Der Stimmungsindex signalisiert erstmals seit Oktober „Gier“ unter Bitcoin-Investoren.

Am 15. Januar zeigte der beliebte Marktstimmungsindikator erstmals seit Oktober wieder „Gier“ an. Der Indikator erreichte einen Wert von 61 nach einer längeren Phase der „Angst“ und einer Reihe von Liquidationen im Wert von 19 Milliarden US-Dollar.

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Index für Angst und Gier im Kryptowährungsbereich. Quelle: Alternative.

Am Vortag befand sich der Indikator im neutralen Bereich bei einem Wert von 48.

Die Stimmungsverbesserung fiel mit der Erholung der führenden Kryptowährung zusammen. Bitcoin stieg auf 97.704 US-Dollar und erreichte damit ein Zweimonatshoch (laut CoinGecko). Zuletzt hatte der Kurs Mitte November die Marke von 97.000 US-Dollar überschritten, damals herrschte jedoch aufgrund eines starken Kursrückgangs von historischen Höchstständen extreme Angst am Markt.

Analysten von Santiment haben Abflüsse von Privatanlegern aus dem Wertpapier verzeichnet. In den letzten drei Tagen ist die Anzahl der Adressen mit einem Guthaben ungleich Null um 47.244 gesunken.

Experten werteten den Ausstieg der „ungeduldigen Masse“ und den Rückgang des Börsenangebots auf ein Siebenmonatstief (1,18 Millionen BTC) als positives Signal.

Rückerstattung bis zu 100.000 US-Dollar

Santiment glaubt, dass der in den sozialen Medien vorherrschende Pessimismus eine Rallye zu neuen Allzeithochs auslösen könnte.

Bitcoin erholt sich, doch die Kommentare der Nutzer werden zunehmend pessimistischer.

Der Markt bewegt sich üblicherweise entgegen den Erwartungen der Masse. Die Indikatoren für Angst, Unsicherheit und Zweifel haben in den letzten zehn Tagen ihren Höhepunkt erreicht.

Laut Santiment schafft die Atmosphäre des Misstrauens ideale Bedingungen für Wachstum, wodurch der Preis erstmals seit Mitte November wieder die 100.000-Dollar-Marke erreichen könnte.

Fundamentale Marktstärke

Das aktuelle Wachstum basiert laut CryptoQuant-Analyst Carmelo Aleman auf On-Chain-Metriken und nicht auf Spekulationen.

Der Experte verwies auf die Dynamik des Indikators „Value Days Destroyed“ (VDD). Diese Kennzahl bewertet die Münzbewegungen und gewichtet sie nach Volumen und Inaktivitätsdauer. Hohe Werte deuten auf die Ausgabe alter Münzen hin, niedrige Werte auf den Umlauf kürzlich erworbener Vermögenswerte.

Im Januar 2026 fiel der VDD-Indikator auf 0,53. Dies ist ein historisch niedriger Wert, der darauf hindeutet, dass im Netzwerk hauptsächlich „junge“ Coins gehandelt werden.

Langfristige Anleger verzichten trotz gestiegener Kurse auf Gewinnmitnahmen. Der Markt befindet sich in einer Phase gesunder Akkumulation: Die Nachfrage übersteigt das Angebot und kann dem Verkaufsdruck des „alten“ Kapitals nicht entgegenwirken.

Aleman betonte, dass der aktuelle Ausbruch über den Widerstand auf eine reale Marktstärke zurückzuführen sei. Die Situation bleibe günstig, solange der VDD-Wert niedrig bleibe. Ein stetiger Anstieg dieses Wertes signalisiere den Beginn von Verkäufen durch langfristig orientierte Anleger.

Globale „Entladung“ von Derivaten

Ein Rückgang des offenen Interesses (OI) an Bitcoin-Derivaten um 31 % seit Oktober deutet auf eine umfassende Bereinigung des Marktes von übermäßiger Hebelwirkung hin. Laut CryptoQuant-Analyst Darkfost könnte dies ein Signal für eine Preiserholung sein.

Er sagte, dass der Schuldenabbau historisch gesehen einen Markttiefpunkt markiert habe. Dieser Prozess „setzt“ die Marktstruktur zurück und schaffe so die Grundlage für einen potenziellen Aufwärtstrend.

Der Experte merkte an, dass bei einem weiteren Kursverfall von Bitcoin das Open Interest (OI) noch weiter sinken und somit eine tiefere Korrektur nach sich ziehen könnte. Die aktuelle Entwicklung deutet jedoch auf ein positives Szenario hin.

Warum ist das wichtig?

Ein Kursanstieg bei gleichzeitig sinkendem Open Interest deutet in der Regel auf eine erzwungene oder freiwillige Schließung von Short-Positionen hin (Short Squeeze). Händler, die auf einen Kursrückgang gesetzt hatten, realisieren ihre Verluste und verlassen den Markt, wodurch der Verkaufsdruck nachlässt.

In diesem Fall wird die Rallye durch reale Käufe und nicht durch spekulatives Kapital angetrieben. Bitcoin ist seit Jahresbeginn um fast 10 % gestiegen, was die Nachhaltigkeit des Trends bestätigt.

Laut CoinGlass beläuft sich das gesamte offene Interesse (OI) an allen Börsen aktuell auf rund 65 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einem Rückgang von 28 % gegenüber dem Höchststand Anfang Oktober (90 Milliarden US-Dollar), was mit den Berechnungen von CryptoQuant übereinstimmt.

Auch am Optionsmarkt herrscht weiterhin Optimismus. An der Deribit-Börse konzentriert sich das größte Positionsvolumen auf den Ausübungspreis von 100.000 US-Dollar – Händler setzen auf weiteres Wachstum.

Trotz des Optimismus hat der Derivatemarkt noch keine vollwertige Wachstumsphase erreicht, stellte Greeks Live fest.

„Das aktuelle Handelsmuster gleicht eher einer Reaktion auf einen plötzlichen Preisanstieg; die langfristigen Aussichten haben sich noch nicht in Richtung eines Aufwärtstrends verschoben“, stellten die Analysten fest.

Zur Erinnerung: Glassnode berichtete, dass institutionelle Anleger angesichts des Risikos explosiver Volatilität wieder mit dem Kauf von Bitcoin begonnen haben.

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