (@Darkfost_Coc) 1. Mai 2026
Der Vermögenswert hat sich seit dem Tiefpunkt im Februar um mehr als 30 % erholt. Viele Marktteilnehmer glauben jedoch noch nicht an eine vollständige Erholung und eröffnen weiterhin Short-Positionen, betonte der Experte.
Seinen Angaben zufolge sind die Ethereum-Finanzierungsraten auf Binance seit Langem negativ. Dies sei nur während des FTX-Crashs und am Tiefpunkt des letzten Bärenmarktes im November 2022 der Fall gewesen.
Die aktuelle durchschnittliche monatliche Finanzierung liegt bei -0,0018. Laut Darkfost spiegelt dies einen starken Konsens unter den Händlern wider, die auf weitere Kursrückgänge setzen.
„Es ist eine riskante Wette, und einige scheinen sich bereits auszuzahlen – wie das steigende Volumen an Short-Liquidationen beweist. Mit zunehmender Aufwärtsdynamik von ETH werden Short-Positionen immer stärker abgebaut. Diese Dynamik könnte eine Erholung von Ethereum beflügeln: Die Liquidationen häufen sich. Märkte honorieren eine derart einhellige Meinung selten“, schloss er.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels notiert die führende alternative Kryptowährung bei rund 2.280 US-Dollar. Laut CoinGecko ist ihr Preis in den letzten 24 Stunden um 0,8 % gestiegen.
Zur Erinnerung: Am 30. April verzeichneten die Experten von Glassnode eine Abschwächung des Drucks von Bitcoin-Verkäufern.
