
Bitcoin-Inhaber mit kurzfristigem Anlagehorizont haben zu Gewinnmitnahmen übergegangen, teilte IT Tech, ein Mitarbeiter von CryptoQuant, seine Beobachtungen mit.
Das nachfolgende Diagramm zeigt die Dynamik der Gewinne und Verluste von Kurzzeitinvestoren (STH), die Vermögenswerte an die Börse senden.

Finanzergebnisse von STH während des Börsenstarts. Quelle: CryptoQuant.
Nach einer längeren Phase verlustbringender Geschäfte kam es in den letzten 24 Stunden zu einem starken Anstieg der Gewinnmitnahmen, was mit einer allmählichen Erholung des Bitcoin-Preises einherging.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels notiert die Kryptowährung bei rund 95.300 US-Dollar. Laut CoinGecko hat sie in den letzten sieben Tagen 5,4 % zugelegt.
IT Tech kam zu dem Schluss, dass „späte“ Käufer die lokale Erholung und die verfügbare Liquidität nutzten, um ihre Positionen zu schließen.
„STH-Gewinnspitzen signalisieren in der Regel eher die Erschöpfung der aktuellen Dynamik als den Beginn einer neuen Rallye“, warnte der Experte.
Die Wale sind wieder im grünen Bereich
Die Analysten von CryptoQuant verzeichneten einen Trendwechsel bei den großen Marktteilnehmern – die jährliche Nettoveränderung der Guthaben der „Wale“ (1.000–10.000 BTC) ging um 220.000 BTC zurück.

Dynamik der Veränderungen bei Wal-Guthaben. Quelle: CryptoQuant.
Der Rückgang der Aktivität erfolgte nach einem zyklischen Akkumulationshoch von 400.000 BTC im Dezember 2024 und war der stärkste seit Anfang 2023.
Der Trend kehrte sich jedoch letzte Woche um, als Großinvestoren ihre Bestände um 46.000 BTC (+21 %) erhöhten. Der Wert erreichte damit erstmals seit November 2025 wieder positive Werte und markiert das Ende einer Phase aktiver Vermögensallokation.
Die Dynamik der „Delfine“ (Wallets von 100 bis 1000 BTC, inklusive ETFs) hat sich abgeschwächt. Vom Oktober-Hoch von 972.000 BTC ist das Anlagevolumen dieser Anlegergruppe auf 589.000 BTC gesunken. Der Rückgang um fast 38 % deutet auf ein nachlassendes Interesse an diesem Segment hin.
Wer bestimmt den Preis?
Die Akkumulationszyklen von Walen und Delfinen verlaufen unterschiedlich schnell. In der aktuellen Marktphase zeigten Großinvestoren im Juni 2024 ihre höchste Aktivität, als ihr jährliches Guthabenwachstum 260.000 BTC erreichte. Die Delfinreserven beliefen sich zu diesem Zeitpunkt auf lediglich 11.000 BTC.

Vergleich der Wal- und Delfin-Guthaben. Quelle: CryptoQuant.
Die Situation änderte sich im Laufe der Zeit: Dank der Beliebtheit von ETFs explodierte das Vermögen der sogenannten „Delfine“ und erreichte bis Oktober 2025 970.000 BTC. Auf den Höchststand folgte jedoch ein Ausverkauf. Aufgrund der hohen Volumina hatte diese Investorengruppe in letzter Zeit maßgeblichen Einfluss auf die Preisbildung.
Analysten gehen jedoch davon aus, dass historisch gesehen vor allem Großinvestoren (sogenannte „Wale“) globale Kursanstiege ausgelöst haben. Daher sollte die aktuelle Wiederaufnahme ihrer Käufe eher als frühes fundamentales Signal denn als kurzfristiger Faktor für das Preiswachstum betrachtet werden.
Erinnern wir uns daran, dass Mitte Januar ein beliebter Marktstimmungsindikator zum ersten Mal seit Oktober auf die „Gier“ der Bitcoin-Investoren hinwies.
