„Neue“ Wale übernehmen erstmals die Kontrolle über den Bitcoin-Markt.

Zum ersten Mal in der Geschichte hat der Anteil der „neuen“ Wale an der realisierten Marktkapitalisierung von Bitcoin den Anteil der langfristigen Inhaber übertroffen, berichtete CryptoQuant-Analyst Julio Moreno.

Die Veränderung der Kennzahl „Realized Cap“ deutet auf einen Wechsel der wichtigsten Marktteilnehmer hin. Die Kontrolle über den Markt hat sich von erfahrenen Investoren hin zu Kapital verschoben, das erst in späteren Phasen des Zyklus in den Vermögenswert eingestiegen ist.

Als „neue“ Wale gelten kurzfristige Inhaber mit einem Bestand von über 1.000 BTC. Eine Verschiebung des Indikators in diese Richtung bedeutet, dass ein erheblicher Teil des Angebots zu hohen Preisen den Besitzer gewechselt hat.

Der durchschnittliche Kaufpreis für diese Gruppe liegt bei rund 98.000 US-Dollar. Da die Spotkurse niedriger sind, erleiden die „neuen“ Großinvestoren einen kombinierten nicht realisierten Verlust von 6 Milliarden US-Dollar.

Laut CryptoQuant sind vor allem neue Anleger die Hauptursache für den Verkaufsdruck nach dem Preishoch. Während der Kursrückgänge verkauften sie Coins und nutzten kurzfristige Erholungen, um ihre Positionen zu schließen. Diese Strategie verdeutlicht, dass Risikomanagement Vorrang vor dem Vertrauen in langfristiges Wachstum hat.

Die „alten Hasen“ mit einem durchschnittlichen Einstiegspreis von rund 40.000 US-Dollar erzielen hingegen weiterhin deutliche Gewinne. Sie stehen nicht unter Druck und haben keinen spürbaren Einfluss auf die kurzfristige Marktdynamik.

Moreno betonte, dass die Marktentwicklung aufgrund der Volatilitätssensibilität neuer Marktteilnehmer nun von diesen diktiert wird. Solange der Markt deren verlustbringende Angebote nicht absorbiert oder eine Kapitulation erfolgt, wird der Markt für digitales Gold von einer Distributionsphase und nicht von einer Akkumulationsphase dominiert sein.

Bitcoin unter Druck

Die Märkte seien aufgrund der wirtschaftlichen Turbulenzen in Japan und der politischen Spannungen in einen „Schutzmodus“ übergegangen, schreiben Analysten von QCP Capital.

Bitcoin fungiert nicht als Absicherung, sondern verhält sich wie ein risikobehaftetes Anlagegut, das empfindlich auf Zinssätze und makroökonomische Entwicklungen reagiert.

Im Fokus steht der Anstieg der Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen auf 2,29 %. Dies ist der höchste Stand seit 1999 nach jahrzehntelangen Niedrigzinsen. Die Situation offenbart Tokios fiskalische Probleme:

  • Die Staatsverschuldung überstieg 240 % des BIP;
  • Die Gesamtverschuldung erreichte 1,342 Billionen Yen;
  • Bis 2026 könnten die Schuldendienste ein Viertel der Haushaltsausgaben verschlingen.

Die Nachhaltigkeit der japanischen Finanzen ist fraglich, was zu Volatilität auf den globalen Märkten für Staatsanleihen führt.

Handelskonflikt zwischen den USA und der EU

Der Druck auf die Märkte nimmt mit den steigenden Spannungen zwischen Washington und Brüssel zu. Präsident Donald Trump hat einen zehnprozentigen Zoll auf acht Länder verhängt, die sich gegen die Übergabe Grönlands an die USA ausgesprochen hatten. Die Maßnahmen treten am 1. Februar in Kraft, und bis zum 1. Juni steigt der Zollsatz auf 25 Prozent.

Das Europäische Parlament erwägt bereits, das im Juli geschlossene Handelsabkommen mit den USA einzufrieren, wodurch ein Handelsvolumen von bis zu 700 Milliarden US-Dollar gefährdet ist. Investoren analysieren die Risiken: Es ist noch unklar, ob das Weiße Haus Zölle als Druckmittel einsetzen wird oder ob dies der Beginn einer langwierigen Konfrontation ist.

Und was ist mit Bitcoin?

Die Risikoaversion der Anleger hat den Anstieg des Bitcoin-Kurses gebremst. Die Kryptowährung korreliert mit dem US-Aktienmarkt, der um mehr als 2 % gefallen ist.

Laut QCP wird der Markt so lange im „Reaktionsmodus“ bleiben, bis klare politische Signale vorliegen. Anleger konzentrieren sich derzeit auf den Kapitalerhalt und beobachten, ob sich die aktuellen Probleme zu einer systemischen Krise ausweiten.

Erinnern wir uns daran, dass am 20. Januar der Wechselkurs der ersten Kryptowährung im Zuge des Zusammenbruchs der Aktienmärkte unter 88.000 US-Dollar fiel.

No votes yet.
Please wait...

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *