JPMorgan prognostiziert eine neue Welle institutionellen Kapitals in der Kryptoindustrie

Die Kapitalzuflüsse in Kryptowährungen werden auch 2026 weiter steigen. Institutionelle Anleger werden dabei der Haupttreiber sein, schreibt The Block unter Berufung auf Analysten von JPMorgan.

Bankexperten unter der Leitung von Nikolaos Panigirtsoglu berichteten, dass das Umsatzvolumen im Jahr 2025 einen Rekordwert von 130 Milliarden US-Dollar erreichen würde – ein Drittel mehr als im Jahr 2024.

Die Verabschiedung des Clarity Act in den USA spielt eine Schlüsselrolle. Klare Regulierungen werden die Aktivitäten in den Bereichen Risikokapital, Fusionen und Übernahmen sowie Börsengänge ankurbeln. Ein Aufschwung wird in den Sektoren Stablecoins, Zahlungsverkehr, Infrastruktur und Verwahrungslösungen erwartet.

Ergebnisse von 2025

Das vergangene Jahr war von Privatanlegern geprägt. Das Wachstum wurde durch Zuflüsse in Bitcoin- und Ethereum-ETFs sowie durch Käufe von Unternehmen, die digitale Vermögenswerte als Reserven (DAT) nutzen, getrieben. Die Aktivitäten von Hedgefonds über CME -Futures sind hingegen im Vergleich zu 2024 deutlich zurückgegangen.

DAT-Unternehmen erwirtschafteten mehr als die Hälfte aller Umsätze – rund 68 Milliarden US-Dollar. Davon entfielen 23 Milliarden US-Dollar auf Strategy (Vorjahr: 22 Milliarden US-Dollar). Die übrigen Marktteilnehmer investierten 45 Milliarden US-Dollar in digitale Vermögenswerte, was die 8 Milliarden US-Dollar des Vorjahreszeitraums deutlich übersteigt.

Dieser Trend hat sich jedoch seit Oktober verlangsamt, da große Anteilseigner wie Strategy und BitMine ihre Käufe bis zum Jahresende reduziert haben.

Venture-Markt und Prognosen

Das Risikokapital wuchs nur geringfügig. Der Sektor erreichte nicht wieder die Höchststände von 2021/22. Investoren verlagerten Kapital, das zuvor für Startups vorgesehen war, in liquidere DAT-Strategien. Dies führte zu einem Rückgang der Gesamtzahl der Transaktionen.

Analysten stellten fest, dass die Phase der Risikoreduzierung abgeschlossen ist. Die Reduzierung von Anlegerpositionen Ende 2025 liegt hinter uns, und der Markt zeigt Anzeichen einer Stabilisierung bei ETF-Zuflüssen und anderen Indikatoren.

Hayes-Prognose

Der ehemalige BitMEX-CEO Arthur Hayes hat einen Essay veröffentlicht, in dem er die Gründe für die schwache Bitcoin-Performance im Jahr 2025 angesichts des Aufstiegs von Gold und Technologieaktien analysiert. Seiner Ansicht nach wird sich die Situation im Jahr 2026 aufgrund einer „erzwungenen“ Dollar-Liquiditätsspritze in die US-Wirtschaft ändern.

Hayes merkte an, dass Bitcoin als Instrument, das von einer Ausweitung der Geldmenge abhängt, auf die Bilanzreduzierung der Fed mit einem erwarteten Rückgang reagierte. Gleichzeitig verzeichnete Gold trotz sinkender Liquidität ein historisches Wachstum.

Der Preisanstieg des Edelmetalls wurde durch Maßnahmen der Zentralbanken ausgelöst. Die Aufsichtsbehörden kaufen massenhaft physisches Gold auf und trennen sich von US-Staatsanleihen. Hayes führt dies auf die Befürchtung der Staaten zurück, ihre Vermögenswerte könnten eingefroren werden, wie es 2022 mit den russischen Reserven geschah.

„Zentralbanken agieren als Käufer, unbeeindruckt von Kursen. Wenn der US-Präsident Ihr Geld stehlen kann, sinkt sein Wert augenblicklich auf null. Unter solchen Umständen spielt der Kaufpreis von Gold keine Rolle, solange dadurch das Kontrahentenrisiko eliminiert wird“, schrieb er.

Hayes erklärte das Wachstum des Nasdaq-Index und vor allem von Unternehmen im KI-Sektor als faktische „Verstaatlichung“ der Branche.

Gemäß Donald Trumps Wahlprogramm investiert die US-Regierung massiv in KI, um die technologische Führungsrolle gegenüber China zu sichern. Dadurch erhält der Technologiesektor unabhängig von seiner tatsächlichen Rentabilität oder der allgemeinen Lage am Kreditmarkt Finanzmittel. Diese staatliche Unterstützung hat dazu geführt, dass Aktienkurse weniger stark mit der sinkenden Dollarliquidität korrelieren.

Prognose für 2026: Liquiditätsrückgänge

Der Gründer von Maelstrom glaubt, dass die Dollar-Liquidität ab 2026 aus drei Gründen aggressiv ansteigen wird:

  1. Die Bilanz der US-Notenbank wächst. Das Programm zur quantitativen Lockerung endet. Ein neuer Mechanismus zur Reserveverwaltung wird Mittel zur Finanzierung der Staatsverschuldung bereitstellen.
  2. Bankkreditvergabe. Kommerzielle Finanzinstitute werden unter staatlichen Garantien verstärkt Kredite an „strategische Industrien“ und den militärisch-industriellen Komplex vergeben und so neues Geld im System schaffen.
  3. Immobilienmarkt. Die Regierung nutzt die Bilanzen von Hypothekenbanken, um Wertpapiere aufzukaufen und die Zinssätze zu senken, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Anlagestrategie

Hayes ist überzeugt, dass Bitcoin mit dem Liquiditätszufluss wieder an Wert gewinnen wird. Er wählte Aktien der DAT-Unternehmen Strategy und Metaplanet, um von diesem Kursanstieg zu profitieren.

Den Berechnungen des Experten zufolge liegt das Verhältnis des Wertes dieser Wertpapiere zu den darin enthaltenen Bitcoins derzeit auf einem Zweijahrestief. Er geht davon aus, dass diese Aktien bei einer Rückkehr des Preises für digitales Gold auf 110.000 US-Dollar aufgrund des eingebauten Hebels eine überdurchschnittliche Performance erzielen werden.

Der Maelstrom Fund baut seine Position in Zcash ebenfalls weiter aus und wertet den Weggang von Entwicklern von ECC als positives Signal für die Entwicklung kommerzieller Produkte auf Basis der Kryptowährung.

Zur Erinnerung: Glassnode berichtete, dass institutionelle Anleger angesichts des Risikos explosiver Volatilität wieder mit dem Kauf von Bitcoin begonnen haben.

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