
Bitcoin wiederholt sein bärisches Szenario von 2022, trotz eines Anstiegs von 21 % seit November. Analysten von CryptoQuant warnen, dass die Kryptowährung 2026 in einen ausgewachsenen Bärenmarkt geraten könnte, sollte es ihr nicht gelingen, sich über einem wichtigen technischen Niveau zu konsolidieren.
Bärenmarktrallye oder der Beginn einer Erholung
Seit dem 21. November hat Bitcoin einen beeindruckenden Anstieg von 21 % verzeichnet und ist von einem Tiefststand von 80.500 US-Dollar auf einen Höchststand von 97.900 US-Dollar gestiegen. Die Forscher von CryptoQuant bezeichnen diese Entwicklung jedoch als „Bärenmarktrallye“ und nicht als Beginn einer nachhaltigen Erholung.
BTC /USD-Tageschart. Quelle: Bitstamp
Der wichtigste Indikator für die zukünftige Kursentwicklung ist der gleitende 365-Tage-Durchschnitt, der aktuell bei 101.000 US-Dollar liegt. Ein Kursrückgang unter diese Marke im November bestätigte den Beginn eines Bärenmarktes, in dem der Bitcoin-Kurs um 19 % fiel. Eine anschließende Erholung um weitere 19 % brachte den Kurs auf das aktuelle Niveau, konnte die kritische Marke aber bisher nicht durchbrechen.
BTC /USD-Tageschart und 365-Tage-Durchschnitt. Analyse: CryptoQuant
„Ein ähnliches Szenario spielte sich 2022 während des vorherigen Bärenmarktes ab. Der Bitcoin-Kurs fiel um 27 %, nachdem er den 365-Tage-Durchschnitt von unten durchbrochen hatte, stieg dann um 47 % und erholte sich anschließend vom 365-Tage-Durchschnitt“, bemerken die Analysten.
Die Parallelen zu 2022 werden immer deutlicher.
Vergleiche mit dem Bärenmarkt von 2022 werden unter Kryptomarktteilnehmern immer beliebter. Damals glaubten viele Händler ebenfalls, das Schlimmste sei überstanden, der Vierjahreszyklus durchbrochen und ein Wachstums-Superzyklus stünde bevor. Ähnliche Stimmungen sind auch heute noch erkennbar.
Laut CryptoQuant deuten fundamentale und technische Indikatoren weiterhin auf eine Fortsetzung des Bärenmarktes hin. Der Kursverlauf im Jahr 2026 wird dem von 2022 weitgehend entsprechen und sich damit vom Bärenmarkt von 2018 unterscheiden.
Einige Prognosen deuten auf einen möglichen Rückgang des Bitcoin-Kurses auf 65.000 US-Dollar im Laufe des Jahres 2026 hin, was die pessimistische Stimmung einiger Analysten weiter verstärkt.
Zunehmender Verkaufsdruck
Ein weiteres beunruhigendes Zeichen ist der zunehmende Zufluss von Bitcoin an die Börsen. Der gleitende Sieben-Tage-Zufluss erreichte 39.000 BTC – den höchsten Stand seit dem 25. November 2025.
Erhöhte Bitcoin-Zuflüsse zu Börsen. Quelle: CryptoQuant
Ein Anstieg der Kryptowährungszuflüsse auf Handelsplattformen wird traditionell als Zeichen zunehmenden Verkaufsdrucks gewertet. Anleger transferieren Vermögenswerte zum Verkauf an Börsen, was sich kurzfristig negativ auf die Preisentwicklung auswirken könnte.
Die aktuelle Situation verdeutlicht die Bedeutung des 365-Tage-Durchschnitts als wichtigen Indikator für Marktzyklusveränderungen. Ob Bitcoin sich über 101.000 US-Dollar konsolidieren kann, wird entscheidend für den Übergang vom Bärenmarkt zu einer nachhaltigen Erholung sein.
Meinung der KI
Aus Sicht der maschinellen Datenanalyse offenbart die aktuelle Situation ein interessantes Paradoxon: Trotz aller technischen Ähnlichkeiten mit 2022 hat sich das makroökonomische Umfeld dramatisch verändert. Die Zentralbanken führender Länder befinden sich in einer völlig anderen Phase ihrer Geldpolitik, und die institutionelle Akzeptanz von Bitcoin hat ein vor vier Jahren unvorstellbares Niveau erreicht.
Eine Analyse des Verhaltens großer Anleger zeigt, dass die heutigen „Wale“ sich grundlegend anders verhalten als noch 2022 – lange Phasen der Akkumulation sind einer aktiveren Umverteilung von Vermögenswerten gewichen. Möglicherweise hat sich auch das Wesen von Bärenmarkt-Rallyes verändert: Was einst eine technische Erholung war, könnte nun eine strukturelle Marktrestrukturierung darstellen. Die Frage bleibt: Können historische Modelle die Zukunft eines Vermögenswerts, dessen fundamentale Rolle im Finanzsystem sich radikal gewandelt hat, präzise vorhersagen?
