Das Finanzmodell von BitGo wirft bei Analysten ernsthafte Fragen auf.

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Die Blockworks-Analystin Shonda Devens zeigte sich überrascht vom starken institutionellen Interesse an BitGo. Ihrer Ansicht nach wirkt das Unternehmen auf den ersten Blick stabil und attraktiv. Ein genauerer Blick auf die Finanzkennzahlen offenbart jedoch ein anderes Bild. Die Expertin vermutet, dass das Hauptproblem in der Gewinnstruktur liegt.

Den Daten zufolge beträgt BitGos Bruttoumsatz 3,1 Milliarden US-Dollar. Der Nettoumsatz beläuft sich jedoch nur auf 130,6 Millionen US-Dollar. Der Großteil dieses Bruttoumsatzes stammt aus Transaktionsströmen beim Staking und Trading. Im Wesentlichen wird jeder US-Dollar Umsatz als ein US-Dollar Umsatz verbucht, was die Wahrnehmung der Unternehmensgröße verzerrt.

Das Unternehmen wies offiziell einen Nettogewinn von 54 Millionen US-Dollar nach GAAP aus. Nach Bereinigungen ergibt sich jedoch ein negatives Ergebnis von -2 Millionen US-Dollar. Diese Bereinigungen umfassen den Verkauf von WBTC und die Neubewertung der Token. Ohne diese Faktoren ist die operative Rentabilität nicht gegeben.

Devens wies zudem auf BitGos schwache Position im Bereich der Verwahrungsdienstleistungen hin. Der Experte betonte, dass Coinbase in den USA rund 80 % der Verwahrung von Bitcoin-ETFs kontrolliert. BitGo hingegen spielt nur bei zwei Fonds eine untergeordnete Rolle. Große Börsen bevorzugen es, Vermögenswerte unabhängig zu verwahren.

Abonnements und Dienstleistungen machen den Großteil des Nettoumsatzes aus. Dieses Segment erwirtschaftet 77,4 Millionen US-Dollar und trägt 59 % zum Gesamtumsatz bei. Es deckt jedoch nur 56,6 % der Betriebskosten. Die verbleibende Differenz wird durch volatilere Segmente ausgeglichen.

„Der Handel generiert Nettoeinnahmen von rund 12 Millionen US-Dollar und ist stark von der Aktivität von Privatanlegern abhängig. Staking erwirtschaftet 40,3 Millionen US-Dollar, ist aber stark konzentriert. Der SUI-Token macht 71,6 % der eingefrorenen Vermögenswerte aus. Seit der Einreichung des S-1-Formulars ist sein Kurs um 52 % gefallen, was den Druck auf diese wichtige Einnahmequelle erhöht“, erklärte der Experte.

Laut Analysten ist dies genau das Risiko, das sich nun zu realisieren beginnt. Zyklische Unternehmen können Fixkosten weniger gut decken. Die Frage ist, welche Faktoren sich ändern müssen, damit BitGo langfristig nachhaltige Rentabilität erzielt.

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