
Am Freitag, dem 16. Januar, unterzeichnete der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko ein Dekret zu Kryptobanken. Die Aktivitäten dieser Organisationen werden durch spezielle Regeln reguliert.
Dem Dokument zufolge ist eine Kryptobank eine Aktiengesellschaft, die einerseits mit digitalen Token handeln und andererseits traditionelle Bank- und Zahlungsgeschäfte abwickeln kann. Um in Belarus tätig zu werden, muss das Unternehmen ein zweistufiges Prüfverfahren durchlaufen. Zunächst muss es einen Sitz im High-Tech-Park erhalten. Anschließend muss die juristische Person in das spezielle Register der Kryptobanken der Nationalbank von Belarus eingetragen werden.
Laut Dekret müssen Kryptobanken die für Nichtbanken geltenden Gesetze einhalten. Sie sind verpflichtet, alle Entscheidungen des Aufsichtsrats des High-Tech-Parks zu befolgen. Die Behörden bezeichnen dieses Modell als duale Regulierung.
Kryptowährungen sind in Belarus, anders als in Russland, kein gesetzliches Zahlungsmittel. Dennoch sind mehrere Kryptobörsen im Land legalisiert. Der High-Tech-Park (HTP) ist eine Sonderwirtschaftszone mit einem speziellen Steuer- und Rechtsregime, in der Organisationen registriert sind, die zum Handel mit Kryptowährungen berechtigt sind. Alle lokalen Kryptobörsen, -händler, ICO-Veranstalter und andere Marktteilnehmer müssen im HTP ansässig sein. Andernfalls gelten sie als illegal.
Ende 2025 wandte sich die Nationalbank von Belarus mit einem Vorschlag zur Entwicklung eines gemeinsamen Ansatzes für die Regulierung von Kryptowährungen an die Länder der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU). Russland, wo Investitionen in Kryptowährungen stark eingeschränkt sind, wurde als Argument angeführt.
